FALL LUCIE: Taxifahrer hätte sich bei Polizei melden sollen

Der Taxifahrer, der den mutmasslichen Täter im Tötungsfall Lucie oft herumgefahren haben will und die Medien in den letzten Tagen detailiert darüber informierte, ist am Mittwoch von der Polizei befragt worden.

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(Symbolbild Michael Buholzer/Neue LZ)

(Symbolbild Michael Buholzer/Neue LZ)

Sollten seine Ausführungen stimmen, hätte er sich schon vor langer Zeit bei der Kantonspolizei Aargau melden müssen, sagte Polizeisprecher Rudolf Woodtli auf Anfrage: «Wir sind sehr interessiert an diesem Herrn und an dem, was er uns zu sagen hat.» Dabei wolle man prüfen, was von seinen Aussagen in den Medien stimme und was Prahlerei war. Der Taxifahrer erzählte verschiedenen Medien, er habe den 25-jährigen Schweizer zum Teil mehrmals täglich nach Zürich gefahren, wo dieser Kokain gekauft habe.

Fotoapparat ausgeliehen
Zudem habe er dem mutmasslichen Täter auf dessen Wunsch Anfang Februar eine Digitalkamera ausgeliehen. Der 25-Jährige habe ihm damals gesagte, er habe zwei Mädchen bei sich zu Hause, die Sex wollten, und er wolle ein paar Fotos schiessen. Als der Taxifahrer die Mädchen mitten in der Nacht abgeholt habe, seien diese total verängstigt gewesen. Auf dem Fotoaparat habe er später noch Bilder aus dieser Nacht gefunden. Für Woodtli ist klar, wenn diese Aussagen stimmen, hätte der Taxifahrer von sich aus sofort zur Polizei gehen müssen. Weshalb er dies nicht tat, blieb zunächst unklar.

Neben dem Taxifahrer, wollten die Beamten in den kommenden Tagen noch weitere Personen aus dem Umfeld des mutmasslichen Täters befragen. Mehr Informationen zum Fall Lucie wollten die Behörden an einer Medienkonferenz am (morgigen) Donnerstagmorgen in Aarau geben.

ap