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In den Dietwiler Scheunen gäbe es Platz für Menschen

Der Rahmengestaltungsplan für den Dorfkern hat im Aargau Pilotcharakter. Künftig sollen grosse Gebäude wie Scheunen und Ökonomiegebäude als Wohnraum genutzt werden können.
Grosse Gebäude in Dietwil könnten zu Wohnraum umgestaltet werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. (Bild: Eddy Schambron)

Grosse Gebäude in Dietwil könnten zu Wohnraum umgestaltet werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. (Bild: Eddy Schambron)

Grosse Häuser im Dorfkern von Dietwil werden nicht umgenutzt, weil der Volumenschutz eine zu hohe Hürde darstellt, eine Situation, die auch in anderen Gemeinden bekannt ist. Der Gemeinderat Dietwil fragte sich, als 2009 das eingezonte Bauland bereits wieder aufgebraucht war, wie man solche Gebäude umbaut, ohne die Identität des Dorfes zu schädigen. Herausgekommen ist, im Kontakt zum Kanton und den Grundeigentümern, ein Vorschlag mit einem Rahmengestaltungsplan, der im Aargau Pilotcharakter hat. Deshalb unterstützt ihn der Kanton auch mit einem finanziellen Beitrag an die Planungskosten.

Zahlreiche grosse Gebäude im Dorfkern von Dietwil stehen unter Substanz- und Volumenschutz und würden eigentlich ein grosses bauliches Potenzial aufweisen. Architekt Stefan Bircher von Eins zu Eins Architekten AG, Aarau, der den Dorfkern vertieft analysiert und Lösungsansätze zur Entwicklung erarbeitet hat, kam zum Schluss: Können Scheunen und Ökonomiegebäude genutzt werden, sind Einwohnerzunahmen von 40 bis 100 Prozent möglich, ohne dass zusätzliches Land überbaut werden muss. Heute allerdings ist die Situation so, «dass der Volumenschutz dazu führte, dass gewisse Gebäude nicht entwickelt wurden und die bestehende Bausubstanz nicht unterhalten wurde», hält der Gemeinderat fest. Das will er ändern, beziehungsweise die bauliche Erneuerung und Entwicklung im Ortskern unterstützen.

Neues schaffen, ohne Altes zu verlieren

Ein Rahmengestaltungsplan mit flexiblen Sondernutzungsvorschriften soll den herkömmlichen, im Bauzonenplan festgesetzten Volumenschutz ablösen. Zudem legt der Gestaltungsplan fünf Bereiche mit Entwicklungspotenzial fest, in welchen sich die zukünftige Innenentwicklung konzentrieren soll. «Ziel ist, das Potenzial zur Bestandserneuerung und Innenentwicklung zu vergrössern, ohne dass das intakte, gut ablesbare Ortsbild verloren geht.» Der vorliegende Rahmengestaltungsplan bilde die Grundlage für ein innovatives Verfahren, welches mehr Flexibilität für konkrete Projekte schaffe und somit die Entwicklung des Dorfkerns erleichtere. Er konkretisiere dabei kein architektonisches Richtprojekt, sondern gebe für das Gebiet die gestalterische Vorgabe bei Neu- und Umbauten vor. «Der Volumenschutz wird insbesondere durch Pflichtbaulinien abgelöst, welche die charakteristische Stellung der Gebäude zum Strassenraum sichersicherstellen.» Im Übrigen liege der Fokus auf einer frühzeitigen Beratung durch eine kleine Fach­baukommission, welche die Planungs- und Bauvorhaben im Dorfkern optimal begleiten und unterstützen werde. «Ein Leitfaden für Projektierung und Bauen setzt Spielregeln, lässt der Kommission bei der Beurteilung der Projektqualität aber auch einen gewissen Spielraum offen. Der Rahmengestaltungsplan Dorfkern kann als Vorleistung der Gemeinde für bauwillige Personen angesehen werden, da für die gesamte Dorfkernzone mit Gestaltungsplanpflicht ein solcher bereits erarbeitet wurde.»

Das Mitwirkungsverfahren hatte 2016 stattgefunden. In diesem Verfahren sind elf Eingaben beim Gemeinderat eingegangen. Die kantonale Vorprüfung ist abgeschlossen. Neben der Teiländerung Bauzonenplan und Rahmengestaltungsplan Dorfkern ist vorgesehen, die Bau- und Nutzungsordnung an die neuen Baubegriffe und Messweisen der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe anzupassen. Gleichzeitig wurde auch das ent­sprechende Gebührenreglement überarbeitet. Weiter soll mit der gesetzlich vorgeschriebenen Ausscheidung des Gewässerraumes der erforderliche Raumbedarf für die ökologische Funktion, für den Schutz vor Hochwasser und für die Gewässernutzung sichergestellt werden. Die öffentliche Auflage dauert vom 21. Januar bis 19. Februar.

Am Montag, 21. Januar, 19.30 Uhr, führt der Gemeinderat im Vereinslokal 2 der Mehrzweckanlage Dietwil eine öffentliche Informationsveranstaltung durch.

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