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«Integrierte Versorgung» lautet das Zauberwort

Das Projekt «Drehscheibe» will die Angebote zwischen den verschiedenen ambulanten und stationären Organisationen besser abstimmen. Der Anfang ist gemacht – doch es gibt noch viel zu tun.
Rahel Hug
Das Projekt «Drehscheibe» will eine geeignete Betreuung im Bezirk Muri sicherstellen.(Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Das Projekt «Drehscheibe» will eine geeignete Betreuung im Bezirk Muri sicherstellen.(Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Die Herausforderungen im Gesundheitssystem – sowohl im Kanton Aargau wie auch in der ganzen Schweiz – sind enorm. Die Zahl der Menschen mit chronischen Krankheiten nimmt zu, die Belastung der Betroffenen wie auch der Gemeinden stösst mehr und mehr an Grenzen. Ältere, demente Menschen benötigen neben den pflegerischen und medizinischen Leistungen auch soziale und juristische Unterstützung; Hausarztpraxen sind in der Regel überlastet.

«Integrierte Versorgung» lautet das Zauberwort, um diesen Entwicklungen zu begegnen. Grob zusammengefasst geht es darum, die verschiedenen Fachdisziplinen und Sektoren im Gesundheitswesen besser zu vernetzen, die Qualität der Versorgung zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Genau auf dieses Konzept setzen die Initianten der Vision «Gesundes Freiamt».

«Alle ziehen am selben Strang»

Teil dieser Vision ist das Projekt «Drehscheibe», das Anfang März gestartet ist. An einem Mediengespräch haben die Verantwortlichen – Thomas Wernli (Direktor der Pflegi Muri), Judith Keiser (Geschäftsleiterin des Maria-Bernarda-Heims in Auw), Hans-Peter Budmiger (Präsident der Fachgruppe Alter und Gesundheit des Regionalplanungsverbandes) und Sofia Mancanyadis vom Drehscheibe-Team – die ersten Monate Revue passieren lassen. Ziel der Drehscheibe ist die Abstimmung der Angebote zwischen den verschiedenen ambulanten und stationären Organisationen und mittelfristig die beratende Zuweisung von Klienten, Bewohnern und Patienten an die geeignete Institution.

«Die Einbettung in die Anlauf- und Beratungsstelle der Pro Senectute Muri hat sich bewährt», betonte Thomas Wernli. Mit dieser Konstellation könne man sinnvoll Synergien nutzen und Kosten sparen. Noch sei die Zahl der Anrufe beim Beratungsteam an der Luzernerstrasse 16 in Muri bescheiden, räumte Wernli ein. Dies habe man aber nicht anders erwartet, ergänzte Sofia Mancanyadis: «Es war geplant, in einem ersten Schritt die Beteiligten zusammenzubringen.» Vertragspartner sind die Pro Senectute, die Fachkommission Alter und Gesundheit der Repla, die fünf Alters- und Pflegeheime, die Spitex Muri und Umgebung, die Spitex Oberes Freiamt und das Spital Muri. «Wir haben erreicht, dass alle am selben Strang ziehen», sagte Thomas Wernli. Und Hans-Peter Budmiger fügte hinzu: «Es ist gut, dass die eine Seite nun weiss, was die Andere macht.» Das Projekt finde schweizweit Anerkennung. «Vielerorts ist man noch nicht so weit wie wir im Bezirk Muri.»

Ausserdem gebe es nun eine Übersicht über die aktuellen Angebote jedes Partners, erklärte Thomas Wernli. «Damit sollen Fehlplatzierungen vermieden werden.» Bis die beratende Zuweisung wie im Konzept vorgesehen operationalisiert werde, brauche es noch Zeit. Die Grundlagen seien aber mit der Angebotsübersicht gelegt. Wernli fasste zusammen: «Der Anfang ist gemacht, aber es gibt noch viel zu tun.» Integrierte Versorgung sei im Bezirk Muri «nötig und sinnvoll», so der Direktor der Pflegi Muri. «Sie wird mittelfristig der Bevölkerung und der Region einen Mehrwert bieten.»

Einen besonderen Fokus wollen die Beteiligten auf das betreute Wohnen legen. «Angebote in diesem Bereich sind noch nicht genügend vorhanden», betonte Wernli. Und Judith Keiser ergänzte: «Wichtig ist, dass betreute Wohnformen unmittelbar an die Institutionen angegliedert sind und dass die Individualität der Bewohner nicht zu kurz kommt.» In einer weiteren Phase ist auch geplant, das Marketing für die Drehscheibe zu lancieren. «Und wir wollen Organisationen wie beispielsweise die Lungenliga, aber auch Hausärzte gewinnen», sagte Thomas Wernli.

Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2020

Die Drehscheibe wird im Rahmen eines dreijährigen Pilotversuchs bis Ende 2020 betrieben. Die Kosten für den Betrieb sind laut Wernli, auch im Vergleich zu ähnlichen Projekten, «bescheiden». Sie belaufen sich im Rahmen des Pilotversuches jährlich auf 13 000 Franken und werden unter den verschiedenen Partnern unter Berücksichtigung der Grösse aufgeteilt.

Hinweis: Weitere Informationen gibt es unter www.gesundes-freiamt.ch

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