Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Einblicke in die Welt der Archäologie

Auf dem Gelände der späteren Westumfahrung in Sins sind Archäologen auf wertvolle Fundstücke gestossen. Davon können sich Interessierte nun selbst ein Bild machen.
Eddy Schambron
Vorsichtige Arbeit der Archäologen: In Sins werden wertvolle Funde gemacht. (Bild: Eddy Schambron)

Vorsichtige Arbeit der Archäologen: In Sins werden wertvolle Funde gemacht. (Bild: Eddy Schambron)

Bereits zu Beginn der archäologischen Untersuchungen vor dem Beginn der Bauarbeiten für die Südwestumfahrung in Sins ist ein Team der Kantonsarchäologie Aargau auf römische und bronzezeitliche Fundschichten gestossen. Interessierte können im Rahmen von öffentlichen Führungen am kommenden Samstag die Ausgrabung besuchen.

Bei Sondierungen nahe der Flur «Pfrundweidli» im Jahr 2014 entdeckte ein Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Keramikfragmente und Siedlungsspuren aus der Bronzezeit (2200−800 v. Chr.). Nun findet eine Rettungsgrabung statt, um die archäologischen Befunde vor Beginn der Bauarbeiten zur Südwestumfahrung wissenschaftlich zu untersuchen und zu dokumentieren.

3000 Jahre Siedlungsgeschichte

Zu Beginn der Ausgrabung folgten nach der Entfernung einer weitgehend fundleeren Deckschicht mit dem Bagger gezielte Abträge von Hand. Direkt neben modernen Häusern stiessen die Ausgräberinnen und Ausgräber etwa 70 Zentimeter unterhalb der Grasnarbe auf eine Schuttschicht, die römische Ziegel und handgeschmiedete Nägel enthielt. Eine Steinpflasterung sowie rechtwinklig verlaufende Mauerreste deuten auf ein Gebäude aus der Römerzeit hin. Aus derselben Schicht stammen auch Fragmente von Gefässkeramik, eine Haarnadel aus Bronze sowie Bruchstücke eines Topfs aus Lavez (Speckstein). Direkt darunter fanden sich prähistorische Keramik und Erdverfärbungen, bei denen es sich um Siedlungsreste aus der Bronzezeit handelt. Die erhöhte Lage am Rand einer Moräne, die Nähe zur Reuss sowie zahlreiche Quellen in der Umgebung von Sins spielten wohl eine entscheidende Rolle bei der Standortwahl. Ausserdem befindet sich die Lokalität unweit des Zugersees, an dessen Ufer bronzezeitliche Pfahlbauten belegt sind.

Bis Weihnachten werden die Archäologinnen und Archäologen die 4250 Quadratmeter grosse Grabungsfläche abschliessend untersuchen und dokumentieren. Dabei werden alle Befunde fotografisch und zeichnerisch aufgenommen und das Fundmaterial fachkundig geborgen. Anschliessend wird das Areal termingerecht für den Baubeginn der Strassenumfahrung freigegeben. Nach Abschluss der Ausgrabung folgen eine Auswertung der gewonnenen Daten und ein Vergleich mit anderen Fundstellen. Ausserdem werden naturwissenschaftliche Analysen und Datierungen vorgenommen.

Am 24. November ist Tag der offenen Grabung

Für alle Interessierten aus Sins und Umgebung finden am Samstag, 24. November, von 10 bis 13 Uhr öffentliche Führungen statt. Treffpunkt ist der Baucontainer auf der Ausgrabungsfläche, unweit der Strasse Löwenhof in Sins. Bei dieser Gelegenheit erhält man spannende Einblicke in die Organisation einer archäologischen Ausgrabung, kann Fundmaterial anschauen und erfährt mehr über die Kulturgeschichte der Region.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.