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Frühzug von Luzern ins Tessin: Bund erteilt Bewilligung zähneknirschend

Ab Dezember können die SBB täglich um 8.18 Uhr einen Direktzug ab Luzern nach Locarno anbieten. Der Bund hat dafür die Bewilligung in Aussicht gestellt. Aber nur unter Protest und verbunden mit klaren Forderungen.
Christian Glaus
Bald fährt ab Luzern täglich ein Frühzug direkt nach Locarno - im Bild der Bahnhof. (Bild: Ti-Press / Samuel Golay)

Bald fährt ab Luzern täglich ein Frühzug direkt nach Locarno - im Bild der Bahnhof. (Bild: Ti-Press / Samuel Golay)

Gute Nachrichten für Ausflügler aus der Zentralschweiz: Die SBB dürfen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember täglich einen direkten Frühzug ab Luzern durch den Gotthard-Basistunnel anbieten. Dieser fährt um 8.18 Uhr in Luzern ab und kommt nach Halt in Arth-Goldau und Bellinzona zwei Stunden später in Locarno an.

Über zwei Jahre lang lagen sich die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) wegen dieser Verbindung in den Haaren. Die SBB wollen einen Platz auf den Schienen beanspruchen (Trassee), der für Güterzüge reserviert ist. Dagegen wehrte sich das BAV, weil der Gotthard-Basistunnel in erster Linie für den Güterverkehr gebaut wurde – um den Warentransport von der Strasse auf die Schiene zu verlagern.

Doch zumindest für das nächste Jahr beansprucht kein Cargo-Unternehmen das fragliche Trassee. Somit ist der Weg frei für Personenzüge – und für eine Beilegung des Konflikts, der auf dem Buckel der Passagiere ausgetragen wurde. In einem Brief an die SBB, welcher unserer Zeitung vorliegt, schreibt das BAV: «Um die Angelegenheit zu einem Ende bringen zu können, stellen wir Ihnen unsere Zustimmung für ein Jahr in Aussicht.» Noch vor einem Jahr hatte es die Zustimmung verweigert. Die Folge: Je nach Wochentag fährt der erste Direktzug ins Tessin zu einer anderen Zeit ab.

Ausnahmeregelung für höchstens zwei Jahre

Die Frühverbindung kann vorerst bis am 15. Dezember 2019 angeboten werden. Sollte das entsprechende Trassee auch im darauffolgenden Jahr nicht für Güterzüge beansprucht werden, können die SBB die Verbindung erneut in den Fahrplan aufnehmen.

Doch dann ist Schluss. Die SBB müssen sich schriftlich verpflichten, ab Dezember 2020 einen Frühzug ab Luzern anzubieten, der ohne das Güter-Trassee auskommt. Dann wird der Ceneri-Basistunnel in Betrieb genommen, wodurch die Zahl der Güterzüge steigen dürfte. Im Brief an die SBB wählt das BAV deutliche Worte: «Sollten Sie in Zukunft Gesuche für Belegungen von Gütertrassen stellen, so erwarten wir glaubwürdige und nachvollziehbare Gesuche. Alle Optionen ohne Beeinträchtigung einer anderen Verkehrsart sind seriös und vorurteilsfrei zu prüfen.» Die SBB müssen zudem Anfang nächsten Jahres ein Konzept für den Fahrplan ab Dezember 2020 vorlegen.

Wie der Fahrplan nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels aussehen wird, ist offen. Klar ist, dass dem Güterverkehr sechs statt wie heute vier Trassen pro Stunde und Richtung zur Verfügung stehen werden. Für Personenzüge bleiben es zwei Trassen. Auf Anfrage nehmen die SBB zum Entscheid des Bundes kurz und knapp Stellung. Man nehme diesen «als positives Signal für unsere Kunden gerne auf» und bereite sich darauf vor, die Verbindung fahren zu können. Ob die SBB bereit sind, die Forderungen des BAV zu erfüllen, lassen sie offen.

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