Mit Silvia Langenbacher Knüsel kandidiert ein politisch unbeschriebenes Blatt als Grossrätin

Die Abtwilerin politisiert für die GLP – und will ein Vorbild für Frauen sein.

Nathalie Wolgensinger
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Silvia Langenbacher Knüsel.

Silvia Langenbacher Knüsel.

Bild: Nathalie Wolgensinger

Silvia Langenbach Knüsel fährt mit ihrem 33 Jahre alten BMW Tourentöff vor. Als Treffpunkt hat sie die Alpwirtschaft Horben vorgeschlagen. Das beliebte Ausflugsziel auf dem Lindenberg hat es ihr angetan. Von hier oben geht der Blick bei entsprechendem Wetter bis weit in die Zentralschweizer Alpen.

Nebst der wunderbaren Aussicht schätzt sie die Anfahrt, die über geschwungene Nebenstrassen führt. «Da kann man es gemütlich nehmen und gemächlich fahren», kommentiert sie lachend.

«Ich war sehr gerne Mutter und Hausfrau»

Seit bald dreissig Jahren lebt und wirkt die gebürtige Zürcherin in Abtwil, dem kleinen Dorf im Freiamt. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie ein Planungsbüro für Flachdächer. Die drei Söhne sind junge Erwachsene und stecken mitten in ihren Aus- und Weiterbildungen. «Ich war sehr gerne Hausfrau und Mutter. Mein Mann hat das akzeptiert. Für uns als Familie war das ideal», blickt die gelernte Telegrafistin zurück. Nebst der Familienarbeit war sie stets ehrenamtlich engagiert.

Silvia Langenbacher Knüsel im Video-Interview.

So arbeitete sie beim Elternbildungstag Freiamt mit und als Schulpflegerin in Abtwil. Während zehn Jahren war sie Mitarbeiterin der Volkshochschule Oberes Freiamt, unter anderem als Leiterin der Sprachabteilung. Während dieser Zeit absolvierte sie auch die Weiterbildung zur Ausbildnerin. Nun also wagt die 54-Jährige den Sprung in die Politik. Vor genau einem Jahr trat sie der GLP des Bezirks bei. «In der Partei wird sachlich und lösungsorientiert politisiert, das hat mich von Beginn weg angesprochen. Und dann sind wir erst noch vernünftig und grün», fügt sie lachend an. Als Muris Gemeindeammann und GLP-Grossratskandidat Hampi Budmiger sie als Kandidatin anfragte, habe sie gleich zugesagt.

«Ich möchte, dass Hampi Budmiger gewählt wird»

«Und zwar nicht als Listenfüllerin, sondern als Unterstützung für Hampi. Ich möchte, dass er gewählt wird», sagt sie mit Bestimmtheit. Mit dem Listenplatz zwei könnte die Möglichkeit bestehen, dass sie selbst auch gewählt wird oder nachrutscht. «Dessen bin ich mir bewusst. Ich habe Zeit und Ressourcen für das Amt», sagt sie. Sollte sie es in den Grossratsaal nach Aarau schaffen, dann sei eines ihrer Hauptanliegen, dass man wieder vermehrt Sorge zur Umwelt trage, «und das auf vernünftige Weise und mit liberalen Mitteln», fügt sie an.

Erneuerbare Energien, wie sie auch auf dem Horben mit einem Windpark angedacht sind, unterstützt sie. «Man muss aber bei jedem Projekt aufs Neue prüfen, wo es Sinn macht», kommentiert die begeisterte Tänzerin. Ebenso wichtig ist ihr die Frauenförderung. «Ich will mit meiner Kandidatur aufzeigen, dass es um das Mitmachen geht», sagt sie. Sie beobachte, dass Frauen wenig Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten hätten. Das sei schade, man müsse sich viel mehr getrauen, findet sie. Sagt’s, setzt den Helm auf, um wieder in Richtung Abtwil zu fahren.