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Hier kommen die Windkraftanlagen auf dem Lindenberg hin

Der Windpark Lindenberg gibt Einblick in die bisherigen Arbeiten und den aktuellen Stand der Abklärungen. Jetzt kann man auf ein paar Meter genau sehen, wo die fünf Windkraftanlagen zu stehen kommen sollen. Weiterhin Kritik am Projekt kommt indessen vom Verein Pro Lindenberg.
Eddy Schambron
Sicht aus Beinwil auf die geplanten Windkraftanlagen auf dem Lindenberg. (Visualisierung: PD)

Sicht aus Beinwil auf die geplanten Windkraftanlagen auf dem Lindenberg. (Visualisierung: PD)

«Wir haben uns um möglichst objektive Visualisierungen mit drei verschiedenen Höhen der Anlagen bemüht», erklärt Louis Lutz, Projektverantwortlicher und Leiter Regional-Center Bremgarten der AEW AG. Ziel der Ausstellung ist es, Einblick in den Stand der Planung und die laufenden Untersuchungen zu den Windkraftanlagen auf dem Lindenberg zu geben und der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihre Anliegen einzubringen.

Am meisten interessiert augenscheinlich die Visualisierung. Je nach Standort sind die Windräder mehr oder weniger gut zu sehen. Auf dem Horben, beim Schloss, wird man zwei Anlagen ganz, einen Rotor noch knapp über den Baumwipfeln sehen. Der Blick von Beinwil, Standort Gasthaus Rössli, Richtung Lindenberg, zeigt zwei Anlagen, die über den Wald hinausragen. Ausgangs Geltwil Richtung Schlatt sind es drei. «Die Wahrnehmung wird wesentlich vom Lichteinfall und von der Witterung abhängen», weiss Lutz. «Windkraftanlagen werden immer ein neues Element in der Landschaft darstellen, das nicht versteckt werden kann.»

Der Windpark ist wirtschaftlich interessant

Messungen haben gezeigt, dass die Windgeschwindigkeit auf dem Lindenberg mit der Höhe zunimmt. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an der Mastspitze 91 Meter über dem Boden beträgt 5 m/s. Nur 55 Meter über Boden beträgt sie 4,2 m/s. Der Messmast auf dem Lindenberg wurde im März 2014 errichtet und liefert seitdem kontinuierlich Daten. Am Beispiel des Anlagetyps Vestas V136 berechnet die Windpark Lindenberg AG auf einer Höhe von 112 Metern Strom für 1300 Haushalte, auf einer Höhe von 149 Metern für 1400 Haushalte. Eine andere Anlage, Enercon E-141, kommt mit einer Höhe von 129 Metern auf 1500 und mit 159 Metern auf 1600 Haushalte.
Laut Berechnungen der Windpark Lindenberg AG ist die Wirtschaftlichkeit gegeben, «natürlich mit den Fördergeldern für erneuerbare Energie des Bundes», wie Lutz erklärt. Die Investitionskosten belaufen sich auf 35 bis 50 Mio. Franken, abhängig von der Grösse und Anzahl der Anlagen. Die Betriebskosten von einer Million Franken pro Jahr teilen sich auf in die Kosten für die Vorfinanzierung des Rückbaus, für Gemeindeabkommen und Landnutzungsverträge, Pflege der Anlagestandorte, Versicherung, Betriebsführung und Wartung. Die Wirtschaftlichskeitsberechnungen unter den gemachten Annahmen würden zeigen, dass der Windpark Lindenberg einen internen Zinsfuss (IRR) in allen Varianten überschreitet. (es›)

Grundwasser im Fokus

Es sind viele Themen, die zum Windpark von der Steuergruppe, bestehend aus Vertretern von Behörden, Verbänden und Fachleuten, sowie der Begleitgruppe, bestehend aus privaten Fachleuten, Interessierten, Kommissions- und Verbandsvertretern sowie auch Gegnern des Windparks, zu bearbeiten sind. Umweltverträglichkeit, Landschaftsanalyse, Zug- und Brutvögel, Wirtschaftlichkeit oder Geologie und Grundwasser sind einige davon. «Das Grundwasser ist ein sehr wichtiger Bereich, der die Bevölkerung besonders bewegt», weiss Lutz. In einer ersten Risikobetrachtung wurden alle denkbaren Gefährdungen des Grundwassers in Betracht gezogen. «Einige Gefährdungen konnten ausgeschlossen werden. Andere müssen standortspezifisch weiter untersucht werden.» Stelle sich heraus, dass sie nicht ausgeräumt werden könnten, müsste von Projektteilen oder vom gesamten Projekt Abstand genommen werden.

Es ist noch nicht Halbzeit in der Abklärungsphase. Trotzdem sind Details aus der Ausstellung herauszusehen. So wird das Fundament einer Windkraftanlage, je nach Wahl der Anlage, ungefähr einen Durchmesser zwischen 22 und 24 Metern aufweisen und eine Tiefe zwischen 3,2 und 3,45 Metern haben. Auf dem Lindenberg würden die Anlagen mit einer Eiserkennung an den Rotorblättern und mit einer automatischen Abtauvorrichtung versehen, wie Lutz erklärt. Weitere Abklärungen, wahrscheinlich mit einem Zugvogelradar, werden zeigen müssen, ob und wie Vögel durch die Windkraftanlagen beeinträchtigt würden; entsprechende Abklärungen wurden bereits für Fledermäuse gemacht.

«Bis jetzt haben die Abklärungen noch keine überkritischen Bereiche gezeigt, die einen Abbruch des Projekts nahelegen würden», fasst Lutz zusammen.

Verein Pro Lindenberg fordert Mindestabstände

Der Verein Pro Lindenberg «sieht bis dato keine Argumente oder Fakten, die uns veranlassten könnten, diesen Windpark gutzuheissen.» Das wird in der neusten Mitteilung des Vereins festgehalten. «Im Gegenteil, dieser Windpark ist mit allen Mitteln zu verhindern.»

Konkret bemängelt der Verein zum Beispiel, dass den Bürgerinnen und Bürgern der Luzerner Anwohnergemeinden die politische Möglichkeit einer Einflussnahme an der Urne verwehrt bleibt. Zwar hätten die beiden Regionalplanungsgruppen Idee Seetal und Repla Oberes Freiamt zusammen mit den Gemeinden Hitzkirch, Hohenrain und Beinwil das für den Windpark vorgesehene Gebiet ausgeschieden, aber auf Luzerner Seite bestehe noch kein kantonaler Richtplan. Die damalige Planungsgruppe habe einen sogenannten Letter of Intent gegenseitig unterzeichnet, in dem festgehalten werde, dass man sich untereinander in der Planung für diesen Windpark abspricht. «Dies ist im Planungsprozess nicht erfolgt». Mit dem Vorgehen der Initianten, das Projekt auf der Aargauer Seite voranzutreiben, würden diese Kooperationsvereinbarungen verletzt.

Grundwasser gefährdet?

So wären in jedem Fall beim Grundwasser beide Kantonsseiten mit ihren Wasserfassungen betroffen. «Die vom Experten aufgezeigten Grundwassersituationen auf dem Lindenberg zeigen auf, dass zwar Fundamente auf den verfestigten Moränengebieten gebaut werden können, dass aber die genaue Verästelung, die Flussrichtung der Grundwasser und deren Pegelstände nur ungenau und vermutet dokumentiert sind». Das heisse, «dass niemand eine Garantie abgeben kann (und auch will), dass die eh schon knappen Grundwasserreserven auf dem Lindenbergrücken nicht gefährdet sind.»

Die vorgelegten Windmessdaten und die gezogenen Schlüsse von Meteotest seien zu ungenau, da es sich lediglich um Monatsmittelwerte handle. Nachdem nun die Tageskurven pro Monat zur Verfügung stehen, könnten auf dieser Basis aussagekräftigen Zahlen zum Wind abgeleitet werden. Eine Tatsache bleibe, dass sogenannten Schwachwindkraftanlagen mindestens 5,5 bis 6,5 m/s Wind benötigten, um überhaupt wirtschaftlich ohne Subventionen betrieben werden zu können. Die Wirtschaftlichkeit des Windparks Lindenberg werde auf der Basis der zu erwartenden Subventionen aufgebaut. Die entsprechenden Unterlagen würden der Öffentlichkeit vorenthalten. «Somit kann die präsentierte Wirtschaftlichkeit von uns nicht nachvollzogen werden, da ja die Basisdaten der Berechnung, nämlich die erteilte Subvention, nicht vorliegen».

Reduzierte Wohnqualität

Massiv reduziert werde die Wohnqualität der umliegenden Wohnsiedlungen, zudem würden die umliegenden Liegenschaften entwertet. Dadurch würden in den Anrainergemeinden massive Steuerverluste resultieren. Das Naherholungsgebiet Lindenberg werde sehr stark abgewertet. «Fauna und Flora werden mit diesen Anlage bedroht und Tiere wandern ab». Schliesslich fordert der Verein Mindestabstände von minimal das Siebenfache der Rotordurchmesser oder die im Ausland geführte Regelung vom zehnfachen Abstand zur Anlagehöhe der Windkraftanlage.

Hinweis

Weitere Ausstellungen: Heute Donnerstag, 20. September, und Mittwoch, 26. September, Sulz, Saal (Hitzkirch); Montag, 24. September, Beinwil, Mehrzweckhalle, jeweils von 18 bis 21 Uhr.

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