Wie Geschäfte im Freiamt auf die Verordnung reagieren

Die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus verlangen auch Freiämter Arbeitgebern vieles ab.

Eddy Schambron
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Beda Huber in seiner Papeterie in Muri.

Beda Huber in seiner Papeterie in Muri. 

Bild: Eddy Schambron (16.März 2020)

Beda und Hanni Huber von der gleichnamigen Papeterie und Buchbinderei in Muri erwarten von der bundesrätlich verord­neten Schliessung des Ladens erhebliche wirtschaftliche Einbussen. «Zwar kann und muss ich in der Buchbinderei noch arbeiten, um bestehende Aufträge zu erfüllen», sagt er, «aber mit der Schliessung des Ladens fällt eine wichtige Einnahmequelle weg.» Er habe gewisse Reserven, wie er erklärt, «aber es kommt natürlich darauf an, wie lange die Schliessung andauert». Für seine Teilzeitangestellten wird die Arbeit weg­fallen. Sie sind entsprechend verunsichert. Welche Möglichkeiten für sie bestehen, werde er mit seinem Treuhänder genau anschauen.

«Mit Einschränkungen» offenhalten könnte die Landi Freiamt ihre Landi-Läden in Muri und Widen, weil diese auch Produkte des täglichen Lebens und viele Hygieneartikel verkaufen. «Zudem braucht es im Agro-­Bereich auch Tierfutter», sagt Geschäftsführer Daniel Appert. Aber wirklich wissen, wie es in den nächsten Wochen aussieht und ob beispielsweise die Ra­yons Werkzeuge oder Garten abgetrennt werden müssen, tut es die Geschäftsführung auch noch nicht. «Das müssen wir jetzt abklären», sagt Appert und hofft: «Vielleicht müssen wir einfach darauf schauen, dass die Distanz gewahrt wird und nicht zu viele Leute im Laden sind».

Pragmatischer Umgang

Jeremias Wyrsch vom Optikergeschäft Andi Ludin in Muri will mit der Situation pragmatisch umgehen. Während sein Chef die Ferien absagen mus­ste, sieht er seinen Lohn vorderhand nicht gefährdet und ist auch der Ansicht, dass die Massnahmen notwendig sind. «Auch wenn sie wirtschaftlich sicher wehtun, wollen wir unseren Beitrag leisten.» Er geht davon aus, dass das Optikergeschäft für seine Kundschaft telefonisch für Beratungen erreichbar sein wird. Und hofft, dass sich die Brillenkäufe in den Herbst verschieben werden. «So könnte wenigstens der wirtschaftliche Schaden etwas vermindert werden.»