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FAMILIENDRAMA: Jugendlicher des mehrfachen Mordes schuldig

Als 15-Jähriger hatte er seine Stiefmutter und seinen Stiefbruder mit dem Messer im Schlaf getötet. Nun standen der heute 17-Jährige und ein Mittäter vor dem Schwyzer Jugendgericht.
Die Verhandlung fand im Rathaus in Schwyz statt. (Bild pd)

Die Verhandlung fand im Rathaus in Schwyz statt. (Bild pd)

Die Strafe wurde bei einer Probezeit von zwei Jahren ausgesprochen. Zudem wurde die weitere Unterbringung in einer Massnahmenanstalt sowie eine ambulante Therapie angeordnet. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der Jugendliche habe die Tat lange Zeit geplant und auf besonders grausame Art durchgeführt, was von erheblicher Kaltblütigkeit zeuge, begründete Richter Alois Spiller. Einen zweiten Jugendlichen verurteilte das Gericht wegen Gehilfenschaft zu mehrfachem Mord sowie wegen Pornografie zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Geplant war vierfacher Mord
Der damals 15-jährige Haupttäter hatte in der Nacht auf den 12. April 2008 im Haus der Familie in Ried-Muotathal seinen Stiefbruder und seine Stiefmutter mit einem Messer getötet und seinen Vater verletzt. Das Gericht ging weiter davon aus, dass er auch die Stiefschwester ermorden wollte. Stiefbruder und Stiefmutter überraschte der 15-Jährige im Schlaf, anschliessend kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Vater, bei welcher der 41-jährige durch das Messer verletzt wurde.

Der nun als Mörder verurteilte Jugendliche ist bereits seit der Tat für unbestimmte Zeit stationär in einer bernischen Massnahmenanstalt untergebracht, wie Staatsanwalt Benno Annen auf Anfrage sagte. Da er zur Tatzeit nicht 16 Jahre alt war, war die maximal mögliche Strafe zwölf Monate Freiheitsentzug. Das Gericht ging aber von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, wie dies ein psychiatrisches Gutachten festgestellt hatte. Zudem berücksichtigte es die schwierige Lage des 15-jährigen in der Familie und das Fehlen von Vorstrafen. Eine Freiheitsstrafe von neun Monaten sei deshalb angemessen, hiess es.

Gehilfen- statt Mittäterschaft
Im Falle des Kollegen des Haupttäters lag die verhängte Strafe unter dem Antrag des Staatsanwalts. Anders als von dieser gefordert, wurde der Jugendliche nicht der Mittäterschaft, sondern nur der Gehilfenschaft für schuldig befunden. Er erhielt deshalb statt 30 Monate nur sechs Monate Freiheitsstrafe bedingt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass dieser Jugendliche die Tat billigend in Kauf nahm. Er habe dem 15-Jährigen davor mit Ratschlägen geholfen und ihm Hilfe für die Flucht angeboten. Doch die Idee zu den Morden sei nicht von ihm gekommen. Laut der Anklage war der Kollege der Anführer einer Bande, der auch der 15-Jährige angehörte.

Staatsanwalt Annen zeigte sich zwar zufrieden mit dem Urteil im Fall des Haupttäters, nicht aber mit jenem für den zweiten Jugendlichen. Sobald die ausführliche Urteilsbegründung vorliege, wolle er prüfen, ob er Rekurs einlege, sagte Annen. Ein dritter Jugendlicher, gegen den die Polizei ermittelt hatte, wurde laut Annen schon zu einem früheren Zeitpunkt per Strafverfügung wegen Gehilfenschaft verurteilt.

ap

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