Föhnsturm fegte über Zentralschweiz

Der Föhnsturm der vergangenen 24 Stunden führte in der Zentralschweiz zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehren und Polizei. In Altdorf wurde das Festzelt des kantonalen Schwingfestes vom Sturm weggefegt und total zerstört.

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Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres. (Bild: Keystone)

Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres. (Bild: Keystone)

In der Zeit von Samstag- bis Sonntagmorgen gingen bei der Kantonspolizei Schwyzüber zwei Dutzend Meldungen aus dem inneren Kantonsteil ein. Personen kamen keine zu Schaden. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, umgewehte Bauabschrankungen, Blachen, Steine und in einem Fall ein Trampolin, welche den Verkehr gefährdeten. Wegen umgestürzten Bäumen musste die Feuerwehr Steinerberg am frühen Sonntagmorgen aufgeboten werden. Die Strasse zwischen Goldau und Steinerberg bleibt bis voraussichtlich Sonntagmittag, 29. April 2012, gesperrt.

Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
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Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. April 2012 brach auch über das Sarneraatal ein lange andauernder und orkanartiger Föhnsturm herein. Das grosse Baugerüst des Provisoriums der Obwaldner Kantonalbank hinter dem Schulhausareal in Sarnen fiel dem Sturm zu Opfer, stürzte ein und wurde zerstört. "Trümmerhaufen oder moderne Kunst" ist hier die Frage. (29.4.2012 - cam) (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)
Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. April 2012 brach auch über das Sarneraatal ein lange andauernder und orkanartiger Föhnsturm herein. Das grosse Baugerüst des Provisoriums der Obwaldner Kantonalbank hinter dem Schulhausareal in Sarnen fiel dem Sturm zu Opfer, stürzte ein und wurde zerstört. "Trümmerhaufen oder moderne Kunst" mögen sich die beiden zufällig vorbeiziehenden jungen Damen fragen. (29.4.2012 - cam) (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)
Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)
Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. April 2012 brach auch über das Sarneraatal ein lange andauernder und orkanartiger Föhnsturm herein. Zerstört wurde dabei ein komplettes Gerüst an der Nordseite eines Industrie- und Gewerbe-Neubaus an der Kägiswilerstrasse in Sarnen. (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)
Der Föhnsturm zerstörte das Gerüst der OKB-Baustelle in Sarnen. (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)
Am Sonntagmorgen musste ein Baum, welcher auf den Lorzenweg in Zug stürzte, zersägt werden. (Bild: Stadt Zug)
Vor Steinerberg entwurzelte der Föhnsturm mehrere Bäume. Die Strasse war für mehrere Stunden gesperrt. Forstarbeiter räumen die Bäume weg. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)
Mit dem Ölwehrboot wurde eine Ölsperre auf dem Zugersee errichtet. (Bild: Stadt Zug)
Zur Bergung eines Bootes auf dem Zugersee mussten ein Pneukran, sowie zwei Polizeitaucher aufgeboten werden. (Bild: Stadt Zug)
Zur Bergung eines Bootes auf dem Zugersee mussten ein Pneukran, sowie zwei Polizeitaucher aufgeboten werden. (Bild: Stadt Zug)
Ein Segelboot, das sich von einer Boje losgerissen hatte, musste auf dem Zugersee wieder zu seinem Standplatz geschleppt und festgemacht werden. (Bild: Stadt Zug)
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker (Neue Obwaldner Zeitung))
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker (Neue Obwaldner Zeitung))
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker)
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker)
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker)
Der Föhnsturm vom 28./29. April 2012 hat an Booten und Einrichtungen des Fischerparadieses Lungern teilweise grosse Schäden angerichtet. (Bild: PD/Daniel Walker)
Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. April 2012 brach auch über das Sarneraatal ein lange andauernder und orkanartiger Föhnsturm herein. Der Gewalt des Sturms fiel oberhalb von Sarnen bei der Landenbergstrasse auch ein gewaltiger Baum zum Opfer. Er stürzte auf die Strasse, zerstörte aber glücklicherweise die kleine Garage nicht. (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)
Der Föhnsturm hat letzte Nacht im Obernauer Schachenwald (Kriens) grosse Schäden angerichtet. (Bild: Leserin Trudi Haas)
Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. April 2012 brach auch über das Sarneraatal ein lange andauernder und orkanartiger Föhnsturm herein. Das grosse Baugerüst des Provisoriums der Obwaldner Kantonalbank hinter dem Schulhausareal in Sarnen fiel dem Sturm zu Opfer, stürzte ein und wurde zerstört. "Trümmerhaufen oder moderne Kunst" mögen sich die beiden zufällig vorbeiziehenden jungen Damen fragen. (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)
Der Föhnsturm hat letzte Nacht im Obernauer Schachenwald sehr grossen Schaden angerichtet. Zufahrts- und Wanderwege sind wegen umgestürzter Bäume keine mehr begehbar. (Bild: PD/Trudi Haas)
Der Urnersee bei Brunnen wird am Sonntag, 29. April 2012, durch heftige Winde aufgewühlt. Der Fön sorgte in der Nacht auf Sonntag fuer heftige Winde: An etlichen Stationen wurden schwere Orkanbön gemessen. (Bild: Keystone)
Der Urnersee bei Brunnen wird am Sonntag, 29. April 2012, durch heftige Winde aufgewühlt. Der Fön sorgte in der Nacht auf Sonntag fuer heftige Winde: An etlichen Stationen wurden schwere Orkanbön gemessen. (Bild: Keystone)
18-jährige Tannen ergeben sich in Kägiswil der Naturgewalt! Durch die heftigen Winde in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag einfach entwurzelt. Welch eine Kraft! (Bild: Leserin Beatrice Gafner)
Forstwartlehrling Xaver Lustenberger rettet nach dem gewaltigen Föhnsturm im Schachenwald, Obernau, ein Vogelnest mit jungen Meiseli. Hier ist auch deutlich ersichtlich wie die Bäume vom starken Föhn entwurzelt wurden. (Bild: Leserin Trudi Haas)

Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres (Bild: Keystone)

Der starke Föhn wurde auch einem deutschen Ehepaar zum Verhängnis, welches am Samstagabend auf der Autobahn zwischen Goldau und Seewen Richtung Süden unterwegs war. Nach 19.30 Uhr fegte eine starke Windböe das Dach ihres Wohnanhängers während der Fahrt weg. Auf der Überholspur blieben die Einzelteile liegen. Für die Beseitigung der Dachreste wurde der Unterhaltsdienst aufgeboten.

Am frühen Sonntagmorgen musste die Feuerwehr Ingenbohl-Brunnen nach Wilen ausrücken, weil der starke Föhnsturm Teile eines Holzschopfes auf die Strasse fegte. Die Einsatzkräfte räumten die Überreste des vom Sturm zerlegten Schopfes vor der Fahrbahn.

Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres. (Bild: Keystone)

Der Föhnsturm zerstörte in der Nacht auf Sonntag das Festzelt des 91. Urner Kantonalen Schwingfests in Altdorf. Ein Baum stoppte die Konstruktion zwischen zwei Gebäuden und verhinderte Schlimmeres. (Bild: Keystone)

Auch im Kanton Uri tobte ein starker Föhnsturm: In den Gemeinden Altdorf, Attinghausen, Bürglen und Flüelen mussten die Feuerwehren wegen umgestürtzter Bäume und beschädigter Hausdächer aufgeboten werden. Die grössten Schäden sind in der Gemeinde Altdorf zu verzeichnen. Dort wurde unter anderem auf dem Gelände für das Festzelt des kantonalen Schwingfestes vom Sturm weggefegt und total zerstört . Es befanden sich keine Personen im Festzelt und in umittelbarer Umgebung und es wurde niemand verletzt. Der Festanlass von heute Sonntag kann trotzdem in reduziertem Rahmen durchgeführt werden. Oberhalb Flüelen kam es, weil vermutlich ein Baum eine Stromleitung touchierte hatte zu einem kleinen Waldbrand. Anwohner und die ausgerückte Feuerwehr konnten den Brand rasch löschen. Über das Ausmass der Gesamtschäden können im Moment noch keine Aussagen gemacht werden.

Stromausfälle in Uri

Der Föhnsturm beschädigte im Kanton Uriübers Wochenende zudem diverse Freileitungen und sorgte dafür, dass in einigen Gemeinden der Strom ausfiel.Sowohl das Niederspannungsnetz (380 Volt), wie auch das Mittelspannungsnetz (15‘000 Volt) erlitten Schaden. Betroffen von Stromausfällen waren neben einzelnen Liegenschaften auch ganze Talschaften und Dörfer. So war von 6.30 bis 8 Uhr das ganze Schächental inklusive dem Urnerboden ohne Strom und von 7 bis 9.30 Uhr traf es die Gemeinde Gurtnellen im Urner Oberland. Vom Sturm am meisten beeinträchtigt wurde das umfassende Niederspannungsnetz, das zahlreiche Liegenschaften im Kanton Uri mit Strom versorgt. Insbesondere in den Gebieten Bristen und Haldi häuften sich die Schäden an den 380-Volt-Leitungen.

Zurzeit sind immer noch rund 20 Personen der Elektrizitätswerk Altdorf AG im Einsatz, um die Störungen am Versorgungsnetz zu beheben. Da es im Kanton Uri nach wie vor heftig stürmt, gehen laufend neue Störungsmeldungen beim EWA ein. Deshalb kann zurzeit noch nicht abgeschätzt werden, wie lange das Stromnetz beeinträchtigt bleibt. Die Elektrizitätswerk Altdorf AG bedauert die eingetretenen Beeinträchtigungen ausserordentlich und dankt den betroffenen Kunden für Ihr Verständnis.

Drei Einsätze in Zug

Zur Bergung eines Bootes auf dem Zugersee mussten ein Pneukran, sowie zwei Polizeitaucher aufgeboten werden. (Bild: Stadt Zug)

Zur Bergung eines Bootes auf dem Zugersee mussten ein Pneukran, sowie zwei Polizeitaucher aufgeboten werden. (Bild: Stadt Zug)

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zugwurde amSonntag zu drei Einsätzen wegen dem starken Föhnsturm aufgeboten. Am Sonntagmorgen um 07.30h musste ein Baum, welcher auf den Lorzenweg stürzte, zersägt werden. Um 07.55 wurde die Seerettung der FFZ aufgeboten, weil sich in Cham auf dem Zugersee ein Segelboot von einer Boje losgerissen hatte. Es wurde zu seinem Standplatz geschleppt und wieder festgemacht.

Um 13:00 wurde die FFZ erneut aufgeboten, weil beim Schiffssteg des Restaurants Rigiblick in Oberwil ein Boot versunken war. Mit dem Ölwehrboot wurde eine Ölsperre errichtet. Zur Bergung des Bootes mussten ein Pneukran, sowie zwei Polizeitaucher aufgeboten werden. Damit das Boot zum bereitgestellten Anhänger transportiert werden konnte, musste das restliche Wasser im Boot durch die FFZ abgepumpt werden. Während der Bootsbergung war die Artherstrasse nur einspurig befahrbar.

Der Verkehrssicherheitsdienst Matterhorn Gotthard Bahnmeldet ebenfalls eine Störung auf ihrem Verkehrsnetz infolge des Föhnsturms: die Strecke Disentis – Tschamut-Selva bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Es verkehren Ersatzbusse zwischen Disentis und Tschamut-Selva. Der Glacier Express befördert Reisende zwischen Zermatt – Andermatt - Zermatt. Alle übrigen Reisende werden über Visp – Bern – Zürich – Chur bzw. umgekehrt umgeleitet. Der Autoverlad Oberalp ist eingestellt. Die übrigen Strecken sind für den Zugverkehr offen und die Züge verkehren nach Fahrplan.

pd/cin