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FORSCHUNG: Roboter entdeckt die Königin der Berge

Auf der Rigi hat die Hochschule Luzern gestern die künstliche Intelligenz von zwei kleinen«Mensch-Maschinen» getestet. Diese zeigen das Potenzial und die noch bestehenden Limiten der Technologie auf.
Der Roboter "Pepper" der Hochschule Luzern wird bei der Bergstation Rigi Kaltbad getestet. Sein gleichnamiger Bruder und er sollen den Rigi-Touristen Auskunft geben. (Bild: Pius Amrein, Rigi-Kaltbad , 16.12.2017)

Der Roboter "Pepper" der Hochschule Luzern wird bei der Bergstation Rigi Kaltbad getestet. Sein gleichnamiger Bruder und er sollen den Rigi-Touristen Auskunft geben. (Bild: Pius Amrein, Rigi-Kaltbad , 16.12.2017)

1450 Meter Höhe, ein dicker Schneeteppich und minus 4 Grad Kälte – definitiv kein Roboter-Wetter. Dennoch fanden gestern zwei davon den Weg zur Bahnstation Rigi Kaltbad. Vor Ort bemühten sich die beiden sichtlich, mit den Touristen ins Gespräch zu kommen.

Aber von vorne: Bei den beiden 1,20 Meter kleinen, weissen Kreaturen, die der Rigi gestern einen Besuch abstatteten, handelt es sich um zwei sogenannte humanoide (also menschenähnliche) Roboter. Diese befinden sich seit kurzem im Besitz der Informatikabteilung der Hochschule Luzern (HSLU). Beide tragen den Namen Pepper. Sie sind darauf programmiert, Mimik und Gestik von Menschen zu analysieren, ihnen zuzuhören und auf Deutsch und Englisch mit ihnen zu kommunizieren. Auf Rigi Kaltbad fand diesbezüglich gestern der erste Härtetest statt.

Zwei HSLU-Studenten, in Begleitung der Dozentin Jana Koehler, gingen dort der Frage nach, ob die beiden als Auskunftsroboter für Touristen bestehen könnten. Auf Englisch und Deutsch sollten sie Fragen zum Berg und zum Fahrplan beantworten können oder Restauranttipps fürs anstehende Zmittag liefern. «Die Rigi ist dafür ideal, weil man hier mit so vielen unterschiedlichen Menschen und Sprachen konfrontiert ist», erklärt Professorin Koehler, deren Blick stets über die humanoiden Zwillinge wacht.

Emotionale Reaktionen auf Maschine

Die Interaktionen zwischen den Robotern und den Touristen zeigten das Potenzial der Technik. Aber auch den weiten Weg, den diese noch vor sich hat, um effektiv zu sein. Grundsätzlich: Der kleine Roboter mit den riesigen Kulleraugen macht neugierig. Die Hemmschwelle, mit dem etwas hüftsteifen, dafür gestenreichen Roboter ins Gespräch zu kommen, ist erstaunlich tief. Spätestens wenn Peppers Blick dem Gesicht einer Person folgt und fragt «Kann ich Ihnen helfen?», haben die meisten eine emotionale Reaktion – oft ein überraschtes Lächeln – auf die Maschine.

Die Gespräche selbst laufen bisweilen noch etwas harzig. Auf die Frage «Wann fährt die nächste Luftseilbahn?» folgt zunächst betretenes Schweigen. Als der Gast die Hoffnung bereits aufgegeben hat, eine Antwort zu erhalten, sprudeln alle möglichen Informationen zur Luftseilbahn plötzlich aus der kleinen Pepper heraus. Auch wird klar, dass den Robotern unsere Höflichkeitsformen noch etwas fremd sind: Auf ein «Dankeschön» der Touristin antwortet Peppers jugendliche Roboterstimme: «Können Sie die Frage bitte wiederholen?» Auch die Tatsache, dass einer der beiden Roboter den Postkartenständer bisweilen für eine Person hält und mit ihm ins Gespräch kommen will, zeigt, dass die künstliche Intelligenz noch in den Kinderschuhen steckt.

Die Fähigkeiten der Roboter werden geschärft

Dennoch, die beiden Peppers (jeder von ihnen ist über 20 000 Franken teuer) schlugen sich als Auskunftsroboter schon recht anständig – auch wenn die Kälte und der unebene Boden den rollenden Humanoiden zu schaffen machte. Nun sollen die Daten des Rigi-Besuchs in der HSLU ausgewertet werden, um die Fähigkeiten der beiden weiter zu schärfen. www.

Ismail Osman

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