FREMDENVERKEHR: Die Region Freiamt soll bekannter werden

Der Verein Erlebnis Freiamt sucht die Zusammenarbeit mit anderen Tourismusverbänden. Über eine Plattform sollen die attraktivsten Angebote landesweit ausstrahlen.
Cornelia Bisch
Peter Hägler, Herbert Strebel und Severin Brugger (von links) vom Verein Erlebnis Freiamt.

Peter Hägler, Herbert Strebel und Severin Brugger (von links) vom Verein Erlebnis Freiamt.

Nebst dem Jahresprogramm, das wiederum eine ganze Reihe geführter Wanderungen, Velotouren und Besichtigungen im Freiamt und in Nachbarregionen vorsieht, hat der Verein Erlebnis Freiamt vor allem ein Ziel: im laufenden Jahr die Region mit den benachbarten, aber auch entfernteren Gebieten der Schweiz zu vernetzen und auf diese Weise das Freiamt und seine Naturschönheiten für den «sanften Tourismus» bekannter zu machen.

«Die bereits aufgegleiste Zusammenarbeit mit Aargau Tourismus und anderen Tourismus-, Kultur- und Verkehrsvereinen werden wir dieses Jahr definitiv besiegeln und wenn möglich ausbauen», sagte der Vereinspräsident Herbert Strebel. Auch einzelne Gemeinden können Partner sein. «Auf diese Weise müssen sie nicht selbst etwas aufziehen und können von un­seren Vernetzungsbemühungen profitieren.» Gemeinsame Aktivitäten, die über die Region hinausführen, könnten aus dieser Zusammenarbeit hervorgehen.

Mit «Top Freiamt» betreibt der Verein bereits eine Plattform, auf der Gemeinden und Vereine ihre Veranstaltungen gegenüber der Öffentlichkeit bewerben können. «Die Publikation ist kostenlos. Wir wählen von allen Einträgen die 50 bedeutendsten aus, bewirtschaften und verlinken diese mit Aargau- und Schweiz Tourismus», erklärt Strebel. Nach welchen Kriterien die Auswahl erfolgen soll, ist noch unklar. Ein Newsletter, der kürzlich ins Leben gerufen wurde, informiert künftig drei- bis viermal jährlich über aktuelle Aktivitäten.

Mit manchmal mehrseitigen Publikationen in Zeitschriften sowie dem Gastauftritt an der Lenzburger Gewerbeausstellung Lega 2017 verzeichnete Erlebnis Freiamt ebenfalls grosse Erfolge. «Erst kürzlich habe ich erfahren, dass der Aargau dieses Jahr Gastkanton an der Zuger Messe sein wird. Man hat uns zugesagt, dass Erlebnis Freiamt dabei einen besonderen Stellenwert einnehmen wird.»

Grosse Schäden durch «Burglind»

Der Verein erwähnte auch auf die Schäden durch den Sturm Burglind Anfang Januar. Vor allem am Sagen- und am Kinderweg habe es Verheerungen gegeben. «Die Teufelsskulptur wurde vollständig zerstört und eine Brücke des Kinderweges aus der Verankerung gerissen», berichtet Herbert Strebel. Diese Schäden belasten das Budget des Vereins. «Dank der vielen freiwilligen Helfer müssen wir nur mit den Materialkosten von 3000 bis 5000 Franken rechnen. Andernfalls würden sich die Schäden auf mehrere zehntausend Franken belaufen.» Versichern könne man die Kunstwerke und Erlebnispfade nicht. «Das Risiko tragen wir vollumfänglich.» Beide Wege waren eine Zeit lang gesperrt. «Seit einer Woche ist der Kinderweg jedoch wieder offen und sicher begehbar.» Am Sagenweg wird noch immer renoviert und aufgeräumt, sodass gelegentlich Teilstrecken gesperrt sein könnten. Grundsätzlich ist er jedoch ebenfalls offen.

Wichtige Arbeit für die Region

Sämtliche der rund 80 Vorstands- und Vereinsmitglieder von Erlebnis Freiamt arbeiten ehrenamtlich für den bald 20-jährigen Verein. Er hat seit seiner Gründung im Jahr 2000 vor allem vier bedeutende Werke für die Region umgesetzt und erhalten: den 192 Kilometer langen Freiämterweg, ein Rundwanderweg mit entsprechendem Wanderführer zwischen Dietwil und Othmarsingen, den Kinderweg in Benzenschwil, ein Waldrundgang mit diversen Spiel- und Erlebnisstationen für Kinder; den Sagenweg im Wald von Waltenschwil mit zwölf Skulpturen lokaler Künstler, die Freiämter Sagen symbolisieren; sowie die Freiämter Freizeitkarte mit zahlreichen Velorouten.

Unterstützt wird der Verein von Stiftungen und Sponsoren, den Regionalplanungsverbänden sowie fast allen Gemeinden der Region, die jährlich 25 Rappen pro Einwohner beisteuern. «Der Unterhalt des Freiämterwegs allein kostet zehn- bis zwölftausend Franken jährlich», betont Vizepräsident Peter Hägler. Zudem ist der Verein immer wieder auf die Gunst der Förster und Jäger angewiesen, von denen einige eine Übernutzung des Waldes durch die Erlebnispfade befürchten. «Für den Sagenweg bekommen wir jeweils nur eine auf fünf Jahre befristete Bewilligung», so Hägler. Danach muss wieder neu verhandelt werden.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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