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Viele Emotionen beim grossen Geburtstagsfest im Murimoos

85 Jahre «Murimoos werken und wohnen» wurde gebührend gefeiert. Ein Bewohner erzählte dabei seine ganz spezielle Geschichte.
Ruedi Burkart
Am Flohmarkt wurde erst über den Preis verhandelt, dann wechselten die Objekte ihren Besitzer. (Bild: Ruedi Burkart (Muri, 22. September 2018))

Am Flohmarkt wurde erst über den Preis verhandelt, dann wechselten die Objekte ihren Besitzer. (Bild: Ruedi Burkart (Muri, 22. September 2018))

Am Anfang waren die Zwerge, grosse und kleine. Und die mussten erst mal arbeiten, bevor der neue Spielplatz beim Murimoos, ennet der Bünz gelegen, zwischen dem alten Gewächshaus und dem vormaligen Verwalterhaus, offiziell eröffnet wurde. Die Rotmützen pflückten auf dem ganzen Areal Äpfel und verarbeiteten diese unter den Augen von zahlreichen Schaulustigen zu Most. Nach den berührenden Worten von Hansueli Hauenstein, dem Pfarrer der reformierten Kirche Muri Sins, und der Segnung des Platzes durch Diakon Francesco Marra, wurde der Spielplatz den Kindern und Jugendlichen übergeben, die bereits ungeduldig hinter der Absperrung warteten. Und während sich der Nachwuchs fröhlich und lautstark auf Entdeckungsreise machte, durften die Erwachsenen ein Glas des frisch gepressten Obstsaftes geniessen.

Ein wenig ruhiger ging es gleichzeitig auf dem Platz vor dem Restaurant Moospintli zu und her. Bewohner boten an einem Flohmarkt Trouvaillen feil. Von Langspielplatten über Westernromane bis hin zu Küchenutensilien und Schneeketten war alles erhältlich. Sogar ein Militärhelm war im Angebot.

Auch Regierungsrat Hürzeler schaute vorbei

Um den 85. Geburtstag der In-stitution mit der Bevölkerung feiern zu können, war den Verantwortlichen um Murimoos-Präsidentin Heidi Schmid kein Aufwand zu gross. Neben dem Highlight, der Eröffnung des neuen Kinderspielplatzes, lockten eine Filmvorführung, Musik der Band Brässkalation, Führungen durch die neue Biogasanlage und durch den Wohnbereich sowie eine spezielle Bilderauktion. An jener konnten Werke der Künstler Elso Schiavo und Sandra Schawalder ersteigert werden. Der Erlös kommt dem Spielplatz zugute, dieser wird ausschliesslich durch Sponsorengelder und Eigenleistungen gedeckt. Für leuchtende Augen bei den Zuhörenden sorgte der Kinderchor der Bremgarter Kantorei mit seinem Ständchen vor der Spielplatz-Eröffnung, Gaukler zauberten und verzauberten, Kinder wurden geschminkt und bei einem «Spiel ohne Grenzen» gab es nur Gewinner.

Begonnen hat die Geschichte des Murimoos offiziell am 7. Januar 1933. Pfarrer Samuel Holliger hatte die Vision, mit «Arbeit und Unterkunft» hilfebedürftige Menschen wieder auf die Beine zu bringen und sie nicht um Almosen betteln zu lassen. In die damalige Arbeitskolonie kamen arbeitsscheue Männer, oft mit Alkoholproblemen. Erst ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 1986, wurde das sogenannte Dörfli bezogen und geschützte Arbeitsplätze in Betrieb genommen. Diese und zahlreiche weitere Episoden erwähnte Hans Däpp in seiner Zeitreise während eines Apéros, an welchem unter anderen auch Regierungsrat Alex Hürzeler teilnahm. Für Däpp war es einer der letzten öffentlichen Auftritte als Murimoos-Geschäftsführer. Er gibt die Leitung per 1. Oktober an seinen Nachfolger Michael Dubach (41) ab. Dieser wird einen herausfordernden Betrieb übernehmen, denn die Institution steht vor einigen Veränderungen. Erstmals in der 85-jährigen Geschichte werden auch Frauen aufgenommen. Mit der Strategie 2022 will sich das Murimoos entsprechend positionieren.

Zufriedene Klienten im Murimoos

Hanspeter Gasser ist eine imposante Erscheinung, hat tätowierte Arme und einen gutmütigen Gesichtsausdruck. Gasser lebt seit 20 Jahren im Murimoos und gewährt den Anwesenden mit seinen eigenen Worten einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben. Er arbeitete früher in der Holzabteilung und sei jetzt mit dem Pneulader unterwegs, liess er die Zuhörenden wissen. «Ich bin hier sehr zufrieden, es gefällt mir immer noch ausgezeichnet.» In seiner Freizeit klopfe er mit Kollegen gerne einen zünftigen Jass, «oder dann fahre ich mit dem Töffli durch die Gegend.» Seinen amüsanten Einblick schloss er mit den Worten: «Im Murimoos kann man ein schönes Leben führen.» Die Zuhörenden belohnten den Mut des Mannes, alleine vor Dutzenden von Leuten zu treten und seine interessante Geschichte zu erzählen, mit einem lang anhaltenden Applaus.

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