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Ein Film über Trauer und Mitgefühl

In «Trauerreden» verarbeitet die 20-jährige Filmemacherin Hannah Dobbertin auch ein Stück ihres eigenen Lebens. Mitte Juni wird das Werk an der Uni Zürich aufgeführt.
Andrea Weibel
Filmemacherin Hannah Dobbertin. (Bild: Andrea Weibel)

Filmemacherin Hannah Dobbertin. (Bild: Andrea Weibel)

Mit Kurzfilmen über Flüchtlinge hat sich die junge Murianerin Hannah Dobbertin bereits einen Namen gemacht. Sie setzt sich mit ihrer Arbeit für ein besseres Zusammenleben ein. Mit ihrem Maturfilm «Seiten des Lebens» über Flucht-Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg und heute hat sie den Rotary-Preis an der Kanti Wohlen gewonnen und steht derzeit im Finale von «Schweizer Jugend forscht».

Nun studiert die 20-Jährige in Zürich Filmwissenschaften und wagt sich mit einem motivierten Team von jungen Filmemachern an einen weiteren Kurzfilm. Nicht für die Schule und auch nicht, um ein Statement abzugeben. Diesen produziert sie, weil ihr die Geschichte seit dem Herbst keine Ruhe mehr lässt. In gewisser Weise verarbeitet Dobbertin darin ein trauriges Stück ihres eigenen Lebens: den Tod ihres Vaters, der einen Herzinfarkt erlitt, als Hannah 13 Jahre alt war.

Im Film «Trauerreden» geht es um eine junge Frau im Kanti-Alter, deren Zwillingsschwester gestorben ist. «Die Geschichte fiel mir auf einer Wanderung im Herbst ein», erinnert sich Dobbertin. Die junge Frau schreibt Trauerreden über noch lebende Freunde. Ausserdem verhängt sie alle Spiegel, aus Angst, sich darin allein zu sehen, aber auch, im Spiegel ihre Schwester zu erkennen. «Nichts davon ist autobiografisch», hält Dobbertin fest. «Doch ich habe während der Dreharbeiten in Gesprächen gemerkt, dass jeder irgendwann mit dem Tod fertigwerden muss. Jeder auf seine Weise. Doch eines haben sie alle gemeinsam, das ist ein wichtiger Aspekt im Film: Die Leute um die Trauernden herum wissen nicht, wie sie ihnen helfen können, dennoch versuchen sie es.»

Schlüsselmoment in der Kanti

Ein grosser Teil des Films spielt im Bündnerland. Doch eine zentrale Stelle wurde im Kunstzimmer der Kanti Wohlen gedreht, wo Dobbertin bis im letzten Sommer auch zur Schule ging. Als Statisten fungierte eine dritte Kanti-Klasse. «In der Szene soll sich die Hauptdarstellerin im Spiegel betrachten und ein Selbstporträt zeichnen. Die Lehrerin versucht, ihr zu helfen, indem sie ihr sagt, sie müsse sich den Spiegeln und somit ihrer Trauer stellen. Das mag ein harter Versuch sein, ihr zu helfen. Aber es ist einer», führt Dobbertin aus.

Im Bündnerland spielt der Film, weil die Hauptdarstellerin, Ronja Muoth, die Dobbertin an der Uni Zürich kennengelernt hat, von dort stammt. «Für dieses Thema fand ich die kleinen Bergdörfer passender als beispielsweise Muri», gibt die Freiämterin zu. So passt es auch wunderbar, dass sie als Vater der Trauernden den bekannten Bündner Schauspieler René Schnoz engagieren konnten. Ausserdem hat die Dottiker Band Farewell Shelter die Lieder dazu geschrieben – auch jenes, das die Trauernde im Film ihrer Schwester widmet.

Der Film ist noch nicht komplett im Kasten – und das Skript wird laufend angepasst. «Es macht Spass, daran zu feilen», so Dobbertin. Doch der letzte Drehtag ist in Sicht: Am 19. Mai wird im «Oxil» in Zofingen ein Konzert aufgenommen, an dem die Hauptdarstellerin ihren Song präsentiert. «Dafür suchen wir etwa 100 Statisten.» Infos gibt es auf Dobbertins Website. Der Film wird am 15. Juni am Kulturfestival der Uni Zürich gezeigt. «Die Uraufführung soll Anfang Juni stattfinden. Wann und wo wissen wir noch nicht genau.»

Infos zu Dobbertins Filmen gibt es auf www.hannah-dobbertin.com

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