ERSCHLIESSUNG: Ab 100 Stoos-Bewohnern solls Geld geben

Die Mindesteinwohnerzahl für die Erschliessung von Berggebieten mit dem öffentlichen Verkehr soll von 300 auf 100 gesenkt werden. Davon würde auch der Stoos profitieren.

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Die Drahtseilbahn Schlattli-Stoos könnte bald Bundesgelder erhalten. (Archivbild Susanne Balli/Neue SZ)

Die Drahtseilbahn Schlattli-Stoos könnte bald Bundesgelder erhalten. (Archivbild Susanne Balli/Neue SZ)

Um den öffentlichen Verkehr weiter zu fördern und die Erschliessung von ganzjährig bewohnten Siedlungen im Berggebiet mit dem öffentlichen Verkehr zu gewährleisten, schlägt der Regierungsrat dem Kantonsrat die Senkung der Mindesteinwohnerzahl von 300 auf 100 ständige Einwohner vor.

Wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Schwyz heisst, ist die Mindestzahl von 100 Einwohnern für den Anspruch auf die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr und die Abgeltungsberechtigung in der Gesetzgebung des Bundes verankert. Im Gegensatz zum Bund möchte der Kanton Schwyz allerdings keine Streusiedlungen unterstützen.

Rigigebiet und Galgenen wären nicht betroffen
Die Senkung der Mindesteinwohnerzahl hätte keine Auswirkungen auf die Gebiete Rigi, Gersau–Obergschwänd und Hinter-/Vorderbergstrasse in der Gemeinde Galgenen. Im Rigigebiet leben zwischen Kräbel und Kulm deutlich weniger als 100 ständige Einwohner.

Das Gebiet Gersau–Obergschwänd erreicht zwar die Mindesteinwohnerzahl, besteht allerdings teilweise aus weit auseinander liegenden Höfen, was die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Verkehrs in Frage stellt. Das gleiche Problem stellt sich für das Gebiet Hinterberg/Vorderberg in Galgenen. Die Erschliessung wäre sehr aufwendig, und die Nachfrage dürfte gering sein.

Jährlich rund 500'000 Franken Unterstützung zusätzlich
Anders zeigt sich die Situation auf dem Stoos, wo 122 ständige Einwohner gemeldet sind. Mit der Neuregelung würde der Stoos abgeltungsberechtigt. Auch der Bund würde sich an der Abgeltung beteiligen. Gemäss Bundes-gesetz könnte allerdings nur eine der beiden Bahnen Abgeltungen beantragen. Im Vordergrund steht dabei die Drahtseilbahn Schlattli–Stoos, da sie für den Güterverkehr aufkommt.

Die Aufnahme in den abgeltungsberechtigten Regionalverkehr würde der Stoosbahn gemäss einer groben Schätzung rund 550'000 Franken an jährlichen Abgeltungen einbringen. Bisher erhielten beide Bahnen zusammen pauschal 50'000 Franken. Neu würden der Luftseilbahn Morschach – Stoos pauschal 30'000 Franken zugesprochen.

ana