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FIFTY SHADES: Film spaltet die Generationen

Der Streifen «Fifty Shades Of Grey» bricht bereits im Vorverkauf Rekorde. Doch während der Sadomaso-Szenen ist nicht allen wohl.
Simon Bordier
«Im Buch steckt mehr Erotik als im Film.» Irene Othman (43), Sarnen. (Bild: pd)

«Im Buch steckt mehr Erotik als im Film.» Irene Othman (43), Sarnen. (Bild: pd)

Seit Donnerstag können sich Kinobesucher über «Fifty Shades Of Grey» streiten, nachdem bereits im Vorfeld eine Medienschlacht um die Sadomaso-Szenen des Films stattgefunden hat. Allein im Kino Maxx in Emmenbrücke kamen am Eröffnungstag tausend Besucher zu den vier Filmvorführungen, wie Philippe Täschler, CEO der Kinobetreiberin Kitag, auf Anfrage erklärt. «Im Vorverkauf wurden für die erste Spielwoche schweizweit rund 14'000 Tickets verkauft, was einen absoluten Rekord darstellt.» Die Kitag ist mit 84 Sälen die grösste Kinobetreiberin in der Deutschschweiz. In der Region Luzern betreibt sie die Kinos Capitol und Moderne in Luzern, sowie Maxx in Emmenbrücke.

Keine falsche Scham bei Zuschauern

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller der britischen Autorin E. L. James. Wie der Soziologe Sven Lewandowski fasziniert beobachtet, wird die erotische Romantrilogie von einem Millionenpublikum gelesen, und zwar nicht im Versteckten, sondern in aller Öffentlichkeit (Ausgabe vom Mittwoch). Von falscher Scham ist auch beim Kinopublikum am Donnerstag in Emmenbrücke nichts zu spüren: Nach der Vorführung erklären sich fünf zufällig angesprochene Kinogänger spontan bereit, über «Fifty Shades» zu diskutieren.

Gefühlswelt interessiert

«Im Film spielt der Sadomasochismus eine grössere Rolle als im Buch», findet Irene Othman (43) aus Sarnen. Die Sexszenen mit Peitschen, Fesseln und sonstigem Liebesspielzeug habe sie im Original gar nicht so stark wahrgenommen. «Mich interessiert vielmehr die Gefühlswelt der Protagonistin Anastasia, die eine ähnliche Entwicklung durchmacht wie die Märchenfigur Cinderella.»

«Im Buch steckt mehr Erotik als im Film.» Irene Othman (43), Sarnen. (Bild: pd)

«Im Buch steckt mehr Erotik als im Film.» Irene Othman (43), Sarnen. (Bild: pd)

Wie Irene Othman kennt auch René Imbach (48) aus Malters «Fifty Shades» als Hörbuch. Er stellt im Film eine neue Perspektive fest: «Im Original fühlt man mit Anastasia mit, wie sie zwischen ‹Engelchen› und ‹Teufelchen› hin- und hergerissen ist, während der Film ihre Entwicklung aus grösserer Distanz erzählt.» Auch er findet: «Die Sadomaso-Szenen sind gar nicht so wichtig.»

René Imbach und Irene Othman sind sich darin einig, dass der Film das Buch mit seinen Mitteln gut umsetze. Dem pflichten die jüngeren Diskussionsteilnehmer grundsätzlich bei. Aber die Sadomaso-Szenen beurteilen sie anders. Imbachs Arbeitskollege Alexander Dissler (25) aus Wolhusen meint, er habe während des Films teilweise «ein komisches, ungutes Gefühl» gehabt. Auch Anja Infanger und Daniel Willimann (beide 18), ein junges Paar aus dem Raum Sursee, war teils mulmig zu Mute: «Die sadomasochistische Vorstellungswelt des Verführers Christian Grey ist einfach krank.»

«Die Sadomaso-Szenen sind gar nicht so wichtig.» René Imbach (48), Malters. (Bild: pd)

«Die Sadomaso-Szenen sind gar nicht so wichtig.» René Imbach (48), Malters. (Bild: pd)

Mutter und Tochter uneins

Unterschiede in der Beurteilung des Films sind somit weniger zwischen den Geschlechtern als zwischen den Generationen auszumachen: Für die Älteren sind die Peitschenhiebe eher nebensächlich, während für Jüngere eine Schamgrenze verletzt wird. Dies wird auch in der Lektüreerfahrung von Anja Infanger deutlich: «Meine Mutter hat die Romantrilogie in einem Zug durchgelesen. Als sie mir davon erzählte, wurde ich neugierig. Doch nach wenigen Kapiteln habe ich das Buch beiseite gelegt, die Sexszenen werden für meinen Geschmack zu detailliert beschrieben.»

«Der Sadomasochismus des Verführers ist krank.» Anja Infanger (18), Dagmersellen. (Bild: pd)

«Der Sadomasochismus des Verführers ist krank.» Anja Infanger (18), Dagmersellen. (Bild: pd)


Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben. Es gibt viel Haut und ein reiches Sortiment an Sexspielzeug zu sehen, doch keine pornografischen Szenen. René Imbach meint: «Der Film ist mehr ein ästhetisches als ein erotisches Erlebnis.» Irene Othman ergänzt: «Im Buch steckt mehr Erotik als im Film.» Der Film sei dennoch sehenswert, weil er unverklemmt Spass und Ernst der weiblichen Sexualität zeige.

Hinweis

«Fifty Shades Of Grey» läuft mehrmals täglich im Kino Maxx in Emmenbrücke und in den Kinos Capitol und Moderne in Luzern.

1000 Besucher im Maxx-Kino allein am ersten Tag von «50 Shades of Grey». (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

1000 Besucher im Maxx-Kino allein am ersten Tag von «50 Shades of Grey». (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

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