FEIERTAGE: Schwyzer Regierung will nicht an Feiertagesregeln rütteln

Den Josefstag im Kanton Schwyz als öffentlichen Feiertag aufweichen und eine strengere Öffnungszeitenregelung für den 24. Dezember: Dies wollten zwei Motionen von Schwyzer Parlamentariern. Die Regierung empfiehlt beide zur Ablehnung.

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Die Luzerner FDP heisst die Initiative der Jungfreisinnigen für freie Öffnungszeiten gut. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Die Luzerner FDP heisst die Initiative der Jungfreisinnigen für freie Öffnungszeiten gut. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Der Status des Josefstags im Kanton Schwyz ist FDP-Kantonsrat Christian Bähler ein Dorn im Auge: Der 19. März ist ein dem Sonntag gleichgestellter Feiertag. Somit fallen für Arbeitgeber an jenem Tag Sonntagszuschläge an. In einer Motion wollte Bähler den Josefstag in einen gesetzlich anerkannten öffentlichen Ruhetag umklassifizieren und dafür den Ostermontag neu zu einem dem Sonntag gleichgestellten Feiertag heraufstufen.

Diesem Ansinnen erteilt die Schwyzer Regierung eine Absage, wie sie am Donnerstag in einem Bericht ans Parlament darlegt. Zahlreiche Arbeitnehmende, die zu einem Grossteil im tiefer entlöhnten Detailhandel tätig sind, würden durch die neue Regelung finanziell schlechter gestellt, da der Lohnzuschlag von mindestens 50 Prozent am Josefstag für sie entfallen würde.

Die neue Regelung am Ostermontag entspreche keiner echten Kompensation, da die meisten Unternehmen an diesem Tag üblicherweise geschlossen haben. Der Regierungsrat beantragt, die Motion für nicht erheblich zu erklären.

Gleiches gilt für die Motion mit dem Titel «Stille Nacht - Heilige Nacht?»: Sie bezweckte, das Ruhetagsgesetz so anzupassen, dass künftig am 24. Dezember, wenn er auf einen Sonntag fällt, das Offenhalten von Verkaufsgeschäften nicht mehr bewilligt werden darf und das die Ladenöffnungszeiten am 24. Dezember, wenn dieser auf einen Werktag fällt, nur bis 16.00 Uhr dauern.

Die von den Motionären gewünschte Regelung entspreche weder dem Grundgedanken des Ruhetagsgesetzes noch den volkswirtschaftlichen Interessen des Kantons Schwyz, schreibt die Regierung. Solche Einschränkungen würden die einheimische Wirtschaft schädigen, die Konsumenten würden auf die Nachbarskantone oder das Internet ausweichen. (sda)