Abstimmung
In Spiringen scheitert die Ehe für alle deutlich

Zweimal Nein: So hat Spiringen bei der eidgenössischen Abstimmung entschieden. Hier finden Sie alle Details zum Resultat in der Gemeinde.

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Die Ergebnisse in Spiringen: 71.9 Prozent Nein zur Ehe für alle

Die Ergebnisse in Spiringen: 71.9 Prozent Nein zur Ehe für alle

(chm)

Mit 71.9 Prozent Nein hat Spiringen die Vorlage Ehe für alle mit einem der deutlichsten Resultate in der Schweiz abgelehnt. Schweizweit wies die Gemeinde den achtgrössten Nein-Anteil aus. In der Schweiz lautete das Ergebnis 64.1 Prozent Ja. Im Kanton Uri lautete das Resultat zu Ehe für alle 58.2 Prozent Ja.

Zur eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Paare hatte Spiringen 2005 auch bereits Nein gesagt. Damals lautete das Resultat zum Partnerschaftsgesetz 75.6 Prozent Nein. 

Das Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde abgelehnt (78.3 Prozent).

Die Bevölkerung in den städtischen Gebieten sagte mit 67 Prozent Ja zu Ehe für alle, in den ländlichen gab es 57 Prozent Ja. In den Gebieten, die sich weder den Städten noch dem Land zuordnen lassen (intermediäres Gebiet) lautete das Resultat 61 Prozent Ja. Spiringen zählt nach der Definition des Bundesamts für Statistik zur Kategorie Land und stimmte somit anders ab als die Mehrheit auf dem Land.

Als eine der wenigen Gemeinden in der Deutschschweiz hat Spiringen die Vorlage Ehe für alle abgelehnt. Die meisten Gemeinden (rund 10 Prozent) hiessen die Vorlage gut.

In der Deutschschweiz sagte die Bevölkerung 65 Prozent Ja zu Ehe für alle, in der Romandie hiess es 62 Prozent Ja. In den italienischsprachigen Gebieten lautete das Resultat 53 Prozent Ja.

99-Prozent-Initiative scheitert deutlich

Spiringen hat die 99-Prozent-Initiative mit grosser Deutlichkeit verworfen. 79.5 Prozent stimmten Nein. Auch der Kanton Uri sagte Nein, allerdings deutlich weniger wuchtig, nämlich mit 68.5 Prozent Nein. Die Schweiz stimmte 64.9 Prozent Nein.

Die Gemeinde hatte sich auch in der jüngeren Vergangenheit schon ablehnend gezeigt zu höheren Steuern für gut verdienende und vermögende Personen. Zum Beispiel: Zu einer Erbschaftssteuer sagte die Gemeinde im Jahr 2015 Nein (80.8 Prozent), im Jahr davor gab es in der Gemeinde ein Nein (68.2 Prozent) zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung für Ausländer. Eine Kapitalgewinnsteuer lehnten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger 2001 mit 74.5 Prozent Nein ab.

Die Bevölkerung in den städtischen Gebieten sagte mit 62 Prozent Nein zur 99-Prozent-Initiative, in den ländlichen gab es 70 Prozent Nein. In den Gebieten, die sich weder den Städten noch dem Land zuordnen lassen (intermediäres Gebiet) lautete das Resultat 69 Prozent Nein. Eine klare Mehrheit der ländlichen Gemeinden wie Spiringen haben die 99-Prozent-Initiative abgelehnt. Rund 97 Prozent dieser Gemeinden lehnten die Vorlage ab.

Zwar entschieden die Deutschschweiz und die Romandie bei der 99-Prozent-Initiative gleich. Dennoch ist ein Röstigraben erkennbar, unterschied sich das Resultat zwischen den Sprachregionen doch um beachtliche fünf Prozentpunkte.

In der Deutschschweiz sagte die Bevölkerung 66 Prozent Nein zur 99-Prozent-Initiative, in der Romandie hiess es 61 Prozent Nein. In den italienischsprachigen Gebieten lautete das Resultat 66 Prozent Nein. Die Gemeinde Spiringen lehnte somit deutlich stärker ab als ihre Sprachregion.

Mit 40.5 Prozent lag die Stimmbeteiligung in Spiringen deutlich tiefer als im Kanton Uri (48.4 Prozent). Schweizweit lag die Stimmbeteiligung bei 52.4 Prozent.

Dieser Text ist mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt worden.