Fasnächtler trotzen der Kälte

Kälte und Schnee können den Fans der fünften Jahreszeit nichts anhaben. Die Gründe sind mannigfaltig.

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Blätz und Hudi geniessen in Schwyz trotz Kälte den ersten Fasnachtstag. (Bild: Charly Keiser/Neue SZ)

Blätz und Hudi geniessen in Schwyz trotz Kälte den ersten Fasnachtstag. (Bild: Charly Keiser/Neue SZ)

Ganz im Gegensatz zum Karneval in Rio – wo möglichst viel Haut gezeigt wird – verstecken sich die Fasnächtler in unseren Breitengraden unter ihren Gewändern. Und das ist oftmals bitter nötig. So auch gestern, als ihnen bei null Grad und Schneetreiben ein flotter Wind entgegenwehte.

«Fleissig bewegen, das ist das Wichtigste», nennt Blätz Thomas Siegenthaler das Rezept, damit er trotz der Kälte nicht friere – und stülpt sich seine Maske über. Genau gleich siehts ein Hudi, das die Frage, ob es friere, mit einem empörten «Nein» beantwortet. «Und zwar, weil wir uns Maschgraden beim Nüsseln tüchtig bewegen.»

Warm – aber nicht zu warm

Meist kämen die Leute mit Funktionsunterwäsche, erklärt Antonia Imhof von der Maskengarderobe Schwyzer Nüssler, die gestern einige Fasnächtler einkleidete. «Die wissen schon, wie sie sich unter den Gewändern anziehen müssen. Zu viel sei im Übrigen gar nicht gut, sagt Imhof, die ebenfalls oft verkleidet an der Fasnacht unterwegs ist. «Dänn ä Maschgerad schwitzt cheibe gli.» Nackt unter dem Gewand sei aber sicher auch nicht gut, witzelt sie und ergänzt: «Schweisssaugende oder atmungsaktive Kleider sind sicher gut als Unterwäsche.»

Die wunderschön geschminkten kleinen Fasnächtler haben es diesem Hudi angetan. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
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Vorsicht vor diesem Tüüfeli. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Zwei Domino. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Ein Bauer animiert die Kinder zum lauten Güssä. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Ein Hudi beim Orangen "tanken". Sie hilft ihm nicht etwa beim Ankleiden. Der Maschgrad hat hier seine Organgen-Bons aufbewahrt. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Gruppenbild beim Oragnen fassen. dafür sind die Maschgraden immer zu haben. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Dieses Baijasse-Mäitli lächelt den ganzen Tag die Besucherinnen und Besucher ganz freundlich an. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Das Tüfeli hat wieder ein paar Jungs in die Zange genommen. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Du auch eine feine Orange. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Kleines Schwyzer Hudi an der Schwyzer Fasnacht. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Blick von oben auf das Orangen verteilende Bajazzomädchen. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Tambouren, vorwärts, Marsch. In der Mitte Maschgradenvater René Schlegel. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Huckepack an die Fasnacht. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Hudi lässt es Zätli regnen. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Basist der Mythen Chroser auf dem Hauptplatz. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)
Bild: Charly Keiser/Neue SZ
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Die wunderschön geschminkten kleinen Fasnächtler haben es diesem Hudi angetan. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)

Antonia Imhof spricht aus Erfahrung. Denn sie geniesse gerne verkleidet den schmutzigen Donnerstag und den Güdelmontag, wie sie erklärt. «Sei es als Blätz, Zigeuner, Hudi, Bajazzomäitli oder Bajazzobueb. Und natürlich nicht alle Jahre gleich, sonst erkennen einen die Leute ja.» Imhofs Favoriten sind das Bajazzomäitli und das Hudi, wie sie gesteht. Sie wechsle aber das Tenü nach Lust und Laune. Schwarze Schuhe seien hingegen Pflicht, ergänzt Imhof. «Schön wärs, wenn sie vorne spitzig sind.»

Gehen Fasnächtler bei Kälte einfach früher in die Beiz? «Nein, keineswegs», sagt Imhof. Denn wenn man auf der Strasse Leute kenne, halte man mit ihnen ein Schwätzchen. Die Kälte sei ganz sicher nicht massgebend, ob eher früher oder später eine Beiz angesteuert werde. «Ä Maschgerad schwitzt au bi 10 Grad minus no. Vor der Kälte muss man sicher keine Angst haben.»

Charly Keiser