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Freiamt: Der Kammerdiener kommt noch einmal ins Rössli

Im Rösslisaal in Villmergen laufen die Proben für das Stück der «Kammerdiener» auf Hochtouren. Bei einer Vorstellung vor Test-Publikum zeigt sich die Theatergesellschaft Villmergen von ihrer besten Seite.
Ein Stück Russland im Villmerger Rösslisaal: Zar (Niklaus Meyer) und Zarin (Hildegard Hilfiker) im Schneetreiben. (Bild PD)

Ein Stück Russland im Villmerger Rösslisaal: Zar (Niklaus Meyer) und Zarin (Hildegard Hilfiker) im Schneetreiben.
(Bild PD)

Am 31. August geht im Rösslisaal die Premiere von «Der Kammerdiener» über die Bühne. Weil alle zwölf Vorstellungen bereits Wochen vor Beginn ausverkauft waren, hat die Theatergesellschaft Villmergen vier Zusatzvorstellungen lanciert. «Der Ansturm hat wohl auch damit zu tun, dass der Rösslisaal bald abgebrochen wird», sagt Regisseur Paul Steinmann.

Die Atmosphäre unter den Schauspielern ist wenige Minuten vor Beginn einer Probe am Mittwochabend aufgeräumt. «Sehr viele Dinge, die ich gestern kritisiert habe, waren bei der nächsten Proben schon viel besser», sagt Steinmann. Aber ein wenig Lampenfieber hat Patrick Grob schon. Als einer von drei Darstellern wird er den Hauptakteur Lunzi Koch spielen. «Es ist das erste Mal, dass wir vor Publikum proben», so Grob.

Szene für Szene spielen und singen rund 30 Schauspieler den Roman des Wohler Schriftstellers Lorenz Stäger. Lunzi Koch war ein neugieriger Bauernbub aus Villmergen, den es vor 150 Jahren in die weite Welt hinauszog, wo er sich zuerst als Schuhputzer und Kellner verdingte, schliesslich jedoch als Kammerdiener in den besten Häusern verkehrte. Auf seiner Reise begegnet er Prominenten wie Karl May oder Winston Churchill, erlebt Frauengeschichten und Abenteuer. Der Entscheid fiel nicht zuletzt deshalb auf das Stück, weil die Geschichte, die auf Tatsachen beruht, von einem Villmerger handelt. «Lunzi Koch ging im Rösslisaal ein und aus», sagt Steinmann.

Das Theater setzt ein mit dem Läuten der Kirchenglocken. Kurz darauf eröffnet der Pfarrer einem erleichterten Lunzi, die Schulpflege habe entschieden, dass er seine Schulpflicht erfüllt habe. «Wissen tust du nicht viel, ausser in Geographie», sagt der Pfarrer. Die Reise beginnt.

Publikum ist mitten im Geschehen

Während der gesamten Vorstellung badet der Zuschauer im Gefühl, selbst Teil der Geschichte zu sein, denn der Publikumssaal ist zugleich die Bühne. Dorffrauen erscheinen am Tisch, um von Lunzis Taten zu erzählen. Für Auflockerung und gute Stimmung sorgen komische Situationen, die den Saal immer wieder mit Gelächter erfüllen. Etwa wenn Lunzi Geld nach Hause schickt mit der Bedingung, die Kuh, die der Vater davon kaufe, müsse nach seinem neusten Schwarm benannt werden. Das Stück wird temporeich inszeniert. «Der 226-seitige Roman hat in den zwei Stunden kaum Platz», bedauert Steinmann. Doch dies wurde mit geschickten Szenenwechseln gelöst.

Untermalt wird das Spektakel von gemütsvollen Gitarren- und Pianoklängen sowie Chorliedern. Einmal volkstümlich, dann wieder «mit leicht verfremdeten atmosphärischen Klängen» wie der professionelle Musiker Christov Rolla sagt. Er spielt auch einen Pöstler mit Operetten-Ambitionen, der die Postkarten aus den fernen Städten vorsingt. Postkarten, in denen Lunzi die fremden Städte immer grösser und schöner schildert.

In dem Theater wurden etwa 90 grosse Rollen besetzt. Das war eine Herausforderung für Kostümbildnerin Bernadette Meier. Die Kleider hat sie teilweise aus ihrem eigenen Fundus hervor geholt. Sie musste sich aber auch auf die Suche nach weiteren Kleidungsstücken aus der Zeit machen. «Sie sollten historisch korrekt wirken und doch ein schönes und spannendes Bild abgeben», so Steinmann.

Nach der Probe sagt Zuschauerin Priska Brunner aus Villmergen: «Das Theater besticht mit sehr vielen Effekten, sie haben es extrem gut gemacht.» Das Ende der Geschichte durfte das Test-Publikum aber noch nicht sehen. Dieses wird erst an der Uraufführung gezeigt. «Ich hoffe einfach, dass die Leute nicht erst auf die Pause erscheinen», so Steinmann.

Hinweis

Premiere am 31. August im Rösslisaal, Villmergen. Weitere Infos unter www.theater-villmergen.ch

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