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Lebensmittelhilfe ist im Freiamt gefragter denn je

Tischlein deck dich verteilt im Freiamt seit zehn Jahren Lebensmittel an Bedürftige.
Eddy Schambron
Peter Rüetschi, Leiter Tischlein deck dich in Muri, versorgt einen Bezüger mit willkommenen Lebensmitteln. (Bild: Eddy Schambron)

Peter Rüetschi, Leiter Tischlein deck dich in Muri, versorgt einen Bezüger mit willkommenen Lebensmitteln. (Bild: Eddy Schambron)

Ganz unterschiedliche Ansätze am Welternährungstag vom 16. Oktober: Während beispielsweise an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen offiziell über Themen wie Artenschwund, Verlust von Bodenfruchtbarkeit oder Hunger trotz globaler Überproduktion diskutiert wird, helfen regionale Tischlein deck dich ganz pragmatisch, Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und Menschen in finanziell bescheidenen Verhältnissen zu unterstützen.

Zum Beispiel in Muri: Seit zehn Jahren verteilt die Abgabestelle mit einem 14-köpfigen Freiwilligenteam Jahr für Jahr bis 13000 Kilogramm einwandfreie, vor der Vernichtung gerettete Lebensmittel. «Die Menschen, die am oder sogar unter dem Existenzminimum leben, sind sehr froh über unser Angebot», stellt der Leiter der Abgabestelle, Peter Rüetschi, fest. Auch in Wohlen gibt ein Team von Freiwilligen Lebensmittel zu einem symbolischen Preis ab.

Rund 40 Bezügerinnen und Bezüger

Jede Woche beziehen in Muri gegen 40 Haushalte mit gegen 130 Personen in Muri Lebensmittel gegen Vorweisen einer Bezugskarte und nach Bezahlung eines symbolischen Frankens. Diese durchweg einwandfreien Lebensmittel würden sonst «entsorgt», also vernichtet. In Muri kommen so jährlich rund 13000 Kilogramm zu Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben. Die Nachfrage wäre grösser. «Aber es fehlt an Kapazitäten», weiss Rüetschi, der gerne mehr Waren aus der nahen Umgebung hätte. Die meisten Lebensmittel werden von der Logistik-Plattform in Baar angeliefert.

«Es wäre aber sinnvoller, wenn man Lebensmittel nicht quer durch die Schweiz fahren müsste und lokale Produzenten überschüssige Ware direkt zu uns bringen würden.»

Einige davon gibt es, wie Rüetschi erklärt. «Es könnten gerne weitere dazukommen.» In Muri herrschte am Montag bei der Abgabestelle an der Seetalstrasse 13 reger Betrieb. Es gab von Rivella über Olivenöl bis zu frischem Salat ein recht breites Angebot für die von Armut betroffenen Menschen aus der Region, die von der Jugend-, Ehe- und Familienberatung des Bezirks Muri eine Bezugskarte erhalten haben. Zu den Kundinnen und Kunden von Tischlein deck dich gehören «Working Poor», Familien, alleinerziehende, Migrantinnen und Migranten und Menschen, die Sozialhilfe oder eine Invalidenrente beziehen. Sie werden von Tischlein deck dich als Kundinnen und Kunden bezeichnet und auch so behandelt.

In der Schweiz landen jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel im Abfall, stellt Tischlein deck dich fest. Die Organisation hat sich seit ihrer Gründung 1999 dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung verschrieben und ist bemüht, so vielen armutsbetroffnen Menschen als möglich das knappe Haushaltsbudget durch Lebensmittelabgaben zu entlasten. Inzwischen werden 129 Abgabestellen in der ganzen Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein betrieben. Die Lebensmittel stammen von fast 1000 Produktspendern aus Landwirtschaft, Grosshandel, Industrie und Detailhandel.

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