GEMEINDE SCHWYZ: Ein zweites Loch am Urmiberg

Am 1. Juni stimmt die Gemeinde Schwyz über ein Umzonungsgesuch der Firma Kibag ab. Die Neue SZ sprach mit dem Kibag-Verantwortlichen Theo Desax.

Merken
Drucken
Teilen
Regionalleiter Theo Desax beim Interview im Büro der Kibag in Seewen. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Regionalleiter Theo Desax beim Interview im Büro der Kibag in Seewen. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Warum soll die Gemeinde Ihrem Umzonungsgesuch zustimmen?
Theo Desax:
Der Steinbruch Zingel ist ein traditionsreiches Unternehmen: Hier wird seit 1902 Hartgestein abgebaut. Wir können etwa einen Sechstel des SBB-Bedarfs an Bahnschotter liefern. Kein Hartsteinbruch in der Schweiz liegt derart günstig an einem Autobahn- und Bahnanschluss. Und nicht zuletzt konnten wir zusammen mit den Umweltschutzorganisationen und dem Einwohnerverein Seewen ein sehr gutes Fortsetzungsprojekt erarbeiten. Auch die Sicherung der Arbeitsplätze und die jährlichen Steuerzahlungen von mehr als einer Viertelmillion Franken sind Argumente für die Weiterführung des Steinbruchs.

Aber ein Ja hat zur Folge, dass jahrelang am Urmiberg nicht nur das bisherige, sondern ein zweites Steinbruchloch klafft.
Desax:
Der zweite Steinbruch trägt dazu bei, dass der erste schneller aufgefüllt werden kann. Während etwa 20 Jahren wird im neuen Gebiet Stein abgebaut. Und anschliessend wird der neue Steinbruch während weiterer etwa 10 Jahre wieder aufgefüllt. Die Löcher sind sichtbar und beeinträchtigen die Landschaft, das wollen wir gar nicht abstreiten. Um aber die negativen Auswirkungen auf die Landschaft und Umwelt auffangen zu können, haben wir mit den Umweltschutzorganisationen und dem Einwohnerverein Seewen vereinbart, einen Fonds zu äufnen und Ersatzmassnahmen zu finanzieren.

Sind Sie denn der Auffassung, dass man einen Landschaftsschaden mit Geld entschädigen kann?
Desax:
Den Begriff Landschaftsschaden finde ich hier zu streng. Denn erstens ist es ein temporärer Eingriff. Und zweitens bauen wir schonend ab. Und drittens ist die Endgestaltung so vorgesehen, dass der Eingriff am Urmiberg fast nicht mehr zu erkennen sein wird.

Der bestehende Steinbruch ist erst etwa zu einem Hundertstel wieder aufgefüllt. Wobei dies bekanntlich nicht allein die Schuld der Kibag ist. Trotzdem: Wie lange wird es jetzt dauern, bis das alte Loch gefüllt ist?
Desax:
Ich lege Wert auf die Feststellung, dass die Kibag alle Verpflichtungen bezüglich Wiederauffüllung einhielt. Wir wurden aber gehindert, indem wir dem Kehricht-Zweckverband die Gelegenheit gaben, hier eine Schlackendeponie einzurichten und dies nicht wie geplant gelang. Sobald die Bewilligung vorliegt, im neuen Abbaugebiet abbauen zu können, werden wir mit grossen Mengen von Felsschutt und Moränenmaterial die erste Hälfte des heutigen Steinbruchs innert fünf bis sechs Jahren auffüllen.

Dies wäre dann aber nur die Hälfte der heutigen Steinbruchmulde. Bis wann wird diese ganz aufgefüllt sein?
Desax:
Wir möchten alle Einrichtungen aus dem vorderen Teil des heutigen Steinbruchs in dessen hinteren Teil zügeln. Der hinterste Teil des ersten Steinbruchs wird aufgefüllt, wenn die Installationen weggezügelt sind, also etwa in 20 Jahren.

Was passiert nach einem Nein am 1. Juni?
Desax: Dies würden wir sehr bedauern. Leider bliebe uns keine alternative als die sofortige Schliessung des Steinbruchs. Denn wir haben keine Abbaureserven mehr. Die Kibag würde wegziehen und es müsste sicher Entlassungen geben.

Wie viel Personal hat denn die Kibag in Seewen?
Desax:
15 Personen.

Interview von Bert Schnüriger

Das ausführliche Interview lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.