«Es wird noch viel mehr Fälle geben»

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Kloster Einsiedeln wird als «vorbildlich» gelobt. Gleichzeitig setzt es Kritik an der Sexualmoral der Kirche ab.

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Die Klosterkirche Einsiedeln. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)

Die Klosterkirche Einsiedeln. (Bild: Remo Naegeli/Neue LZ)

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die Entschuldigung von Abt Martin Werlen werden gelobt. «Wie das Kloster Einsiedeln die Sache aufgearbeitet hat, ist sehr mutig», sagt Werner Inderbitzin, Präsident der römisch-katholischen Kantonalkirche. Der Einsiedler Bezirksammann Beat Bisig sagt: «Es ist etwas gegangen. Diese Reaktion war für Einsiedeln wichtig.»

Kritischer äussert sich Hans Halter, emeritierter Ethik-Professor der Universität Luzern. «Das Verhalten ist vorbildlich, aber es war auch höchste Zeit.» Halter ist sicher, dass noch mehr Fälle von sexuellen Übergriffen zum Vorschein kommen werden – nicht nur im Umfeld der Kirche. Halter sieht zudem die Zeit gekommen, dass die Kirche ihre «zu enge Sexualmoral» grundsätzlich überdenke. Die Angst der Kirche vor einem Imageverlust habe dazu beigetragen, dass die Missbräuche zu lange im Verborgenen blieben.

Jan Flückiger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.