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Regionales Führungsorgan übt Ausnahmesituation in Auw

Am Donnerstagabend erfuhren Gemeindevertreter Näheres zum Vorgehen des Regionalen Führungsorgans bei Katastrophenfällen. Dabei stand ein aktuelles Szenario im Vordergrund.
Christian Tschümperlin

Der Hitzesommer hat auch das Regionale Führungsorgan (RFO) Oberfreiamt nicht kaltgelassen. Vor geladenen Gemeindevertretern aus Auw und den umliegenden Gemeinden probte er den Ernstfall: «Was tun bei Waldbrand?», war die Frage, die am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle Auw im Zentrum stand.

Stabschef Roger Stephan instruierte zu Beginn der Simulation seinen Stab, der sich aus Fachvertretern von Feuerwehr, Polizei, Sanität, technischen Diensten und Zivilschutz zusammensetzt. Der RFO koordiniert im Katastrophenfall diese Organe aus seiner Zentrale und kann von den Gemeinden oder den Diensten selber aufgeboten werden. «Sie identifizieren Problemkreise und schlagen Massnahmen betreffend Aufgebot von Material und Personal vor», sagte Roger zu den Stabsmitarbeitern.

Instruktionen für den Fall, dass die Kirche brennt

Nach einem ersten Einblick in den Ablauf der ad hoc eingerichteten Zentrale geleitete Zivilschutzchef Romuald Brem das Publikum nach draussen, wo es auf einen Wagenpark traf: Mobile Pumpen und Schläuche, die beispielsweise Garagen leerpumpen können, stachen ins Auge. Daneben stand eine mobile Sandabfüllanlage. «In 30 Minuten können damit bei Hochwasser 120 Säcke abgefüllt werden», stellte Zivilschutzmitarbeiter Sasha Meier fest. Auf dem Areal standen auch ein Kulturgüterschutz- und ein Führungsunterstützungs-Anhänger. Das Vorgehen zum Schutz von Kulturgütern ist in einem Ordner für Zivilschützer illustriert. Es wird gezeigt, welcher schützenswerte Gegenstand – ob Gemälde, wertvoller Kerzenständer oder Kirchenschatz – in welcher Reihenfolge wie zu evakuieren ist.

«Im letzten Mai haben wir das gesamte Funknetz auf Funklöcher überprüft.» Pascal Müller, Zivilschützer

Und nicht zuletzt, wo die Schlüssel zu den Kirchen Auw, Oberrüti, Merenschwand, Mühlau und Sins zu finden sind. Mögliche Szenarien sind ein Kirchenbrand oder Hochwasser. Der Führungsunterstützungswagen soll derweil die Kommunikation zwischen der Zentrale und der Front gewährleisten. Die Karte auf dem Laptop ist via Internet mit derjenigen in der Mehrzweckhalle verbunden. Kommentare können in Echtzeit gegenseitig verfolgt werden. «Sollte das Handynetz zusammenbrechen, könnte man TCP IP auch via Funkgeräte übertragen», informierte Zivilschützer Moritz Knüsel.

Nach Dreiviertelstunden kehrten die Gäste in die Mehrzweckhalle zurück. Der Fachvertreter Polizei Thomas Isler, der für den Gebäude- und Personenschutz zuständig ist, präsentierte seinen Vorschlag bezüglich des Umgangs mit Tieren bei Waldbränden. Diese sollten nach Möglichkeit auf die Weide getrieben werden, weil die rasche Verfügbarkeit von Viehtransportern nicht gewährleistet ist. Währenddessen hatte die Fachvertreterin Sanität Gabriela Lüdi den optimalen Standort für den Abspracherapport ausfindig gemacht: Das Gemeindehaus Abtwil. Vor Ort wäre es zu hektisch.

Kein Ernstfall in den letzten elf Jahren

RFO-Oberfreiamt-Chef Pius Wiss unterbrach die Übung. «Sie haben nun einen Einblick in die Arbeitsweise des RFO erhalten», sagte er. Wichtig sei, dass dieser, in enger Absprache mit Polizei, Feuerwehr, Sanität und Zivilschutz, aus dem Hintergrund agiere und nicht selber an die Front gehe. Was in der Region häufig vorkommen könne, seien Hochwasser und Stromausfall. Nach dem Anlass erzählte dann Zivilschützer Pascal Müller von den Übungen: «Im letzten Mai haben wir das gesamte Funknetz auf Funklöcher überprüft. Ein anderes Mal haben wir die Notstromaggregate unter die Lupe genommen». In den letzten elf Jahren habe es aber nie ein Aufgebot für einen Ernstfall gegeben. Bleibt zu hoffen, dass dies weiterhin so bleibt.

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