Literatur: In «Reussschlinge» halten zwei Tote Polizist Bernauer auf Trab

Der Aristauer Martin Rüfenacht veröffentlicht seinen ersten regionalen Krimiroman, der in und um Bremgarten spielt.

Marc Ribolla
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Das Lagerhaus auf dem Chamer Papieri-Areal im Januar 2017, nachdem der Ideenwettbewerb abgeschlossen war.

Das Lagerhaus auf dem Chamer Papieri-Areal im Januar 2017, nachdem der Ideenwettbewerb abgeschlossen war.

Bild: Maria Schmid

Die Beschreibung verspricht Spannung. «Eine beschauliche Region birgt ihre düsteren Geheimnisse. Manche Dinge gründen in der Vergangenheit, die Flut fördert seelisches Treibgut zutage» – und manchmal wird auch eine menschliche Hand angeschwemmt. An der Reuss, im Freiamt. So wie im Krimi «Reussschlinge» des Aristauers Martin Rüfenacht. Gestern erschien das Erstlingswerk im deutschen Gmeiner-Verlag, der auf regionale Geschichten spezialisiert ist.

Gegen fünf Jahre schrieb Rüfenacht, der hauptberuflich als Jurist arbeitet, am Freiamt-Krimi. «Es gab intensive Phasen, wo ich oft an der Geschichte feilte. Manchmal machte ich aber auch eine Pause von zwei bis drei Monaten», erzählt der 41-jährige Familienvater. Über den Plot des Krimis möchte er nicht zu viel verraten. «Der lokale Touch spielt eine Rolle. Ich bin ja auch in der Region aufgewachsen, kenne alle Schauplätze. Es hat gewisse autobiografische Züge», sagt Martin Rüfenacht.

«Reussschlinge» spielt unter anderem in Bremgarten am Spittel- und Hexenturm, beim Kloster Hermetschwil, in Zufikon, Rottenschwil, Eggenwil oder Oberwil-Lieli. Im Mittelpunkt steht Kantonspolizist Stephan Bernauer, der einen Fall von mehreren ermordeten Frauen lösen muss und dabei Verbindungen zu einem dunklen Kapitel Freiämter Geschichte aufdeckt. Einen kleinen Hinweis verrät der Autor: «Das Thema passt sehr gut zum aktuellen Geschehen. Wäre der Roman erst in zwei Jahren erschienen, wäre er nicht mehr derart aktuell.»

Er hat schon lange mit dem Schreiben geliebäugelt

Eine Schreibausbildung hat Martin Rüfenacht nie absolviert. Das Wissen um den Aufbau einer Geschichte hat er sich mit dem Lesen von Krimis oder TV-Serien wie «Tatort» angeeignet. Er habe schon lange mit dem Schreiben eines Krimis geliebäugelt. Einfach war das Unterfangen nicht. «Den roten Faden rein zu bringen, war eine Herausforderung. Zudem ist die persönliche Tagesform beim Schreiben unterschiedlich. Der Roman sollte kein reiner Thriller sein, sondern auch unterhaltsam», sagt Martin Rüfenacht rückblickend.

«Reussschlinge» umfasst 256 Seiten, den letzten Buchstaben schrieb er am 28. Dezember 2019. Ein Datum, das sich bei ihm einprägte. «Das war der Stichtag, den mir der Verlag setzte. Ich musste innert eines Monats das Manuskript um rund 40 Seiten verlängern», erzählt er. Dies war einerseits anspruchsvoll, gab aber auch die Chance, die Figuren wie den ermittelnden Polizisten Bernauer zu schärfen und Details herauszuarbeiten.

Als Testleser fungierte seine Verwandtschaft, von der er eine ehrliche Meinung einholen wollte. Die Reaktionen seien positiv gewesen. Im Gegensatz zur Titelwahl konnte Rüfenacht bei der Gestaltung des Covers nicht mitreden. Das war reine Verlagssache. Dennoch ist er zufrieden. «Ich finde, es passt sehr gut zum Buch und widerspiegelt die Stimmung», meint er. Die Reuss spiele im Roman eine wichtige Rolle, die Story handle zudem im Herbst bei hohem Wasserstand und garstigem Wetter.

Bereits mit dem zweiten Roman beschäftigt

Mittlerweile beschäftigt er sich schon mit seinem zweiten Freiämter Krimi, der bereits am Entstehen ist. «Ich wollte den Schwung des ersten Buchs ausnützen», erklärt Rüfenacht. Sicher sei, dass einige Protagonisten aus «Reussschlinge» wieder darin vorkommen würden. So könne er den Personen eine Entwicklung geben. Bevor es so weit ist, dürfen die Freiämter zuerst sein Erstlingswerk geniessen. «Reussschlinge» ist in Buchhandlungen und online als E-Book verfügbar.

Hinweis
Die Vernissage findet heute um 18 Uhr bei «Furrers Wundertüte» in Bremgarten statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bereits bekannt sind auch Daten von Lesungen. Martin Rüfenacht liest am 17. Oktober in Bremgarten und am 10. November in Merenschwand.