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ENGELBERG: Mit dem Schlitten zum Essen

Seit 25 Jahren kommen Renate und Wolfgang Bappert ins Klosterdorf. Die Ferien in den Bergen sind Kontrastprogramm zum Grossstadtleben in Düsseldorf.
Marion Wannemacher
Ferienglück in Engelberg: Schon seit 25 Jahren kommen Wolfgang und Renate Bappert aus Düsseldorf hierher. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)

Ferienglück in Engelberg: Schon seit 25 Jahren kommen Wolfgang und Renate Bappert aus Düsseldorf hierher. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)

Marion Wannemacher

Beinahe wäre aus dem Silvesterurlaub von Familie Bappert vor 25 Jahren nichts geworden. Von Engelberg hatte der ehemalige Sportjournalist über die Trainingslager des Düsseldorfer EG, des damals erfolgreichsten deutschen Eishockeyligisten, gehört. Sie hatten im Hotel Engelberg angefragt, das war ausgebucht. Ein Kollege half ihnen weiter. So kam die Familie aus Düsseldorf an eine «komfortable» Ferienwohnung, wie sie sagt, die sonst nicht vermietet wurde und wird. Es waren glückliche Ferien für Renate, Wolfgang und den damals elfjährigen Sohn Björn.

Abendritual Schlittelfahrt

«Björn und ich schlittelten eines Abends im Scheinwerferlicht unseres Autos zum Restaurant weiter unten im Dorf», erzählt Renate Bappert. Die Schlitteltour fanden sie so lustig, dass daraus ein Abendritual wurde. «Wer kann schon in Düsseldorf zum Restaurant schlitteln? Und der Schnee ist dort auch eher Matsch und Dreck.»

Für die drei war klar, dass sie wiederkommen würden. Das Kontrastprogramm zum lebhaften Düsseldorf stimmte einfach. «Dort leben wir in einer Wohnung. Mit der Bahn sind wir in zehn Minuten in der Innenstadt», beschreibt Wolfgang Bappert. «Vorm Haus fliesst die Düssel. Das Haus hat einen grossen Innenhof mit Bäumen und Büschen.» Ein Stadtidyll mitten in Düsseldorf. Der Sport spiele in der Stadt eine grosse Rolle, so der 68-Jährige, in seinem Leben früher auch: Fortuna Düsseldorf, viele andere Bundesligavereine, das deutsche Tischtennis-Zentrum ist in Düsseldorf. 40 Jahre lang hat Wolfgang Bappert die Sportredaktion der «Neuen Rhein Zeitung» geleitet.

Der erste Eindruck von Engelberg: «Heimelig, ruhig, entspannend», beschreiben die gebürtigen Pfälzer aus Ludwigshafen. «Das waren für uns wichtige Kriterien: aus der Hektik des Alltags heraus die Seele baumeln lassen.» Viele schöne Erinnerungen verbindet die Familie mit Engelberg. Björn lernte hier das Snowboarden. Freundschaften entstanden. «Die Leute hier sind einfach gelassener, entspannter, nicht so hektisch wie bei uns. Das merkt man sogar im Strassenverkehr.» Per Zufall entdeckte Wolfgang Bappert, dass ein bekannter Bowlingspieler aus Deutschland, Ferdi Janka, den Sporting Park in Engelberg führt.

Von der Feuerwehr befreit

Zur Hochwasserkatastrophe 2005 war das Ehepaar in Engelberg. Wolfgang Bapperts Mutter, die im Rollstuhl sass, war mit ihnen in die Ferien gekommen. Die Vermieter waren nicht dort. So versuchte das Ehepaar mit allen Kräften zu retten, was ging. «Es war dramatisch», schildert Renate Bappert, noch heute von den Ereignissen beeindruckt. «Das Haus liegt am Hang. Mit allem Verfügbarem versuchten wir Eingänge und Türen abzudichten. Irgendwann waren Haus und Garten mit Geröll und Schlamm umgeben. Die Feuerwehr schaufelte uns einen Weg aus der Garage frei. Nach einigen Tagen im Hotel wurden wir per Heli ausgeflogen.»

Früher kamen die Bapperts an Weihnachten, Ostern und im Sommer ins Klosterdorf. «Nach meiner Knieoperation kann ich nun nicht mehr Ski laufen», berichtet Renate Bappert, die im Verlag der «Neuen Rhein Zeitung» im Vertrieb gearbeitet hat. Kein Grund, traurig zu sein: Jetzt verbringen beide hier bis zu sechs Wochen im Sommer. Wandern ist angesagt. «Der Bergfrühling ist toll, wenn alles blüht», schwärmen beide. Björn ist erwachsen und geht seine eigenen Wege.

Ob ihnen Engelberg nicht langweilig werde, frage immer mal wieder jemand in Deutschland. «Davon lassen wir uns nicht beeindrucken», entgegnet Renate Bappert. «Wir wissen, was wir hier haben, und fühlen uns einfach wohl.» Ihr Mann ergänzt: «Wenn wir hier ankommen, sind wir zu Hause.» Der schwache Euro gebe ihnen dagegen zu denken, sagt Wolfgang Bappert. «Es ist jetzt sehr teuer. Noch hält uns das nicht davon ab zu kommen, aber irgendwann wird für uns der Urlaub dann vielleicht kürzer.»

Engelberg und die Welt

Engelberg ist nicht die einzige Feriendestination für Renate und Wolfgang Bappert. Sie schätzen Städtetouren, Hochsee-Schiffsreisen, Flusskreuzfahrten und die Türkei. Fast drei Monate im Jahr seien sie nicht daheim, sagen beide. «Wir holen jetzt das nach, was wir früher nicht machen konnten.»

Hinweis

In unserer Sommerserie «Stammgäste» erzählen uns Leute aus nah und fern, weshalb sie seit vielen Jahren in der Region Ferien machen. Auftakt dazu bildet der heutige Artikel.

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