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Sie bekämpft die Krankheitserreger im Spital Muri

Petra Handler, neue Leiterin Spitalhygiene am Spital Muri, senkt die Infektionen deutlich. Die Vorbereitungsmethode gegen Wundinfektionen kommt aus ihrem Heimatland Österreich.
Eddy Schambron
Petra Handler im Spital Muri. (Bild: Eddy Schambron)

Petra Handler im Spital Muri. (Bild: Eddy Schambron)

Sie hat die schon tiefe Infektionsrate bei Hüft- und Knieoperationen im Spital Muri nochmals signifikant gesenkt. «Ich bin selber erstaunt», sagt Petra Handler, seit Februar neue Leiterin Spitalhygiene am Freiämter Spital. Die wahrscheinlich in dieser Form noch nirgends in der Schweiz praktizierte Vorbereitungsmethode gegen Wundinfektionen ist in ihrem Heimatland Österreich durchaus üblich. «Antiseptische Waschungen bereits fünf Tage vor der Operation durch den Patienten zu Hause und eine Nasensalbe bringen eine grosse Wirkung», freut sie sich. Die Patientinnen und Patienten nehmen diese Möglichkeit gerne an. «Sie tun es für sich, da ist die Motivation hoch», weiss die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, die jahrelang in der operativen Pflege und Leitung im Operationssaal wirkte, bis sie sich vor 14 Jahren mit Leidenschaft der Spitalhygiene zuwandte.

«Jede Infektion ist eine zu viel», unterstreicht Handler. Sie ist die Frau, die in allen Bereichen des Spitals Muri ein Auge darauf hat, dass das Infektionsrisiko so gering wie nur möglich gehalten wird. Das geht von den Sprühsäulen mit Desinfektionsmittel beim Eingang oder bei der Cafeteria für die Besucherinnen und Besucher bis hin zur konsequenten Erinnerung des Personals, ebenfalls regelmässig die Hände zu desinfizieren und der Spitalhygiene höchste Beachtung zu schenken. Sie legt Hygieneprogramme fest, mahnt Nutzerinnen und Nutzer, Stethoskope, Handys oder Computertastaturen regelmässig zu reinigen, sie kontrolliert, macht Abstriche, erfasst die Händehygiene, prüft Wasser- und Luftqualität und vieles mehr, ohne aber so etwas wie eine Sauberkeits-Polizistin zu sein. «Die ständige Thematisierung der Spitalhygiene ist aber wichtig, weil in diesem Bereich die persönliche Betroffenheit fehlt: Man kann in der Regel kaum nachweisen, woher eine Infektion herrührt.»

Zu Hause reicht Seife

Hygienisch besonders kritisch sind – nicht nur in einem Spital – nicht etwa die regelmässig gereinigte Toilette oder das Händeschütteln. «Aufzugsknöpfe», sagt Handler, dürften am «dreckigsten» sein, wahrscheinlich auch Handys. «Die meisten möchten nicht wissen, was da alles drauf ist», vermutete sie. Für Besucherinnen und Besucher im Spital sei es nicht ratsam, sich aufs Patientenbett zu setzen oder die Patiententoilette zu benutzen. Und wie hält es die Leiterin Spitalhygiene persönlich zu Hause? Einfache, herkömmliche Reinigungsmittel, ebenso eine Kernseife zum Waschen der Hände würde zu Hause vollauf genügen.

Aber im Spitalbereich, da gelten andere Massstäbe, da ist sie kompromisslos. «Wer hier eine Behandlung braucht, hat in der Regel bereits ein geschwächtes Immunsystem – je kränker oder je älter, desto schwächer. Deshalb steht Hygiene an absolut oberster Stelle, da gibt es nichts zu diskutieren.» Und sie freut sich, wenn ihr die Zahlen Recht geben. Denn auch das gehört zu ihrem Job: den Nachweis erbringen, dass die Hygienemassnahmen greifen.

Die Reinigung wird wieder dem Spital unterstellt

Zu Handlers Arbeitsumfeld gehören alle, Chirurgen und Pflegende genauso wie das Reinigungspersonal. Bei Letzterem hat sie eine neue Kollegin erhalten, weil das Spital Muri die ganze Spitalreinigung ab 1. Januar wieder selber bewerkstelligt. Monika Iseli hat als Teamleiterin Reinigung 22 Angestellte unter sich, praktisch alles Leute, die vorher für die vom Spital engagierte Fremdfirma gearbeitet haben und ihren Arbeitsort bereits kennen. «Auf diese Weise können wir sehr flexibel auf verschiedene Bedürfnisse reagieren», erklärt Iseli, die in Sachen Spitalhygiene eng mit Handler zusammenarbeitet. Unter anderem wird das Team jetzt auf die Abläufe eingearbeitet und mit den regulatorischen Anforderungen vertraut gemacht, die «so gross sind, wie bei den Weissen», wie Emanuel Egger, Leiter Betrieb und Infrastruktur, ausführt. Die «Weissen», das sind die Ärzte und Pflegenden. Mit der neuen Organisation, die Reinigung selberzumachen, wird nicht eigentlich eine Einsparung erwartet, sondern vielmehr eine weitere Steigerung der Qualität. Es wird so zudem in Zukunft einfacher sein, die Digitalisierung auch im Reinigungswesen Einzug halten zu lassen.

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