Freispruch im Familiendrama bestätigt

Das Bundesgericht hat den Freispruch für einen Kollegen des jungen Mannes bestätigt, der 2008 im Muotathal seine Stiefmutter und seinen Stiefbruder erstochen hat. Laut Gericht hat er nicht um die Verwirklichung der schrecklichen Tat gewusst.

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In der Nacht auf den 12. April 2008 hatte in Ried-Muotathal SZ ein 16-jähriger Jugendlicher seine 39-jährige Stiefmutter und seinen 13-jährigen Stiefbruder mit mehreren Messerstichen getötet. Danach hatte er seinen leiblichen Vater angegriffen und diesen leicht verletzt.

Unterlassene Nothilfe

Ein damals 14-jähriger Kollege des Täters wurde im vergangenen Februar vom Schwyzer Jugendgericht vom Vorwurf der unterlassenen Nothilfe freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, dass er von der unmittelbar bevorstehenden Tat gewusst und nichts dagegen unternommen habe.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch nun abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne durften die Schwyzer Richter davon ausgehen, dass der Jugendliche nicht um die Verwirklichung der Tat gewusst hat.

Leere Drohung

Nachdem der Täter seine Pläne über einen längeren Zeitraum gegenüber verschiedenen Personen angekündigt habe, habe die Möglichkeit bestanden, diese als leere Drohung oder als Phantasie zu verstehen. Auch aus anderen Umständen könne nicht darauf geschlossen werden, dass der Kollege um die Tatumsetzung gewusst habe.

Der Täter wurde im August 2009 wegen mehrfachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes zu neun Monaten bedingt verurteilt. Das Gericht verfügte eine Unterbringung in eine nicht geschlossene Anstalt.

sda