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Freiamt: Diese Bilder holen die alte Murianer Zeit zurück

Im Hotel Ochsen sind Fotografien von Josef Stenz zu sehen. Diese Werkschau gibt aber nur einen Bruchteil des Schaffens von Stenz wider. In seinem Archiv befinden sich rund 500000 Negative.
Wolfgang Meyer
Bernhard Kägi mit einem altem Fotoapparat. Er hat mitgeholfen, alte Fotos aus Muri zu sichten. (Bild: Werner Schelbert, (Muri, 3. Juni 2018))

Bernhard Kägi mit einem altem Fotoapparat. Er hat mitgeholfen, alte Fotos aus Muri zu sichten. (Bild: Werner Schelbert, (Muri, 3. Juni 2018))

Seit Samstag (2.Juni) ist im Saal des Hotels Ochsen in Muri die bislang zweite Ausstellung zum Lebenswerk von Josef Stenz zu sehen. Bilder aus seiner Schaffenszeit zwischen 1954 und 1956 zeigen den Bau seines Hauses im Ortskern, die Renovation des Klosters, verschiedene Portraits und besonders gelungen, das Jugendfest aus der Mitte des letzten Jahrhunderts: unverstellte Einblicke in die Art dieser Zeit.

Manchmal unbemerkt lichtet Stenz die Körper und Kleidersprache der Murianer ab. Intimer aber sind die Momente, in denen es ihm scheinbar gelungen ist, die Menschen vor seiner Linse zu berühren. Er bringt sie zum Kontakt mit dem Betrachter und bemüht sich nicht um den Hochglanzmoment, sondern fängt den Animus der Szene ein.

Erst etwas mehr als drei Prozent der Bilder gesichtet

Vielleicht liegt dieser Eindruck auch an den Menschen dieser Zeit oder unserem kulturellen Abstand zu ihnen, der uns ihre Eigenart intensiver erleben lässt. Der Blick ins alte Muri lohnt auf jeden Fall. Noch bis am 24. Juni stellen die beiden Archivare Bernhard Matter und Bernhard Kägi zusammen mit Iris Frey ihre schönsten Fundstücke aus. Frey bietet ausserdem dieses und nächstes Wochenende jeweils samstags und sonntags um 14 Uhr Führungen durch die Ausstellungen.

Im Auftrag der Stiftung Murikultur haben die beiden Archivare von den rund 500000 Negativen in Stenz Archiv bisher 16000 Bilder gesichtet und Teile davon digitalisiert. «Über so ein immenses Lebenswerk, wie jenes von Josef Stenz wird man nie ganz den Überblick haben», meint Matter. «Wir sorgen aber dafür, dass die Negative die Zeit überdauern und machen die schönsten Stücke der Öffentlichkeit zugänglich», ergänzt Kägi.

Die beiden Freunde kennen sich schon länger als die Arbeit mit Stenz Bilderschatz. Matter kommt aus der Informatik. «Als ich das Projekt andachte, war mir klar, dass ich Bernhard Kägi mit an Bord wollte.» Dieser ist Fotograf und bringt zu Matters Expertise im Bereich der Digitalisierung viel Fachwissen zu Film und Bild mit. Im Archivwesen hatten anfangs beide keine Erfahrung. Durch ihre neue Aufgabe erlernten sie ihr neues Metier. «Ich fand es faszinierend, Zugang zu einem derart umfassenden Archiv zu haben, dass ich die Aufgabe gerne annahm», erinnert sich Matter heute. Die Stiftung Murikultur gab die Sichtung und Katalogisierung von Stenz Archiv unter anderem deshalb in Auftrag, um Bildmaterial zum kommenden Jubiläum des Muri Klosters zu finden. Das Wahrzeichen Muris wird 2027 eintausend Jahre alt.

Ein Bildband rundet die Ausstellung ab

Gegenüber der Aargauer Zeitung sagte Stenz vor knapp zehn Jahren: «Ich habe immer versucht, den Menschen so zu fotografieren, wie er ist.» Das kommt in der Ausstellung gut zur Geltung. Neben seinen Fotografien sind auch Gemälde von Stenz sowie einige Objekte aus seiner Arbeitswelt zu sehen. Ausserdem zeigen die beiden Archivare auch Fotos von Stenz Senior, der seinerseits ebenfalls als Fotograf in Muri tätig war. Wer gerne einen Blick auf die Wurzeln seiner Gemeinde werfen möchte, sollte der Ausstellung einen Besuch abstatten. Die einzelnen Bilder oder Abzüge davon stehen alle zum Verkauf. Wer auf ein Bild seines Grossvaters stösst, darf dieses also auch mit nach Hause nehmen. Ausserdem liessen Kägi und Matter einen schlanken Bildband drucken, der an der Ausstellung zum Verkauf aufliegt. Hier finden sich einige der schönsten Bilder sowie Aufnahmen, die im Saal des Hotels Ochsen nicht zu sehen sind.

Die Ausstellung der Fotografien von Josef Stenz dauert noch bis am 24. Juni. Sie ist jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr offen.

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