ERZIEHUNG: Gemeinden wollen Beratung nicht finanzieren

Seit zwei Jahren wird das Angebot einer Erziehungsberatungsstelle im Kanton diskutiert. Doch die Finanzierung ist nach wie vor ein grosser Streitpunkt.

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Im Kanton Schwyz sind private Unternehmen aktiv, die sozialpädagogische Familienbegleitung anbieten. Sie arbeiten hauptsächlich im Auftrag der Vormundschaftsbehörden. Bis heute existiert aber ausser der Mütter- und Väterberatung für Eltern mit Kleinkindern keine eigentliche Erziehungsberatung oder -begleitung, die niederschwellig, vertraulich und kostengünstig ist, wie das Departement des Innern mitteilt. Von einer Arbeitsgruppe von Fachleuten wurde deshalb ein Gesuch eingereicht zur Schaffung einer Erziehungsberatungsstelle für Eltern, die in ernsthafte Erziehungsschwierigkeiten geraten sind.

Gegen ein Obligatorium
Bereits vor einem Jahr beantwortete der Regierungsrat zu Handen des Kantonsrates ein Postulat, das darauf abzielte, dass Eltern in der Erziehung ihrer Kinder unterstützt werden sollten und sie deshalb Erziehungskurse besuchen müssten, damit dem Fehlverhalten von Jugendlichen entgegengetreten werden könne. Der Regierungsrat sprach sich gegen ein solches Obligatorium aus, weil Erziehungsfragen Sache der Eltern sind und deren Eigenverantwortung unterliegen. Er erachtet es aber als prüfenswert, ein Angebot auf freiwilliger Basis weiter zu verfolgen.

Gemeinden sind zuständig
Erziehungsberatung ist nach der Sozialhilfegesetzgebung Sache der Gemeinden. Damit in allen Gemeinden ein solches Angebot auch zur Verfügung gestellt wird, beantragte eine ?Arbeitsgruppe Erziehungsberatung? im Herbst 2006, dass der Kanton diese Aufgabe organisieren sollte. In einer Umfrage begrüssten wohl die meisten Gemeinden ein solches Angebot, lehnten es aber ab, die Kosten dafür zu tragen, obwohl der Kanton für die ersten drei Jahre im Sinne einer Starthilfe die Kosten dafür übernommen hätte.

Lösung durch Gesetzesänderung 
Damit alle Einwohner, unabhängig ihres Wohnortes, von einem gut ausgebauten Beratungsangebot profitieren können, prüft der Regierungsrat eine Änderung des Sozialhilfegesetzes. Damit könnten Spezialdienste, die in der Zuständigkeit der Gemeinden liegen, durch den Kanton organisiert, aber gemeinsam getragen werden. Diese Änderung wird aber frühestens im Jahre 2010 spruchreif.

scd