Gemeindeschreiberin bevorzugt Jobsharing

Beinwil sucht wegen Mutterschaft der Stelleninhaberin eine 100-Prozent-Besetzung.

Eddy Schambron
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Das Gemeindehaus Beinwil.

Das Gemeindehaus Beinwil.

Bild Eddy Schambron

Der Gemeinderat Beinwil sucht per Inserat eine Gemeindeschreiberin oder einen Gemeindeschreiber, aber die bisherige Amtsinhaberin, Jasmin Koch-Scheuber, hat ihre Stelle nicht gekündigt und es wurde ihr auch nicht gekündigt. Sie sieht Mutterfreuden entgegen und würde gerne in einem Teilzeitpensum als Gemeindeschreiberin, mit entsprechenden Anpassungen, weiterarbeiten. Der Gemeinderat allerdings wünscht sich die Stellenbesetzung mit einem 100-Prozent-Pensum.

«Ich kann mir die Führung der Gemeindekanzlei, zum Beispiel im Jobsharing oder mit organisatorischer Anpassung, gut vorstellen», sagt Koch-Scheuber, die seit sechseinhalb Jahren auf der Gemeindekanzlei Beinwil arbeitet und seit 2018 Nachfolgerin von Erhard Huwyler ist. Sie denkt an ein Pensum von bis zu 60 Prozent. Es ist ihr bewusst, dass solche Lösungen auf Gemeindekanzleien nicht gang und gäbe sind. «Es ist sicher ein gewisses Experiment», räumt sie ein, weiss aber von vereinzelten Gemeinden, die es eingegangen sind, so zum Beispiel Hägglingen.

Der Gemeinderat Beinwil hingegen sieht die Stelle mit einem 100-Prozent-Pensum ­optimal besetzt. «Wir wollen den Bürgerinnen und Bürger den bisher bekannten Service weiterhin mit einer Ansprechperson bieten», erklärt Gemeindeammann Albert Betschart.

Gemeinderat kontert Kritik der Öffentlichkeit

Der Gemeinderat als Arbeitgeber müsse primär die Interessen der Gemeinde verfolgen, kontert er die von Einwohnern vorgebrachte Kritik, mit diesem Vorgehen handle der Rat in Sachen familienfreundlicher Personalpolitik nicht gerade zeitgemäss. Vehement wehrt sich Betschart gegen geäusserte Behauptungen, der Gemeinderat habe Koch gekündigt. «Bis und mit Mutterschaftsurlaub können wir gar keine Kündigung aussprechen», unterstreicht er.

Es ist auch noch nicht in Stein gemeisselt, dass nach dieser Zeit Jasmin Koch-Scheuber ihren Job los ist. «Es ist sehr schwierig, qualifizierte Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber zu finden», erklärt Betschart und lässt damit die Tür grundsätzlich einen Spalt breit offen für eine mögliche Jobsharing­lösung zusammen mit der heutigen Gemeindeschreiberin.