FRANZ OSWALD: «Eine Obduktion dauert 2 bis 3 Stunden»

Franz Oswald aus Schwyz untersucht Leichen. Der 37-jährige Rechtsmediziner hat keine Berührungsängste mit dem Tod. Nachdenklich stimmt ihn anderes.

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Franz Oswald an seinem Arbeitsplatz im Rechtsmedizinsichen Institut in Zürich. (Bild Andrea Schelbert/Neue SZ)

Franz Oswald an seinem Arbeitsplatz im Rechtsmedizinsichen Institut in Zürich. (Bild Andrea Schelbert/Neue SZ)

Was für viele am Fernsehen für Spannung und Frösteln sorgt, ist für den Schwyzer Franz Oswald Alltag. Er arbeitet als Arzt in der Abteilung für forensische Medizin am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Leichenschau bei aussergewöhnlichen Todesfällen, Obduktionen, körperliche Untersuchungen, Blutentnahmen und das Erstellen von Gutachten.

Die Todesursache bestimmen
«Plötzlicher, unerwarteter, gewaltsamer oder auf Gewalt verdächtiger Tod.» Das ist die kurze Definition des aussergewöhnlichen Todesfalles (agT). «Der Rechtsmediziner wird von der Polizei aufgeboten, wenn der Verdacht auf einen agT besteht», so Oswald. Seine Arbeit ist es, den Tod festzustellen, die Leichenschau zu tätigen, die Todeszeit zu schätzen, sowie die Todesursache und die Todesart zu bestimmen. Das geschieht alles dort, wo das Oper gefunden wird. Dabei wird der Arzt mit Opfern von Unfällen, Tötungsdelikten oder Suiziden genauso wie mit natürlichen oder unklaren Todesfällen konfrontiert. «Mein Job ist sehr spannend und abwechslungsreich», erklärt Oswald. «Bei jedem agT erwarten mich wieder neue Umstände«, sagt der 37-Jährige.

Innere Organe entfernen
Kann die Todesursache und Todesart vor Ort nicht klar definiert werden, ordnet die Staatsanwaltschaft unter Rücksprache mit dem Rechtsmediziner eine Obduktion an. Diese wird später am Institut durchgeführt. «Die rechtsmedizinische Obduktion besteht aus zwei Schritten, der äusseren Besichtigung und der eigentlichen Leichenöffnung», sagt der Rechtsmediziner. Dabei werden sämtliche inneren Organe wie auch das Hirn zur genauen Untersuchung entnommen. «Eine Obduktion dauert durchschnittlich zwei bis drei Stunden, wobei sich dies bei Tötungsdelikten in die Länge ziehen kann.» Oswald betont, dass die Verantwortung der Rechtsmediziner nicht zu unterschätzen ist. «Es darf nichts übersehen werden und wir müssen die Situation richtig einschätzen. Denn es kann viel von unserem Gutachten abhängen.» Ob es beispielsweise ein Unfall oder Suizid war, könne für die Angehörigen oder auch Versicherungen weit reichende Konsequenzen haben.

Doch auch mit lebenden Opfern befassen sich die Ärzte. «Es liegt in unserem Aufgabenbereich, Opfer von Gewaltdelikten, Gewalt gegen den Hals und die sexuelle Integrität, körperlich zu untersuchen und ein Gutachten darüber zu erstellen», sagt Oswald.

Andrea Schelbert

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.