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Landi Freiamt prüft den grossen
Hanf-Einstieg

Das erste Hanffeld von total 20 Hektaren Versuchsfläche im oberen Freiamt ist geerntet.
Eddy Schambron
Lohnunternehmer Maurus Rosenberg (vorne) und Landi-Geschäftsführer Daniel Appert im Hanffeld in Kallern. Bild: Eddy Schambron

Lohnunternehmer Maurus Rosenberg (vorne) und Landi-Geschäftsführer Daniel Appert im Hanffeld in Kallern. Bild: Eddy Schambron

Die erste Ernte aus dem schweizweit einzigarten Hanf-Pilotprojekt der Landi Freiamt ist eingefahren. «Noch zu viel Unkraut», stellt Geschäftsführer Daniel Appert fest. Sein Unternehmen hat dieses Jahr 13 Bauern unter Vertrag genommen, die auf insgesamt rund 20 Hektaren Hanf anbauen und dabei zum Teil ganz unterschiedliche Anbautechniken verfolgen.

Die Landi Freiamt als Anschubfinanziererin, die auch das wirtschaftliche Risiko in diesem Projekt trägt, hat aber grosse Pläne: Sie liebäugelt sogar mit der Erstellung einer Schälanlage für Hanfnüsse – es wäre die erste und einzige in der Schweiz. «Um Hanf zu schälen, muss man heute ins Ausland fahren», weiss Appert.

Im Ausland schälen oder selber etwas bauen?

Der Mähdrescher von Lohnunternehmer Maurus Rosenberg aus Bünzen frisst sich durch das Hanffeld in Kallern. Er hat Erfahrung mit der Ernte von Hanf und das Schneidewerk passend eingestellt. Der Reifegrad entscheidet, wann idealerweise gedrescht wird. «Könnte auch noch ein paar Tage vertragen», stellen er und Appert nach der ersten Ernterunde fest. Das Erntegut wird später mit Abwärme der Biogasanlage der Agrino in Künten getrocknet. Dann muss es geschält werden, was gegenwärtig nur im Ausland geschehen kann. «Wir müssen uns überlegen, ob wir das im Lohnauftrag machen lassen sollen oder selber etwas, allenfalls in einer Kooperation, für die Schweiz realisieren wollen», erklärt Appert. Man hört aus seinen Worten heraus, dass er Letzteres gerne sehen würde. «Das würde auch anderen Hanf-Anbauern in der Schweiz helfen». Aber ebenso eine grosse Investition bedeuten.

Noch zu viel Unkraut unter der Masse

Konsequent wäre eine eigene Schälanlage allemal. Die Landi Freiamt hat den Hanfanbau ins Visier genommen, weil die recht anspruchslose Pflanze ohne Pestizide auskommt und komplett genutzt werden kann – Hanfnüsse können roh gegessen oder zu Öl gepresst werden, aus dem Samen kann Mehl gemahlen werden, Blätter eigenen sich für Tee und die Stängel für die Produktion von Fasern. «Wir sind mit Glärnisch Textil im Gespräch.»

Diese Genossenschaft hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, Materialien und Hilfsstoffe zu gewinnen und zu verwenden, welche natürlicherweise zur Verfügung stehen, und diese zu guten, zeitgemässen Produkten zu verarbeiten. Konkret können aus Hanffasern Schnüre genauso entstehen wie Hosen oder Jacken. «Die Stängel hier liefern wir noch nicht nach Glarus», lacht Appert, «wir wollen sie nicht erschrecken». Es ist einfach noch zu viel Unkraut unter der Masse.

«Wir sammeln Erfahrungen»

Das alles kann Appert und die Landi Freiamt jedoch nicht erschüttern. «Es sind ja Versuche, die wir hier anstellen, um Erfahrungen zu sammeln.» Auf den verschiedenen Feldern im ganzen oberen Freiamt sind die Hanfpflanzen ganz unterschiedlich herangewachsen.

Überzeugt ist Appert aber von der Hanf-Pflanze als solche. «Sie eignet sich gut in Fruchtfolgeflächen, wächst schnell, verträgt auch Trockenheit – Stichwort Klimawandel – und es braucht keinen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln».

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