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«First Responder»: Erfolgreiches Luzerner Erste-Hilfe-System ab 2020 auch in Nidwalden und Uri

Das vom Luzerner Kantonsspital eingeführte System wird nun auf die Kantone Nidwalden und Uri zu «First Responder Zentralschweiz» ausgeweitet.

(ems) Im Kanton Luzern sind sie bereits erfolgreich im Einsatz: «First Responder», freiwillige Helferinnen und Helfer, die bei Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand die ersten medizinischen Massnahmen durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die medizinisch ausgebildeten Laienhelfer werden von der Sanitätsnotrufzentrale 144 Zentralschweiz aufgeboten und helfen mit ihrem Einsatz, Leben zu retten, denn im Notfall zählt jede Minute.

Ein Defibrillator im LUKS. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 10. Januar 2018)

Ein Defibrillator im LUKS. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 10. Januar 2018)

Im Kanton Luzern wurde das «First Responder»-System vom Luzerner Kantonsspital (LUKS) mit massgeblicher ideeller und finanzieller Unterstützung des kantonalen Gesundheits- und Sozialdepartments aufgebaut, schreibt das LUKS in einer Mitteilung. Seit Juli sind die freiwilligen Ersthelfer in Luzern im Einsatz, ab Januar 2020 schliessen sich die Kantone Nidwalden und Uri diesem System an.

Wertvoller Teil der Rettungskette

Die Alarmierung der «First Responder» erfolgt über eine speziell entwickelte App, die in der Schweiz bereits in anderen Kantonen erfolgreich im Einsatz ist. Verfügbare «First Responder» melden sich im System an und willigen bei einem Einsatz zur Ortung ihres Standorts ein. Darauf gestützt wählt die Alarmierungsplattform jene «First Responder» aus, die sich in der Nähe der Notfallsituation aufhalten. Diese erhalten den Einsatzauftrag mit den erforderlichen Daten und begeben sich zum Einsatzort, wo sie die erste medizinische Versorgung leisten.

So werden Sie «First Responder»

Es werden Freiwillige gesucht, die sich als «First Responder» zur Verfügung stellen.

- Der/die Interessierte verfügt über eine zertifizierte Ersthelfer-Ausbildung bei Herz-Kreislauf-Stillstand: gültiges BLS-AED-SRC Zertifikat; Wiederbelebung (BLS) inkl. Automatischer Externer Defibrillation (AED)

- Er/Sie hat die zweistündige Informationsveranstaltung «First Responder» besucht

- Vollendetes 18. Lebensjahr

- Verfügbarkeit eines Smartphones

- Er/Sie stellt sich für Notfalleinsätze zur Verfügung

Nächste Informationsveranstaltungen

Die nächsten Informationsveranstaltungen mit freien Plätzen finden statt:

- Kanton Uri: Mittwoch, 27. November, 19.00 Uhr, in Altdorf

- Kanton Luzern: Donnerstag, 5. Dezember, 19.00 Uhr, in Wolhusen und am Donnerstag, 12. Dezember, 19.00 Uhr, in Sursee

- Kanton Nidwalden: Donnerstag, 12. Dezember, 19.00 Uhr, in Stans

Mehr unter: firstresponderzentralschweiz.ch/bildung/kurse-anmeldungen

Somit bilden die Ersthelfer ein neues Glied in der Rettungskette und leisten einen wichtigen Beitrag für das Überleben der Patientinnen und Patienten, denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss es schnell gehen: Mit jeder zusätzlichen Minute, in der eine betroffene Person unversorgt bleibt, sinkt die Chance für eine erfolgreiche Wiederbelebung um rund 10 Prozent, so das LUKS. Von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts vergehen durchschnittlich 10 bis 12 Minuten. Mit einem gut funktionierenden «First Responder»-System kann die Überlebenschance bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von weniger als 10 auf rund 50 Prozent erhöht werden.

Freiwillige als «First Responder» gesucht

Laut dem Luzerner Kantonsspital kommen die bisher über 500 «First Responder» im Kanton Luzern aus allen beruflichen Branchen und verteilen sich über den ganzen Kanton. Einer von ihnen ist Erhard Widmer aus Hochdorf, der schon zuvor als Betriebssanitäter in Zug tätig war. «Ich musste zweimal erleben, dass jemand am Arbeitsplatz einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt und gestorben ist. Deshalb habe ich mich entschieden, einen Einführungskurs zu machen, um im Notfall Leben retten zu können.»

Um genügend Helferinnen und Helfer zu rekrutieren, werden in den beteiligten Kantonen laufend Informationsveranstaltungen durchgeführt. Ein «First Responder» muss für Notfalleinsätze bereit sein, das 18. Lebensjahr vollendet haben, ein Smartphone besitzen und eine zweistündige Informationsveranstaltung besuchen. Als fachliche Qualifikation ist eine zertifizierte Ersthelfer-Ausbildung bei Herz-Kreislauf-Stillstand erforderlich.

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