Entwarnung an der Hochwasserfront

Der intensive Regen in der Nacht von Sonntag auf Montag liess in der Zentralschweiz die Pegel der Reuss anschwellen. Inzwischen konnte die Gefahrenstufe aber von 2 auf 1 herabgesetzt werden.

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Die Pegel der Urner Reuss (hier von Andermatt her kommend) sind wieder am Sinken. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Die Pegel der Urner Reuss (hier von Andermatt her kommend) sind wieder am Sinken. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Am Sonntagnachmittag hat aus Westen eine aktive Kaltfront mit teilweise starken Böen die Schweiz erreicht. Diese brachte lokal auch starke Gewitter mit erheblichen Mengen an Niederschlag mit sich. Das befürchtete Hochwasser blieb aber zum Glück aus. Laut dem Naturgefahrenbulletin des Bundesamts für Umwelt (BAFU) waren die Niederschläge mit 25 bis 45 Millimeter in der Zentralschweiz etwas weniger intensiv als erwartet.

Gefahrenstufe herabgestuft

Die Niederschläge in der Nacht auf Montag und die hohe Schneefallgrenze liessen die Wasserstände der Fliessgewässer im Laufe des Montagmorgens noch ansteigen. In den Einzugsgebieten der Urner Reuss wurden laut BAFU verbreitet Spitzen eines 2- bis 10-jährlichen Hochwassers registriert. Die Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr) wurde im Laufe des Montags aber auf 1 (keine oder geringe Gefahr) herabgestuft. Die Wasserstände der Seen seien hingegen noch am Steigen.

Wie ein aktueller Blick auf die hydrologischen Daten des Bundesamts für Umwelt zeigt, floss am Montagmorgen bei Seedorf im Kanton Uri mit 320 Kubikmeter pro Sekunde fast viermal so viel Wasser die Reuss hinab wie vergangene Woche. Damals wurden 80 m3/s gemessen. Der Pegelstand der Urner Reuss ging im Verlaufe des Montagmorgens aber wieder zurück. Bei eingelagerten Gewittern und intensiver Schneeschmelze könnten die Pegel aber auch lokal wieder steigen. Der Pegel der Reuss in Luzern steigt seit Montagmorgen an, liegt aber noch weit unter der Hochwassergrenze. Auch die Engelberger Aa führt viel Wasser: hier geht der Pegel derzeit wieder leicht zurück.

Gütsch, Einsiedeln und Engelberg sind Spitzenreiter

Laut «meteonews» wurden am Wochenende die grössten Niederschlagsmengen im Osten und Süden gemessen. In der Zentralschweiz fiel von Sonntagmorgen bis Montagmorgen (jeweils 8 Uhr) mit 44,1 Millimeter der meiste Regen in Gütsch (2287 m.ü.M.) im Kanton Uri. Einsiedeln liegt mit 42,8 Millimetern an zweiter Stelle und Engelberg kommt mit 41,2 Millimetern auf Platz drei. Schweizweit am meisten Niederschlag fiel in Robiei (TI) mit 118,9 Millimetern.

Mit den kräftigen Niederschlägen sank die Schneefallgrenze in den Alpen ab, und am Montagmorgen erlebte das Engadin eine weisse Überraschung mit Neuschnee bis nach Zuoz. Nur wenig vom grossen Nass bekamen das Unterwallis, der Jura und die Nordschweiz ab.

Im Laufe des Montagvormittags liessen die Niederschläge langsam nach, zwischen durchziehenden Regengüssen werden die trockenen Phasen allmählich länger.

pd/sda/bep/rem