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GARTEN: Pflanzenschutz: Oft gibts biologische Methoden

Wie kommt man mit Schädlingen zurecht, ohne zu übertreiben? Wir fragten den Experten.
Interview Flurina Valsecchi
Wenn Pflanzenschutz nötig ist, sollte man auf nützlingsschonende oder auch biologische Mittel zurückgreifen. (Bild: Keystone)

Wenn Pflanzenschutz nötig ist, sollte man auf nützlingsschonende oder auch biologische Mittel zurückgreifen. (Bild: Keystone)

Silvan Fluder*, welche Grundregeln sollen Hobbygärtner bei der Bekämpfung von «Schädlingen» beachten?

Silvan Fluder: Die wichtigste lautet: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wenn Pflanzenschutz nötig ist, sollte man möglichst auf nützlingsschonende oder auch biologische Mittel zurückgreifen. Beim Anwenden von Pflanzenschutzmitteln sollte man die Hinweise zu Konzentration, Abdrift auf andere Pflanzen usw. beachten. Denn unsachgemässe Anwendung kann Schäden an Pflanzen oder der Umwelt zur Folge haben.

Oft sind es Schnecken, die einem zu schaffen machen. Was tun?

Fluder: Vorbeugend kann man Schneckenzäune anbringen, um besonders gefährdete Kulturen zu schützen. Dann sollten Nützlinge gefördert werden. Ein Asthaufen als Unterschlupfmöglichkeit für Igel etwa kann Wunder wirken. Natürlich können die Schnecken auch eingesammelt werden. Bierfallen wären eine biologische Massnahme. Chemisch bekämpft werden die Schnecken vor allem mit Schneckenkörnern. Da gibt es mittlerweile auch nützlingsschonende Mittel. Da ökologische Alternativen eine regelmässige Kontrolle erfordern, empfehlen sich Schneckenkörner vor allem auch bei längeren Abwesenheiten.

Gibt es auch ganz simple Lösungen, etwa Kresse, um den Salat ansäen?

Fluder: Die Idee ist gut. Aber was passiert, wenn die Kresse weggefressen ist?

Was halten Sie von neuen Gemüse- oder auch Blumensorten, die widerstandsfähig sind gegen Schädlinge und Krankheiten? Etwa Tomaten­sorten, die gegen Pilz resistent sind?

Fluder: Resistente oder weniger anfällige Sorten sind auf jeden Fall sinnvoll. Vor allem beim Obst gibt es viele Sorten, die resistent etwa gegen Schorf oder Mehltau sind. Und solche, die weniger anfällig gegenüber der gefährlichen Bakterienkrankheit Feuerbrand sind. Der Nachteil dieser Entwicklung ist, dass viele ältere Sorten weniger oder gar nicht mehr angebaut werden und so die Sortenvielfalt abnimmt. Wie sinnvoll das Anbauen von gentechnisch veränderten Sorten (z. B. Mais) ist, kann ich nicht beurteilen.

Welche Alternativen gibt es zum Buchsbaum? Und gibt es Mittel, die gegen den Buchsbaumzünsler wirken?

Fluder: Für den Buxus gibt es diverse Alternativen, die vom Standort abhängen. Für Hecken bieten sich Taxus (Eibe), Osmanthus (Duftblüte) oder Prunus lusitanica (Portugiesischer Kirschlorbeer) an. Buchs wird oft auch als Kugelform verwendet. Da gibt es Alternativen wie Japanische Azaleen, Portugiesischer Kirschlorbeer (für grössere Kugeln), Osmanthus (Duftblüte), Taxus (Eibe), Enkianthus (Prachtglocke). Und ja, es gibt Mittel gegen den Buchsbaumzünsler. Biologische sind besser, da Buxus oft von Bienen besucht wird. Die chemischen Mittel sind Bienengifte. Wichtig bei der Bekämpfung des Zünslers ist der Zeitpunkt. Die Larven sollten noch nicht zu gross und in vollem Reifungsfrass sein.

Welches sind die häufigsten Fragen Ihrer Kunden? Und Ihre Antworten?

Fluder: Die Fragen sind vielseitig. Oft geht es «nur» um Läuse. Sinnvoll ist es, bei schädlingsanfälligen Pflanzen eine Winteraustriebspritzung mit einem biologischen Winteröl zu machen. So können viele überwinternde Schädlinge wirkungsvoll bekämpft werden. Dies wird je nach Witterung von Anfang bis Ende März gemacht. Auch der Dickmaulrüssler ist immer wieder ein Thema. Dieser wird am besten biologisch mit Nematoden im Herbst oder Frühjahr bekämpft.

Worauf gilt es sonst noch zu achten?

Fluder: Vorbeugend kann man viel tun, damit die Pflanze gar nicht erst von Schädlingen und Krankheiten befallen wird. Häufig stehen Pflanzenarten an Orten, die für sie gar nicht geeignet sind. So werden sie schneller befallen und sind viel weniger robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Auch gibt es immer mehr Problemstandorte wie etwa gedeckte und geschlossene Balkone. Schädlinge und Krankheiten können sich in solchen Lagen wunderbar entwickeln. Wichtig ist auch eine gute Ernährung der Pflanze. Je nach Pflanzenart, Standort und Gefässen sind regelmässige Düngergaben sinnvoll.

Hinweis

* Silvan Fluder (34) ist Stauden- und Kleingehölzgärtner bei der Gärtnerei Schwitter AG in Inwil.

Garten als Seifenoper

Für viele ist Gärtnern eine ernste Sache. Etwas anders geht es bei «Ab ins Beet» zu, einem Mix aus Doku-Soap und Comedy. Der deutsche Sender Vox zeigt ab Samstag, 19.15 Uhr, die 10. Staffel.
Hier haben die Protagonisten wie das Pärchen Ingo und Marion (Bild) öfter zwei linke Hände. Auch gibts Ärger mit dem Nachbarn wegen der Höhe des Zauns. Ein Boot als neues Gartenaccessoire oder ein angeblich dichter Occasions-Swimmingpool sorgen ebenfalls für Trubel.

Geranie bekommt geniale Konkurrenz

Welche ist die beliebteste Blume in Schweizer Gärten? Offizielle Erhebungen dazu gibt es nicht. Und doch: «Die Nummer 1 ist die Geranie, sie ist die wichtigste Beet- und Balkonpflanze», sagt Patrik Schlüssel von Green Pflanzenhandel in Zürich.

Doch die Geranie hat in den letzten Jahren Konkurrenz bekommen, und zwar von der Mandevilla (Bild, auch als Dipladenia oder Diamantine bekannt). Experten schwärmen von einem «Blütenwunder». Schlüssel erklärt, wieso die Blume aus Südamerika immer beliebter wird: «Sie ist extrem pflegeleicht.» Die Wurzeln könnten viel Wasser speichern, sodass man die Pflanze bis zu einer Woche nicht giessen müsse. Auch werde die Mandevilla weniger von Schädlingen befallen. So ist sie einfacher zu halten als die Geranie, dafür aber auch etwas teurer.

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