Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die Heilige Familie fand ihren Platz

Landammann Alex Hürzeler zeigt sich entzückt von der provenzalischen Krippe im Museum Kloster. Diese ist noch bis am Samstag, 2. Februar, zu bestaunen.
Eddy Schambron
Landammann Alex Hürzeler bewundert die Krippe. (Bild: Eddy Schambron (Muri, 15. Dezember 2018))

Landammann Alex Hürzeler bewundert die Krippe. (Bild: Eddy Schambron (Muri, 15. Dezember 2018))

Krippen sind in dieser Jahreszeit sehr verbreitet, aber die provenzalische Krippe, von Rudolf Velhagen im Museum Kloster Muri aufgestellt, erzählt mehr als die Geburt Jesus im Stall. Sie entlockte auch dem Aargauer Landammann Alex Hürzeler bewundernde Worte, bevor er mithalf, der Heiligen Familie ihren Platz zu geben.

Zuvor gab es eine Lesung auf Französisch von Jean-Claude Thiriet aus Nizza aus einem Brief von Alphonse Daudet an Pierre Gringoire unter dem Titel «La Chèvre de Monsieur Seguin». Nachher waren alle zum traditionellen Dessert «Les treize desserts» eingeladen, das von mit Orangenblüten beträufeltem Brot über Äpfel und Birnen bis zu Nüssen und Nougat reicht, 13 Köstlichkeiten eben, die in der Provence jeweils von der Familie zusammengetragen werden, um den Abschluss des üppigen Weihnachtsmals zu bilden.

Postboten und Apotheker finden hier ihren Platz

Zahlreich bevölkern die Santons, die Figuren aus bemaltem Ton, die grosse Krippenlandschaft im Museum Kloster Muri. Hier sind Bäcker und Apotheker, Schäfer und der Postbote, Menschen aus dem Alltag eben finden hier ihren Platz. Je nach Zeit und Aufstellung erzählen sie eine andere Geschichte. «Den Landammann sehe ich nirgends», stellte Regierungsrat Alex Hürzeler beim Betrachten der Krippe fest. Und wurde umgehend vom Kurator, Rudolf Velhagen, korrigiert: «Hier», zeigte er auf eine Figur, «neben dem Klerus.»

Das passte insofern gut, als Hürzeler, «katholischer Fricktaler», wie er betonte, gern Grüsse des Kantons an die Ausstellung mitbrachte, nachdem die Klosteraufhebung durch den Aargau glücklicherweise längst überwunden ist. Er erinnerte vor zahlreichen Besucherinnen und Besucher daran, dass es viele Traditionen zu Weihnachten gebe, «auch einige merkwürdige», etwa das Verstecken von Besen in Norwegen, damit die Hexen nicht damit herumfliegen können. Das Aufstellen der Krippe ist in unseren Breitengraden sehr verbreitet, und Hürzeler freute sich, dass er bei der provenzalischen Krippe in Muri so etwas wie Geburtshelfer spielen durfte. Er gratulierte Murikultur zur Ausstellung und freute sich, dass damit eine Ausstellungsreihe ihren Anfang genommen hat.

Start einer ganzen Reihe von Ausstellungen

Tatsächlich will Murikultur unter dem Titel «Wunderbare Weihnachtsbräuche aus aller Welt» jedes Jahr eine spezielle Ausstellung organisieren, wie Präsident Robert Häfner ausführte. Er dankte Velhagen für das Gestalten seiner provenzalischen Krippe. Die Santons würden einen besonderen Reiz ausstrahlen, und die Krippe sei nicht statisch, sondern immer wieder in Bewegung. «Die Drei Könige werden in der Folge erst am 6. Januar bei der Krippe anlangen.»

In Südfrankreich haben diese Krippen eine sehr lange Tradition. «Aus dem Haus des bekannten Kreateurs Marcel Carbonel in Marseille gibt es rund 800 Figuren», weiss Velhagen, der am Anlass für Erläuterungen aller Art zur Verfügung stand. «Jedes Jahr gestaltet er eine neue Krippenfigur aus Ton, die mit Ungeduld erwartet wird.» Der Kunsthistoriker und Leiter Historische Sammlung beim Museum Aargau in Lenzburg besitzt inzwischen rund 70 Stück davon. Jedes Jahr fährt er nach Paris, wo er beim legendären Georges Thuillier neue Figuren und Dekorationselemente kauft.

Das Dreikönigsfest wird gefeiert

Die Krippe ist noch bis 2. Februar im Museum Kloster Muri zu sehen. Am Sonntag, 6. Januar, 14 bis 16 Uhr, wird das Dreikönigsfest gefeiert. Es wird nicht nur Königskuchen gebacken, die Heiligen Drei Könige führen die Gäste auch zur Krippe. Am Samstag, 2. Februar, ist von 14 bis 16 Uhr ein letzter Blick auf die Krippe möglich. Mit dem Backen von Crêpes verabschiedet man sich nach provenzalischer Art zu Maria Lichtmess von der Krippe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.