Kommentar

Frauenförderung für Regierungsämter?
Die Luzerner Parteien schlafen

Bloss 5 von 38 Regierungsmitgliedern in den Zentralschweizer Kantonen sind weiblich - der Frauenanteil ist unterirdisch. Wie steht es bei den Parteien also ein Jahr nach der - erneut frauenlos gebliebenen - Erneuerungswahl der Luzerner Regierung um die Frauenförderung? Ziemlich schlecht.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Wenn im Juni in Uri die neue Legislatur startet, sieht es in der Zentralschweiz mit dem Frauenanteil in den Regierungen so aus: Zwei von sieben sind es in Nidwalden, je eine in Zug, Schwyz. Eine von fünf ist es in Obwalden. Die Regierungen in Luzern und Uri sind frauenlos. Von den insgesamt 38 Exekutivmitgliedern der sechs Zentralschweizer Kantone sind bloss 5 Frauen. Diese Quote ist fraglos peinlich tief.

Ziemlich genau ein Jahr nach der Wahl in Luzern, bei der die Regierung wie 2015 erneut frauenlos (und rein bürgerlich) geblieben ist, wollte unsere Zeitung nun von den Parteien wissen, wie es um den Aufbau von Frauenkandidaturen für die Exekutive steht. Denn bis 2023 könnte es zwei oder gar drei Vakanzen geben, die Konstellation für eine Frauenwahl wäre dieses Mal ideal. Eine zugkräftige Kandidatur – 2019 hat das nur Grün geschafft – will rechtzeitig und gezielt aufgebaut werden. Die Parteien müssten inzwischen folglich bereits fortgeschritten sein in der Personalrekrutierung. Doch Fehlanzeige! Nach entsprechenden Fragen weichen die Parteien von links bis rechts auf Allgemeinplätze aus. Am weitesten scheint die CVP, die – erfreulich und vorbildlich! – eine Art Bekenntnis abgibt: «Wir erachten es als eine unserer Aufgaben, die nächste Vakanz weiblich zu füllen.»

«Natürlich fördern wir Frauen, aber...» Mal sieht man die anderen zuerst in der Pflicht, mal zählt zuerst die Qualifikation, und und und. Höchste Zeit, um das Herumeiern zu beenden und Frauen so zu fördern, dass sie Polepositions besetzen wollen und können.

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