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FORSCHUNG: Schwyzer tüfteln an selbstfahrendem Auto

Zwei Schwyzer beteiligen sich an der Entwicklung eines fahrerlosen Autos, das nur mit Hilfe einer Kamera fährt. Diese Technik ist in der Branche neu.
Nadia von Euw
Der Schwyzer Robin Deuber mit dem selbstfahrenden Auto, das von einer Gruppe von ETH-Studenten entwickelt wird. (Bild: PD)

Der Schwyzer Robin Deuber mit dem selbstfahrenden Auto, das von einer Gruppe von ETH-Studenten entwickelt wird. (Bild: PD)

Die Autohersteller tüfteln schon seit Jahren an autonomen Fahrzeugen herum. In Zug läuft bereits eine Pilotphase mit einem selbstfahrenden Shuttlebus. Eine Gruppe von zehn ETH-Studenten entwickelte nun in weniger als einem Jahr einen neuartigen Ansatz. «Unser Auto fährt rein kamerabasiert, was uns von den grossen Autoherstellern unterscheidet», erklärt Robin Deuber aus Schwyz. Im Team ist mit Philipp Föhn aus Ibach ein zweiter Student aus dem Kanton Schwyz.

«Das autonome Fahrzeug ist definitiv die Zukunft der Mobilität», begründet Deuber seinen Entscheid, sich für das Projekt zu bewerben. Vereinfacht funktioniert das so: Eine Person fährt mit dem Fahrzeug die Strecke ab. Dabei filmt die Kamera alle Fixpunkte und baut sich eine Karte auf. Auf der zweiten Fahrt erkennt das System die Fixpunkte und weiss dadurch, wo es sich befindet und wie es fahren muss.

Bei der Navigation anhand einer statischen Karte stellt sich die Frage, wie das Auto beispielsweise ein Kind erkennt, das unerwartet auf die Strasse springt. Die Studenten haben auch solche Situationen berücksichtigt. Ein auf dem Überrollbügel montierter Laser erfasst die Gefahren. Das Fahrzeug braucht bis zur Auslösung der Bremsen weniger als 20 Millisekunden (15-mal schneller als ein Mensch). Deuber sieht in einem selbstfahrenden Auto mehr Vorteile, als beim Fahren die Füsse hochzulagern und Zeitung zu lesen: «Es können CO2-Emissionen, Staus sowie Unfälle reduziert werden.»

Auto fährt höchstens 40 Stundenkilometer

Die Kapazität für die Karten auf dem mitgeführten Arbeitsspeicher stösst schnell an Grenzen, weshalb die Strecken noch nicht beliebig lang sein können. «Diese Karten könnten theoretisch unter verschiedenen Fahrzeugen ausgetauscht oder auf einem zentralen Server gespeichert werden», sagt Deuber. Ein weiterer Punkt zur Optimierung ist die Geschwindigkeit. Bis anhin fährt das Auto maximal 40 Stundenkilometer. «Unser Fahrzeug kann man mit einem Kind vergleichen, das gehen lernt», so Deuber.

Die Tüftler testeten ihr Fahrzeug mehrmals am Klausenpass und verbesserten danach in Zürich die Technik. Sie waren die Ersten, die einen Bergpass mit einem rein kamerabasierten Fahrzeug erklommen. Die SRF-Sendung «Einstein» wurde auf das Projekt aufmerksam und begleitete die letzte Testfahrt auf der Klausenpassstrasse.

Nadia von Euw

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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