Notfalltreffpunkte für alle Aargauer

In Dietwil wurden stellvertretend für den ganzen Kanton, die 299 Notfalltreffpunkte im Aargau in Betrieb genommen.

Melanie Burgener
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Gemeindeammann Pius Wiss und Regierungsrat Jean-Pierre Gallati beim Notfalltreffpunkt Dietwil.

Gemeindeammann Pius Wiss und Regierungsrat Jean-Pierre Gallati beim Notfalltreffpunkt Dietwil.

Bild: Britta Gut

«Ab sofort sind die Notfalltreffpunkte einsatzbereit, wenn Bedarf besteht», spricht Pius Wiss in das kleine Gerät. Der Dietwiler Gemeindeammann und Chef des Regionalen Führungsorgans (RFO) Freiamt durfte gestern Nachmittag in Dietwil den ersten Funk an die Notfallzentrale absetzen und damit stellvertretend für den ganzen Kanton Aargau die insgesamt 299 Notfalltreffpunkte in Betrieb nehmen.

Ab sofort gibt es für die ganze Aargauer Bevölkerung in jeder Gemeinde einen offiziellen Ort, wohin sie sich im Fall einer Naturkatastrophe, eines längerfristigen Stromausfalls oder einem Engpass an Trinkwasser und Nahrungsmitteln begeben kann.

Dietwil stand symbolisch für den ganzen Kanton

Dass diese Inbetriebnahme in der südlichsten Gemeinde des Kantons gefeiert wurde, war kein Zufall, wie Bevölkerungsschutzdirektor und Regierungsrat Jean-Pierre Gallati in seiner Rede festhielt: «Dietwil steht heute symbolisch für den Aargau. Die Gemeinde hat eine ausgeprägte Grenzlage, wie auch der Aargau, der ein ausgeprägter Grenzkanton ist.»

Die Notfalltreffpunkte sind ein Teil der Arbeiten am Entwicklungsschwerpunkt «Evakuation und Notkommunikation» des Aufgaben- und Finanzplans 2020-2023. Die Treffpunkte werden mit einer Tafel gekennzeichnet und befinden sich in der Nähe eines Mehrzweckgebäudes. So können sie alle Einwohnerinnen und Einwohner gut finden und auch die nötigen Infrastrukturen wie zum Beispiel eine Turnhalle sind in der Nähe vorhanden. Zudem wurden die Treffpunkte weg von Gewässern angebracht, damit sie auch im Fall einer Überschwemmung eine sichere Anlaufstelle für eine Evakuation bieten.

Hinter diesen Tafeln steckt ein ganzes Kommunikationskonzept denn «keine Führung ohne Kommunikation», wie Jean-Pierre Gallati betonte. «Damit die Bevölkerung weiss, was sie machen muss, muss die Führung wissen, wie sie führen muss.» Die Kommunikationsfähigkeit der Notfalltreffpunkte werde durch den Anschluss an das Polycomfunknetz sichergestellt und in Zukunft von den Feuerwehrleuten der jeweiligen Gemeinden ausgelöst. Damit dieses System funktioniere, brauche es lokale Partner wie die Feuerwehr und den Zivilschutz. «Wir gehen hier von einer Situation aus, in der nichts mehr funktioniert. Und wir sind überzeugt, dass wir das lokal besser lösen können, als zentral, zum Beispiel von meinem Büro aus», so Gallati.

Notfalltreffpunkte sind ein Meilenstein im Pilotprojekt

Die Planung dieses Pilotprojekts hat vier Jahre gedauert, sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und dem Kanton Solothurn ausgearbeitet. Die vergangenen Monate bedeuteten für alle Beteiligten einen intensiven Dialog mit allen Partnern, wie Dieter Wicki, Leiter Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz berichtete. «Ich bin froh, dass wir diesen Meilenstein nun erreicht haben. Wenn morgen etwas passiert, funktioniert alles. Jetzt müssen wir dran bleiben um sicherzustellen, dass es auch in drei Jahren noch funktioniert», so Wicki.

In den kommenden Tagen werden in allen Haushalten des Kantons Aargau Informationsbroschüren zu den Notfalltreffpunkten verteilt. Darin befindet sich eine Karte der jeweiligen Gemeinde mit dem eingezeichneten Standort des Treffpunkts sowie die Wichtigsten Verhaltensregeln im Falle einer Evakuierung.

Zusätzlich sind alle Standorte und Informationen auch auf der Website www.notfalltreffpunkt.ch aufgeschaltet.