Oberfreiamt
Statt einer grossen Feier zum 100. Geburtstag gibt's 42 Covid-Kredite

Die lokale Verankerung der Raiffeisenbank Merenschwand-Obfelden half bei der schnellen Abwicklung von Covid-Krediten.

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Gerhard Niederberger, André Kissling, Kilian Rosenberg, Reto Hübscher (von links) der beiden Raiffeisenbanken Merenschwand-Obfelden und am Lindenberg sind die treibenden Kräfte der Fusion.

Gerhard Niederberger, André Kissling, Kilian Rosenberg, Reto Hübscher (von links) der beiden Raiffeisenbanken Merenschwand-Obfelden und am Lindenberg sind die treibenden Kräfte der Fusion.

Bild: zvg

(mel) Am vergangenen Mittwoch vor genau 101 Jahren haben sich 50 Bürger im Restaurant Schwanen in Merenschwand versammelt. Gemeinsam gingen sie an diesem 20. Januar1920 dem Ruf des Pfarrers Müller nach und diskutierten über Solidarität. Friedrich Wilhelm Raiffeisen hätte einst gesagt: «Was der Einzelne nicht vermag, das Vermögen viele.» Geleitet von diesem solidarischen Gedanken des Gründervaters der Raiffeisenbanken gründeten die Merenschwander ein Darlehenskassenverein als Mittel gegen die Not der ländlichen Bevölkerung.

So wird die Entstehungsgeschichte der Raiffeisenbank ­Merenschwand-Obfelden auf der Website www.100-jahre.ch geschildert. In einem kurzen ­Video wird die Entwicklung gezeigt, die das heutige Bank­gebäude in Merenschwand im vergangenen Jahrhundert durchlebt hat. Auch weitere Geschichten und Informationen aus diesen Jahren wurden auf dieser Internetseite, im Rahmen einer Jubiläumszeitschrift und anlässlich des 100. Geburtstags der Bank veröffentlicht. Mit dieser Dienstleistung bedankten sich die Vorsitzenden der Bank bei ihrer Kundschaft. Denn eine grosse Feier war im vergangenen Jubiläumsjahr schlicht unmöglich durchzuführen.

Covid-Kredite von rund 4,2 Mio. wurden ausbezahlt

Obwohl das Jahr 2020 alles andere als einfach war, ist ihr runder Geburtstag nicht das einzig Positive, das die Bank in dieser Zeit verbuchen konnte. Ihr Jahresergebnis konnte einige Steigerungen verzeichnen. Weiter hält die Bank fest, dass sie im vergangenen Krisenjahr von der Nähe zu ihrer Kundschaft profitieren konnte.

Vorteilhaft sei die lokale Verankerung vor allem bei der Kreditvergabe gewesen. So konnten die insgesamt 42 Covid-19-­Kredi­tanträge mit einem Gesamtvolumen von rund 4,2 Mio. Franken im vergangenen Jahr schnell abgewickelt und ausbezahlt werden. Das Jahresergebnis habe auch gezeigt, dass das Zinsgeschäft nach wie vor der wichtigste Ertragspfeiler der Raiffeisenbank Merenschwand-­Obfelden sei. «Trotz des herausfordernden Tiefzinsumfelds konnte der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft gegenüber dem Vorjahr auf 5,4 Mio. Franken leicht gesteigert werden», heisst es in der Mitteilung. Weiter hätte sich das Hypothekarvolumen um 2,5 Prozent auf 460,8 Mio. Franken erhöht. Die Bilanzsumme hat um 9,8 Prozent auf 604,4 Mio. Franken zugenommen. «Dank der positiven Ertragslage konnte die Raiffeisenbank Merenschwand-Obfelden im Berichtsjahr einen Jahresgewinn von 45195 Franken erwirtschaften», so die Bank.

Über geplante Fusion wird brieflich abgestimmt

Für 2021 plant der Verwaltungsrat der Bank Grosses. Die Raiffeisenbank Merenschwand-Obfelden soll mit der am Lindenberg fusionieren. Darüber informierte die Bank bereits im vergangenen November (die AZ berichtete.). Die dazu geplante Generalversammlung am 19. März kann nicht stattfinden. Deshalb werden die Genossenschafterinnen und Genossenschafter brieflich über den Zusammenschluss abstimmen. Die Unterlagen dazu werden Ende Februar verschickt, teilt die Bank mit. (mel)