Der Friedhof Dietwil erhält einen Urnenhain

Eine Neugestaltung im südöstlichen Teil der Pfarrkirche kostet 134'000 Franken.

Eddy Schambron
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Anstelle der Kiesflächen wird die Friedhofneugestaltung auch Rückzugsorte bringen.

Anstelle der Kiesflächen wird die Friedhofneugestaltung auch Rückzugsorte bringen.

Bild: Eddy Schambron

Ziemliche Einöde auf einem Teil des Dietwiler Friedhofs: Südöstlich der Kirche sind grosse Kiesflächen entstanden, weil Erdbestattungsgräber aufgehoben worden waren. Hinzu kommt, dass Erdbestattungen stark zurückgehen; in den 90er-Jahren waren es pro Jahr rund fünf, heute ist es noch rund eine pro Jahr. Dafür kommt es jährlich zu fünf bis sechs Urnenbeisetzungen.

Die heutigen Kiesflächen werden also langfristig nicht mehr als Grabfelder benötigt. Laut Gemeinderat, drängt sich eine Neugestaltung des Friedhofs in diesem Bereich der Kirche auf. Von der Kirchenpflege wurde zudem angeregt, mit der Neugestaltung auch einen Urnenhain zu prüfen. Jetzt liegt das entsprechende Projekt öffentlich auf.

Miteinbezug der Friedhofsmauer

Es sind 18 Grabfelder im Urnenhain vorgesehen, die bei Bedarf erweitert werden können. Als Grabplatte wird derselbe Stein wie beim Gemeinschaftsgrab verwendet. Als gestalterisches Element wird die ehemalige Friedhofsmauer in die Neugestaltung integriert. Sämtliche Gräber auf der oberen Ebene südlich der Kirche und das Gemeinschaftsgrabes auf der Nordseite werden für gehbehinderte Menschen ohne Stufen erreichbar sein. Die ehemalige Friedhofsmauer wird mit der neuen Gestaltung wieder als Abgrenzung eingesetzt, die ehemalige Friedhofsmauer wird wieder als Mauer lesbar. Damit folgt der Gemeinderat den Leitlinien des kantonalen Denkmalpflegers Reto Nussbaumer; die Dietwiler Kirche ist ein kantonales Schutzobjekt. Nussbaumer hatte ausgeführt, dass die historische Grenze des ehemaligen Kirchhofes/Friedhofes weiterhin erkennbar bleiben muss. «Alles in allem soll eine mehr einer historischen Friedhofsgestaltung angelehnte Neuinterpretation der Gestaltung gewählt werden.» Das Projekt sieht jetzt eine Neuformulierung der Innengestaltung des Urnenhains vor, welche mit kreisförmigen Bereichen Rückzugsorte bilden, die zum Besinnen und Verweilen einladen. Grosssträucher erhöhen den Grünanteil, im Übergang von Erdbestattung zum Urnenhain wird die Eingangs- und Übergangssituation mit Bäumen gestärkt. Ein Spezialbelag behält den Eindruck des Kiesbelags vollständig, ist aber im Vergleich zum heutigen Kiesbelag rollstuhlgängig und barrierefrei.

Die Kosten sind auf 134000 Franken veranschlagt. Die Arbeiten sollen in Absprache mit der Kirchenpflege gleichzeitig mit der geplanten Fassadensanierung bei der Kirche dieses Jahr ausgeführt werden.