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Erzengel Michael steht zu Muri

Das 400-jährige Bestehen der Michaelsbruderschaft Muri ist ein ganz besonderes Ereignis. Der Verein hat das Jubiläum mit grossem Aufwand, aber sehr würdevoll gefeiert.
Christian Breitschmid
Historiker Josef Kunz signiert nach dem Festakt im Festsaal des Klosters Muri sein Jubiläumsbuch. (Bild: Christian Breitschmid)

Historiker Josef Kunz signiert nach dem Festakt im Festsaal des Klosters Muri sein Jubiläumsbuch. (Bild: Christian Breitschmid)

Mit Flammenschwert und Seelenwaage wird er dargestellt, der Erzengel Michael. Die wörtliche Übersetzung seines Namens aus dem Hebräischen bedeutet «Wer (ist) wie Gott?» und ist auf vielen Abbildungen des Himmelsboten in lateinischer Sprache zu lesen: Quis Ut Deus. Im Namen des siegreichen Anführers von Gottes Armee im Kampf gegen den Teufel taten sich seit der Frühzeit der Kirche Abertausende von Christen in Bruderschaften zusammen. Allein in der Innerschweiz waren im ausgehenden Mittelalter annähernd 1100 solcher Vereinigungen verzeichnet. Aber nur die wenigsten von ihnen konnten ihr gemeinsames Beten und Wirken für die Allgemeinheit bis in die Gegenwart weiterziehen.

Darum ist das 400-jährige Bestehen der Michaelsbruderschaft Muri ein ganz besonderes Ereignis, das die aktuell 55 Mitglieder des Vereins mit grossem Aufwand, aber sehr würdevoll und mit der Lancierung eines beachtenswerten Buchprojekts, gefeiert haben.

Keine Engel ohne Gott

Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden nicht zufällig auf den 28. und 29. September gelegt. Der 29. September ist der Festtag des heiligen Michael. Den Tag selber beging die Bruderschaft mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Goar Muri und einem festlichen Nachtessen mit vielen Gästen in der Pflegi. Am Vorabend donnerte um 19.45 Uhr die Ehrensalve aus der Kanone der Michaelsbruderschaft. Anschliessend trafen sich gut 80 Vereinsmitglieder und Gäste im Festsaal des Klosters Muri, wo die Buchvernissage der Jubiläumsschrift «400 Jahre Michaelsbruderschaft» stattfand. Feierlich umrahmt von den Klängen des Bläserensembles der Musik Muri, hielt der Abt des Benediktinerklosters Muri-Gries, Beda Szukics OSB, einen Vortrag zum Thema «Engel».

Abt Beda zitierte eine jüngst veröffentlichte Umfrage, bei der 58 Prozent der Befragten angegeben haben, sie glaubten an Engel. Aber nur 28 Prozent bekannten sich zu einem persönlichen Gottesglauben. Vor diesem Hintergrund entwickelte der Schirmherr des Klosters Muri seine historischen und theologischen Betrachtungen zum Engelsbegriff. Eine Vorstellung solcher göttlichen Wesen hatten schon die frühestens Kulturen der Menschheit. Im Alten Testament begegnet Gott persönlich seinen Auserwählten in Engelsform. Etwa bei der Berufung des Gideon oder im Kampf Jakobs mit dem Herrn. In den Büchern der Propheten und im Neuen Testament mutieren die Engel dann zu Boten Gottes. Gott spricht. Sie handeln in seinem Namen. Am Ende seiner Ausführungen betonte Abt Beda: «Der heutige Engelboom kann Gutes bewirken. Aber ein Engelsglaube muss begründet sein in einem Glauben an Gott, sonst ist er nichts mehr als schlechte Esoterik.»

Pastoralraumpfarrer Georges Schwickerath, von Amtes wegen Präses der Michaelsbruderschaft, führte launig und mit feinem Humor durch den Abend. Er betonte, dass 400 Jahre «nicht Nichts sind, und darum musste zu diesem Jubiläum eine Festschrift her.» Der promovierte Historiker Josef Kunz aus Villmergen war genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Er führt bereits das Pfarreiarchiv von Muri und ist als Berater in Sachen historischer Forschung weiss Gott kein Unbedarfter. Das beweist auch dieses jüngste Werk aus seiner Hand, das an historischen Hintergründen, Verweisen, Bildern und wissenschaftlicher Präzision keine Wünsche offenlässt.

Kunz’ Buch liest sich leicht und richtet sich an Menschen in- und ausserhalb des Dorfes. Er schaut wohl auf die 400 Jahre der Michaelsbruderschaft Muri, vergisst dabei aber nie, diese Geschichte in den grösseren Rahmen der europäischen und weltweiten Entwicklungen zu stellen. So erfährt der Leser weit mehr als Namen, Daten und Fakten der Bruderschaft, sondern taucht ein in eine Welt, die bis heute ihre Richtigkeit und Wertigkeit behält.

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