Freiamt
Die Klosterkirche Muri wird wieder von Musik erfüllt

Gleich drei hochkarätige Konzerte locken am kommenden Wochenende ins geistige Zentrum des Oberfreiamtes.

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Die Cappella Pratensis aus den Niederlanden singt Werke der Renaissance.

Die Cappella Pratensis aus den Niederlanden singt Werke der Renaissance.

Bild: PD

(fae) Die Lockerungen des Bundes hinsichtlich Personenkapazität bei Kulturanlässen kommen zum richtigen Zeitpunkt für die Ensemblekonzerte der Musik in der Klosterkirche Muri: In den drei Veranstaltungen des bevorstehenden Wochenendes sind jeweils 100 Zuhörerinnen und Zuhörer im Oktogon der Klosterkirche willkommen.

Das erste Ensemblekonzert am Freitag, 4. Juni, um 19.30 Uhr, widmet sich mit Musik Johann Sebastian Bachs dem diesjährigen Jahresschwerpunkt. Auf dem Programm steht Bachs berühmtes «Musicalisches Opfer» – eine Reihe von Werken, denen ein und dasselbe Thema zugrunde liegt. Dieses stammt vom musikliebenden Preussenkönig Friedrich II. und war Bach am 7. Mai 1747 in Potsdam zur Improvisation am Hammerklavier vorgelegt worden. Zurück in Leipzig komponierte Bach über das «königliche Thema» ein dreistimmiges und ein sechsstimmiges Cembaloricercar, eine Reihe kunstvoller Kanons sowie eine grosse Triosonate für Traversflöte, Violine und Basso continuo. Er liess die Werke drucken und widmete sie dem König als «Musicalisches Opfer». In der Klosterkirche Muri wird das Ensemble L’Arcadia diese grosse Musik aus Bachs letzten Lebensjahren zur Aufführung bringen.

A-cappella-Vokalmusik der Renaissance erklingt am Samstag, 5. Juni, um 19.30 Uhr. Das niederländische Vokalensemble Cappella Pratensis stellt Werke des musikalischen Jahresregenten Josquin Desprez (ca. 1450–1521) in Beziehung zur Musik seiner Zeitgenossen, unmittelbaren Vorgängern und Nachfahren. «The Imitation Game» erzählt vom musikalischen Zitat als beliebtem Stilmittel, stellt unterschiedliche Vertonungen derselben Texte einander gegenüber und schlägt Brücken zwischen weltlichem und geistlichem Repertoire. Die Sänger verwenden dabei keine Partituren, sondern lesen wie in der Zeit von Josquin gemeinsam aus einem grossen Chorbuch und beleben damit eine spezielle Facette historischer Musikpraxis. Die reinen A-cappella-Klänge werden im Oktogon der Klosterkirche Muri beeindruckende Wirkung entfalten.

Von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert

Und am dritten Konzert am Sonntag, 6. Juni, um 17 Uhr, sind alle fünf Orgeln der Klosterkirche zu erleben. Die beiden jungen Organisten Jan Šprta und Tomasz Zebura präsentieren die fünf Instrumente in einem abwechslungsreichen Programm, das Tänze der Renaissance, des nord- und süddeutschen Orgelbarocks, Musik für zwei Orgeln aus dem spanischen Escorial und Flötenuhrstücke von Mozart und Beethoven kombiniert. Und mit einem Sonatensatz von Gustav Merkel für vier Hände und vier Füsse dringt es sogar bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts vor.

Das Orgelkonzert findet bei freiem Eintritt auf Kollektenbasis statt. Da auch hier die Obergrenze von 100 Personen gilt, wird eine Anmeldung bei Muri Info dringend empfohlen. Mittwoch bis Freitag, von 11 bis 17 Uhr, unter 0566647011. Weitere allgemeine Informationen unter www.murikutur.ch.