Engelberg bedankt sich beim medizinischen Personal mit 1000 Ferienwochen

Ärzte und Pflegekräfte können sich für Gratisferien melden. Die Gewinner werden ausgelost.

Susanne Balli
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Blick von der Fürenalp Richtung Südwand des Titlis.

Blick von der Fürenalp Richtung Südwand des Titlis.

Bild: PD

Die Destination Engelberg verschenkt 1000 Ferienwochen für Fachkräfte im Gesundheitswesen. Dies als Dank für ihren unermüdlichen Einsatz während der derzeitigen Coronakrise, wie es in einer Mitteilung von Engelberg-Titlis Tourismus heisst.

Teilnahmeberechtigt ist das Personal der Schweizer Spitäler und Institutionen, die Covid-19-Erkrankte behandeln. Dies können Ärzte, Pflegepersonal aber auch weitere Angestellte der Betriebe sein, die durch die Epidemie einer besonderen Belastung ausgesetzt sind. Sie können sich bis am 15. Mai 2020 auf engelberg.ch/sagt-danke anmelden. Der Arbeitgeber und die Begründung für die Teilnahme muss angegeben werden. Die 1000 Gewinner werden anschliessend nach dem Zufallsprinzip ausgelost und nach Überprüfung der Angaben persönlich benachrichtigt. Die Ferienwoche ist bis zum 15. Dezember 2020 einlösbar. Auch Chefs und Personalverantwortliche im Gesundheitswesen können ihre Angestellten anmelden.

«Die Blitzidee entstand vor drei Tagen. Es waren sofort alle Beteiligten damit einverstanden», sagte Andres Lietha, Direktor Engelberg-Titlis Tourismus AG, auf Anfrage. Zwar bedeute die Coronakrise für Hotels und den Tourismus generell grosse Umsatzeinbussen. «Aber das stand gar nicht zur Diskussion. Die Hoteliers waren begeistert – sie wollten etwas tun und nicht einfach dasitzen und abwarten, bis die Krise vorbei ist.»

Im geschenkten Aufenthalt inbegriffen sind sechs Übernachtungen mit Frühstück in einem Drei- oder Viersternehotel, einer Lodge oder dem Kloster Engelberg sowie der freien Benutzung der Bergbahnen Titlis und Brunni. Je nach Interesse des Gasts gibt es individuell weitere Angebote.

Finanzierung durch Solidaritätsfonds gesichert

Für die Aktion haben sich Hotels, Bergbahnen, Gewerbe, Restaurants, das Kloster Engelberg, weitere touristische Anbieter und die Gemeinde zusammengetan. Die Finanzierung wird durch einen Solidaritätsfonds gesichert, der derzeit aufgebaut wird. Wie hoch das Budget für diese 1000 geschenkten Ferienwochen ist, kann Lietha noch nicht sagen, spricht aber von einer sechsstelligen Zahl. «Der Fond wird einen kleinen Anteil der Kosten der Hoteliers decken, damit diese nicht die gesamte Last tragen – Geld verdient mit der Aktion niemand.» Immerhin kann Engelberg damit auf einen Werbeeffekt hoffen. Für den Solidaritätsfonds werden Anbieter und Institutionen vor Ort, private Spender und Sponsoren gesucht.

Gemeindepräsident Alex Höchli sagt: «Die Solidarität ist beispiellos. Als Gemeindepräsident freut es mich besonders, dass bei dieser Aktion alle Leistungsträger sofort bereit waren, einen Beitrag zu leisten.»

Weil das Personal in den Spitälern derzeit stark belastet ist, wurde laut Lietha extra eine lange Anmeldefrist von sechs Wochen gesetzt. «Die Aktion ist mit dem Hintergedanken geplant, dass Ferien im Sommer wieder möglich sind, und wir sind guter Hoffnung, dass dies eintrifft», sagt Lietha. Sollte sich die Situation bis im Sommer nicht entspannen, werde die ganze Aktion weiter nach hinten verschoben und die Anmeldefrist verlängert.

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