Ingenbohl
Hier lebt es sich aus finanzieller Sicht durchschnittlich günstig

Wie viel kostet es, in Ingenbohl zu wohnen? Lohnt sich ein Umzug? Eine Studie zeigt, wo die Gemeinde im schweizweiten Vergleich steht.

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Günstig: Ein Single in Oberiberg mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 43'300 Franken frei verfügbar.

Günstig: Ein Single in Oberiberg mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 43'300 Franken frei verfügbar.

Keystone-SDA
(chm)

In Ingenbohl lebt es sich vergleichsweise durchschnittlich günstig. Das hat eine Studie der Credit Suisse ergeben. Ungefähr die Hälfte der Gemeinden in der Schweiz ist attraktiver, die andere Hälfte unattraktiver. 

Die Bank hat in ihrer Studie «Hier lebt es sich am günstigsten» berechnet, wie viel Geld einem Haushalt in der Gemeinde als frei verfügbares Einkommen bleibt, wenn die typischen festen Ausgaben bezahlt sind. Zu diesen Ausgaben gehören einerseits die gemeindespezifischen obligatorischen Abgaben wie Steuern und andererseits Fixkosten wie Wohnkosten.

Attraktiv für Singles

Im Kanton Schwyz nimmt Ingenbohl bezüglich Wohnattraktivität den 15. Rang ein (unter 30 Gemeinden). Doch es gibt in Ingenbohl Unterschiede je nach Haushaltssituation. Beim Vergleich dreier Modellhaushalte fällt auf, dass Ingenbohl besonders für Singles ein günstiges Pflaster ist, während die Gemeinde für Ehepaare ohne Kinder und Ehepaare mit Kindern teurer zu stehen kommt.

Die Einkommens-, Vermögens- und Wohnsituation dieser Haushalte unterscheidet sich in der Studie (Details siehe unten). Bei allen wird aber angenommen, dass sie mit dem ÖV ins nächste Grosszentrum (Zürich) zur Arbeit pendeln und dass sie ihre Kinder, falls sie welche haben, nicht fremdbetreuen lassen.

Singles: 51 Prozent freies Einkommen

Für eine Einzelperson, die in einer Mietwohnung lebt, 80’000 Franken verdient und 100’000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, gehört Ingenbohl zu den günstigen Gemeinden. Konkret bleibt dem Einpersonenhaushalt nach Abzug der obligatorischen Ausgaben und Fixkosten 41'000 Franken oder rund 51.3 Prozent des Erwerbseinkommens, was im schweizweiten Vergleich viel ist. Der Schnitt aller Gemeinden im Kanton beläuft sich auf 52 Prozent.

Der grösste Teil der Ausgaben dieses Modellhaushalt (58 Prozent) entfällt auf obligatorische Ausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder Krankenkassenprämien. Der kleinere Teil geht für andere Fixkosten wie Miete/Hypothekarzinse oder Energie drauf. Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Ingenbohl für einen solchen Singlehaushalt schweizweit günstig, bezüglich Fixkosten ist Ingenbohl eher teuer.

Durchschnittlich viel übrig für Ehepaare ohne Kinder

Für ein Ehepaar ohne Kinder, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 130'000 Franken verdient und 250'000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, ist Ingenbohl dagegen durchschnittlich günstig. Bei dem angenommenen Einkommen und Vermögen bleiben diesem Modellhaushalt 62'100 Franken oder 47.8 Prozent des Erwerbseinkommens. Das ist im schweizweiten Vergleich durchschnittlich viel und liegt unter dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (51 Prozent).

Auch hier machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (53 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Ingenbohl für einen solchen kinderlosen Ehepaarhaushalt schweizweit günstig, bezüglich Fixkosten ist Ingenbohl teuer.

Abgaben in Ingenbohl generell höher als Fixkosten

Hingegen ist Ingenbohl für ein Ehepaar mit zwei Kindern, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 110’000 Franken verdient und 200’000 Franken Vermögen sein eigen nennt, eher teuer. Dieser Modellhaushalt hat in der Berechnung 51'900 Franken als frei verfügbares Einkommen übrig (47.2 Prozent des Erwerbseinkommens). Verglichen mit dem ganzen Land ist das eher wenig und liegt unter dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (51 Prozent).

Wiederum machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (49 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Ingenbohl für einen solchen Ehepaarhaushalt mit zwei Kindern schweizweit günstig, bezüglich Fixkosten ist Ingenbohl teuer.

Credit Suisse hat sich in ihrer Studie, die alle rund fünf Jahre durchgeführt wird, auf die finanziellen Gründe konzentriert, die für oder gegen Ingenbohl als Wohnort sprechen. Nicht berücksichtigt sind andere Gründe, warum die 8'952 Einwohnerinnen und Einwohner von Ingenbohl gerade in dieser Gemeinde leben.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt. Für die Einstufung in die Kategorien attraktiv, eher attraktiv, durchschnittlich, eher unattraktiv und unattraktiv (oder analog mit günstig/teuer etc.) teilen wir alle Gemeinden in der Schweiz in fünf gleich grosse Gruppen ein (Quintile). Das heisst: In jeder Gruppe befinden sich 20 Prozent der Gemeinden. Hier geht es zurück zur Übersicht der Gemeinden in Ihrer Region.

Zu ihrer Studie (PDF) bietet Credit Suisse ein Webtool, mit dem Sie verschiedene Haushaltssituationen für jede Gemeinde betrachten können.