FAHRPLANWECHSEL: Verkürzte Reisezeit für Zentralschweizer ins Tessin

Die wichtigste Änderung für die Zentralschweiz beim Fahrplanwechsel am (kommenden) Sonntag ist die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels. Aber auch kleinere Neubauten bei Emmen LU und Sarnen OW sorgen für Änderungen im Bahn- und Busverkehr.

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Ein Personenzug der SBB fährt durch den alten Gotthard-Eisenbahntunnel hinter dem Bahnhof Göschenen (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ein Personenzug der SBB fährt durch den alten Gotthard-Eisenbahntunnel hinter dem Bahnhof Göschenen (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember wird am Gotthard der längste Eisenbahntunnel der Welt in Betrieb genommen. Durch das Jahrhundertbauwerk verkürzt sich die Reisezeit zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin um rund 30 Minuten, nach Italien beträgt der Zeitgewinn rund 40 Minuten.

Mit der ersten Verbindung ab der Zentralschweiz erreichen Reisende Mailand in Italien künftig schon um 9.35 Uhr. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Am Vormittag bis 11 Uhr werden alle Züge durch den Basistunnel ab Zürich (mit Halten in Zug, Arth-Goldau SZ und Flüelen UR) geführt.

Die erste Abfahrt eines Direktzuges durch den Gotthard ab Luzern ist erst um 10 Uhr. Die SBB begründete dies mit dem stärkeren Passagieraufkommen ab Zürich.

Neuer Bus aus Nidwalden

Der neue Eisenbahntunnel zieht auch zusätzliche Angebote im Busverkehr nach sich. So erhält Nidwalden mit dem "Gotthard-Riviera-Expresss" Anschluss an den Basistunnel. Samstags und Sonntags wird am Morgen und am späteren Nachmittag ein Postauto zwischen Stans NW und Flüelen UR und zurück verkehren.

Das Bahnangebot über die Gotthard-Panoramastrecke bleibt für den Berufs- und Tourismusverkehr bestehen. Zwischen Erstfeld UR und Bellinzona TI verkehren stündlich Regioexpress-Züge mit Anschluss an die Fernverkehrszüge in Erstfeld und Bellinzona.

Im Kanton Obwalden nimmt die Zentralbahn bei Sarnen OW die neue Haltestelle "Sarnen Nord" in Betrieb. Zuvor war zwischen Kägiswil und der Einfahrt in den Bahnhof Sarnen eine zwei Kilometer lange Doppelspurstrecke gebaut worden. Zwischen Giswil und Sarnen besteht ein durchgehender Halbstundentakt.

Im Kanton Luzern gibt es auf der BLS-Bahnstrecke Willisau-Luzern neu halbstündlich direkte S-Bahn-Züge nach Luzern ohne Umsteigen in Wolhusen. Dank der neuen Koppelung der S7 Langenthal-Willisau-Wolhusen mit dem Regio-Express Luzern-Bern entsteht für das Hinterland eine zweite stündliche Direktverbindung nach Luzern.

Höhere Preise

Am Tag des Fahrplanwechsels wird zudem bei der Grossbaustelle am Seetalplatz der neue Busbahnhof "Emmenbrücke, Bahnhof Süd" eingeweiht. Er ist Knotenpunkt für die Trolleybuslinien nach Luzern und für weitere Buslinien in der Region. Er soll zudem das Umstiegen auf die S-Bahn erleichtert. Pro Stunde gibt es ab Emmen bis zu 6 Zug- und 16 Busverbindungen nach Luzern.

Daneben kommt es auch in den Kantonen Zug und Schwyz zu kleineren Anpassungen in den Zug- und Busfahrplänen. Unter anderem sind zusätzliche Morgen- und Abendzüge für Pendler vorgesehen sowie Anpassungen bei Abfahrtszeiten.

Aufgrund diverser Angebotserweiterungen steigen mit dem Fahrplanwechsel auch die Bahnpreise an. Die Einzelbillette der 1. und 2. Klasse sowie das Generalabonnement werden durchschnittlich 2,5 Prozent respektive 4,2 Prozent teurer. (sda)