GASTRONOMIE: Der grosse Ausverkauf der Landbeizen

In der Gastronomie gingen schweizweit innert fünf Jahren 25 000 Arbeitsplätze verloren. Betroffen sind vor allem die Restaurants auf dem Land. Alleine im Amt Willisau stehen 20 Beizen leer.

Drucken
Teilen
Vor allem auf dem Land müssen immer mehr Wirtschaften schliessen. Im Bild: Hannes Baumann, Präsident Gastro Luzern Region Willisau, im geschlossenen Restaurant Eisenbahn in Reiden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Vor allem auf dem Land müssen immer mehr Wirtschaften schliessen. Im Bild: Hannes Baumann, Präsident Gastro Luzern Region Willisau, im geschlossenen Restaurant Eisenbahn in Reiden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Eine Branche kriselt. Ob in Zug, Nidwalden oder Luzern – überall stehen Gaststätten zum Verkauf. In Nebikon soll der Adler veräussert werden. In Nottwil ist die Krone seit gestern bis auf weiteres zu. Das Restaurant Eisenbahn in Reiden weicht einer Wohnsiedlung. In Langnau ist die nächste Beiz eine halbe Stunde Fussmarsch entfernt, in Uffikon gibt es kein einziges Restaurant mehr, seit das Rössli diesen März die Türen schloss. In den letzten fünf Jahren gingen landesweit 25 000 Arbeitsplätze in der Gastronomiebranche verloren, 19 000 Vollzeitstellen waren betroffen. Damit zählt die Schweizer Gastronomie 18 Prozent weniger Beschäftigte als vor 20 Jahren – und dies trotz einem Bevölkerungswachstum von 20 Prozent.

«Ins Kerngeschäft eingegriffen»

«Die traditionelle herkömmliche Gastronomie hat zu kämpfen», sagt Ruedi Stöckli, Präsident Gastro Luzern. Er spricht von Dönerständen und Pouletgrills, von Bäckern, die Mittagsmenüs anbieten und den traditionellen Gaststätten schaden. «Man hat ins Kerngeschäft der Gastronomie eingegriffen.» Die Leidtragenden sind die Betriebe auf der Landschaft. «Die Jungen sind nicht mehr die Beizengänger, wie es sie früher gegeben hat.»