Das Freiamt ist ganz gut unter Strom

In den Bezirken Bremgarten und Muri stehen zahlreiche Ladestationen für elektrische Fahrzeuge zur Verfügung.

Eddy Schambron
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Die Ladestation bei der Utz AG in Bremgarten.

Die Ladestation bei der Utz AG in Bremgarten.

Bild: Eddy Schambron

Das Freiamt ist für die Elektromobilität im heutigen Ausmass nicht schlecht aufgestellt. Allerdings auch nicht gut genug, wenn sich die Anzahl Steckerfahrzeuge wesentlich erhöhen wird. Ein Test zeigt: Es gibt in den Bezirken Bremgarten und Muri ausreichend viele und in der Regel gut funktionierende Ladestationen. Jedoch darf man sich nicht täuschen lassen: Nicht jede in den entsprechenden Apps und in der Grafik eingezeichneten Ladestationen ist öffentlich, nicht jede aktiv und nicht überall ist jeder Stecker vorhanden.

In Dottikon betreibt das AEW einen E-Carsharing-Standort bei der Pfarrkirche mit Typ-1- und Typ-2-Steckern. Das Gleiche ist in Auw anzutreffen, wo die Ladestation aktuell wegen eines technischen Defekts nicht funktioniert, wie es auch die entsprechenden Apps auf dem Smartphone melden. Diese zeigen, ob Ladestationen frei sind, wo man sie genau findet und was das Laden kostet. Allzu sehr darf man sich auf sie aber nicht verlassen. Die Angaben sind nicht immer auf dem neusten Stand. In Dottikon klappt das Laden aber problemlos: Einstecken, RFID-Karte, eine kontaktlose Chipkarte, lesen lassen und schon gibt es Strom, Sessionsgebühr Fr. 1.86, pro Kilowattstunde sind weitere 62 Rappen fällig. Es folgt die Fahrt nach Hägglingen. Eine App zeigt, dass der Ladepunkt an der Unterdorfstrasse 16 nicht aktiv ist, eine andere listet sie wiederum als aktiv. Die Lademöglichkeit von Erwin und Anni Rosenberg ist tatsächlich nicht in Betrieb. Strom gäbe es hier aber trotzdem. Die Besitzer zeigen sich unkompliziert und verweisen auf ihren privaten Stecker. Das wäre, bei Bedarf und auf freundliche Nachfrage, sicher auch an anderen, nicht öffentlichen Stationen so, die zwar in den Apps aufgeführt werden, aber letztlich entweder für Gäste eines Hotels bestimmt sind oder aber für Kundinnen und Kunden von Garagen.

Bei fast alle Stationen fehlt die Überdachung

Bei der Elektro Bütler AG in Muri sind zwei Parkplätze grün eingefärbt. Offiziell ist das nur ein Ladepunkt für die betriebseigenen Autos, wie Geschäftsleiter Lukas Bättig ausführt. «Aber der Strom, übrigens aus Sonnenenergie, fliesst auch für andere, wenn sie hier laden wollen.»

In Bremgarten im Augraben 2, bei der Utz AG, steht eine weitere, sozusagen vorbildliche Ladestation des AEW: gut zugänglich, nahe der Altstadt, um die Ladezeit mit einem Spaziergang oder einem Kaffee zu überbrücken, vielfältig bezahlbar (Kreditkarte, SMS, evpass-Card oder -App, Swisspass, Apple Pay) und mit ordentlich Platz rundherum. Wie bei fast allen Stationen im Freiamt ist der Ladeplatz nicht überdacht, was zumindest für elektrische Zweiradfahrerinnen und -fahrer bei Regenwetter nicht optimal ist. Ebenfalls typisch für die meisten ist, anders als bei den Benzin-Tankstellen, dass sie selten gut sichtbar am Strassenrand stehen. Ortsunkundige sind auf die entsprechenden Apps und die Navigation angewiesen.

An der Benzin-Tankstelle steckt man den Hahn in den Tank und gut ist. Beim Steckerfahrzeug muss der Stecker passen. An den meisten Freiämter Ladestationen ist die Auswahl beschränkt. Typ 2 ist fast überall vorhanden, Typ 1 gibt es auch noch ab und zu an den AC (Wechselstrom)-Stationen, überschaubar wird es dann für Chademo und CCS. Die Auto Senn AG in Muri bietet diese Gleichstrom-Schnelllademöglichkeit an, Lidl in Wohlen und Muri ebenfalls während der Ladenöffnungszeiten und für die Zeit des Einkaufens, und das erst noch gratis. Ebenfalls kostenlos lädt man in der Tiefgarage der Migros Wohlen an zwei Typ-2-Verbindungen. Gleich zwei vorbildliche öffentliche AC-Ladestationen stehen in der Gemeinde Berikon, beim Gemeindehaus und beim Restaurant Stalden, allerdings ohne Gleichstrom-Stecker. Sie werden, wie praktisch alle kostenpflichtigen Stationen, per RFID-Karte oder per App freigeschaltet.

Die Testfahrt durchs Freiamt zeigt gesamthaft gesehen ein erfreuliches Resultat. Kein einziges Mal musste gewartet werden, dass ein Ladeplatz frei wurde. Das dürfte deshalb so sein, weil die Lademöglichkeiten für die heute bestehenden Bedürfnisse genügen und weil die meisten Steckerfahrzeug-Fahrerinnen und -Fahrer ohnehin über Nacht zu Hause oder allenfalls am Arbeitsplatz laden.