Fall Luchs: Prozessbeginn gegen Polizisten

Rund sechseinhalb Jahre nach dem missglückten Einsatz der Sondereinheit «Luchs» in Arth müssen sich am Donnerstag zwei Luzerner Polizisten vor dem Schwyzer Strafgericht verantworten. Ihnen werden Amtsmissbrauch und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

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Das Rathaus in Schwyz: Hier wird die Verhandlung stattfinden. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Das Rathaus in Schwyz: Hier wird die Verhandlung stattfinden. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Die Zentralschweizer Sondereinheit «Luchs» hatte am 5. Juni 2005 von Zürcher Kollegen den Hinweis erhalten, dass sich in einem Nachtlokal in Küssnacht ein international gesuchter ausländischer Schwerverbrecher aufhalte. Dort kam es zu einer Verwechslung, und die maskierten «Luchse» verfolgten in zivilen Fahrzeugen zwei Unschuldige. Verängstigt flüchteten diese und entzogen sich einem ersten Polizeizugriff. Schliesslich wurden sie in Arth verhaftet und dabei verletzt.

Die Luzerner Polizei, die für den Einsatz verantwortlich war, wies nach einer internen Untersuchungen Vorwürfe, unverhältnismässig gehandelt zu haben, zurück. Die Schwyzer Staatsanwaltschaft leitete aber im Oktober 2005 eine Strafuntersuchung ein.

Staatsanwalt entmachtet

Die strafrechtliche Aufarbeitung war von Misstönen begleitet und zog sich in die Länge. Wie in anderen Schwyzer Justizfällen traten auch hier Ressentiments zwischen dem Kantonsgericht und der Staatsanwaltschaft auf. Im Sommer 2011 brach der Konflikt offen aus und mündete in der Entmachtung des Staatsanwaltes.

Für Schlagzeilen sorgte auch das Video, mit dem die Polizei den «Luchs»-Einsatz gefilmt hatte. Ein Gutachten entkräftete aber den Vorwurf, es seien absichtlich Sequenzen überspielt worden. Der Prozess gegen die beiden Luzerner Polizisten findet am Donnerstag im Kantonsratssaal des Schwyzer Rathauses statt. Wenn nötig, gibt es am Freitag einen zweiten Prozesstag.

sda/zim